Riechers und Strauss haben bei der Route du Rhum die Ostwindzone erreicht

Jetzt kann der Spaß beginnen

Endlich kommt der Wind von hinten. Nach harten Kreuzkursen beginnt jetzt auch für die Class40s der Spaß. Riechers liegt auf Platz fünf.

Die beiden deutschen Class40 Segler Jörg Riechers und Axel Strauss haben nach der fünftägigen harten Kreuz die Zone der östlichen Winde erreicht und rasen jetzt mit den großen Vorsegeln Durchschnittsgewschwindigkeiten bis zu 14 Knoten.

Riechers hat sich von Platz acht wieder auf den fünften Rang vorgearbeitet und liegt rund 72 Meilen hinter Thomas Ruyant zurück, der zuerst den Gennaker setzen konnte.

Axel Strauss ist mit 126 Meilen Rückstand weiterhin 11. Er beschreibt das Erreichen der „Übergangsphase“: Der Begriff transition phase oder sogar die Wetterdaten in hoher Auflösung vermitteln ein vollkommen falsches Bild der Wirklichkeit. Innerhalb einer halben Seemeile wechselte der Wind von SSW 15kn auf NNE 20-25kn.

Klar, dass das nicht turbulenzfrei passiert. Ich habe 5 volle Drehungen gemacht. Sieht ziemlich witzig aus auf dem Bildschirm, der die Kurslinie schön bunt (je nach Geschwindigkeit einen anderen Farbe) darstellt. Zum Glück hat es nicht so lange gedauert, denn es war ziemlich nervig.

Es regnete wie aus Eimern, und ich hatte ob er Plötzlichkeit der Ereignisse keine Jacke an. Und es war stockfinster. Ich habe danach erstmal für ein paar Meilen Kurs West gesteuer, um die Zone wirklich hinter mir zu lassen, und dann noch ein Reff ins Gross gesteckt.

Das war kein echter Fehler, denn kurze Zeit später hatte ich 30 knoten Wind, und der Pilot seine liebe Mühe die Kiste zu steuern. 16, 17, 18, 19 kn Geschwindigkeitsspitzen, und wie immer bei diesem Speed ein Riesenlärm auf dem Boot.

Mittlerweile ist das zweite Reff drin, und wir sind nicht wirklich langsamer, dafür aber kontrollierter unterwegs. Ich hoffe die Kollegen lassen auch nichts anbrennen, den die Bedingungen haben sicher Schadenspotential. Arnaud hat gestern Abend mit 9.5kn ein OFNI (objet flottant non identifie) gerammt, ich weiß aber noch nichts über die Schäden. Soeben 20.7kn boatspeed…und da soll einer schlafen… 🙂

Jörg Riechers ist auch guter Dinge: „Die Nacht war nicht besonders kuschelig. Bei so viel Wind war an Schlaf nicht zu denken. Egal, mir geht es gut, dem Boot geht es gut und ich will jetzt ordentlich Speed geben, um mich wieder auf den dritten Platz vorzuarbeiten. Bin schon fast dran! Es geht jetzt noch ein Stück weiter westlich und dann runter zu den Azoren. Was mich dabei so richtig pusht, ist übrigens Juli und “Elektrisches Gefühl”. Ein toller Song bei viel Windstärken!“

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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