Jörg Riechers: Neues Branding, neues Glück?

"Yep, das Abenteuer ruft!"

Jörg Riechers gibt nicht auf. Nach dem Abschied seines Sponsors Nikolaus Gelpke, der den Aufstieg des Hamburgers zum erfolgreichen Hochsee-Einhandsegler ermöglicht hatte, sucht er auf eigene Faust neue Geldgeber für seinen Rennstall, den er „Yep Ocean Racing Team Germany“ nennt.

Jörg Riechers

Jörg Riechers geht im Comic Stil mit neuem Branding auf Sponsorensuche.

“Es ist noch nicht vorbei”, sagt er im Gespräch mit SR. “Das Boot ist ready to go” und für das Barcelona World Race (BWR) wolle die Fundació Navegació Oceànica Barcelona (FNOB) an ihm festhalten. Die Organisation hat die Aufgabe, das BWR zu promoten und potenzielle Teams bei der Teilnahme zu unterstützen. 2010 stützte es den Auftritt von Boris Herrmann zu 100 Prozent mit der Vermittlung des Sponsors Neutrogena, nun kann sie aber nur 50 Prozent beisteuern.

Der offene Betrag soll etwa eine halbe Millionen Euro betragen. Generell sagt Riechers aber, dass ein Sponsor extrem günstig für 3 bis 5 Millionen Euro die Präsenz bei zwei sehr attraktiven Um-die-Welt-Rennen für sich verbuchen könne. Das umgebaute Schiff mit dem größeren Volumen im Vorschiff “ist in der Lage, vorne mitzusegeln”.

Jörg Riechers erschöpft, aber glücklich in Funchal mit festem Boden unter den Füßen. © Pierrick Garenne / GPO

Jörg Riechers © Pierrick Garenne / GPO

Zum Ausstieg von Gelpke sagt Riechers: “Ich war traurig aber eigentlich nicht überrascht. Er wird es sich sehr gut überlegt haben.” Die Suche nach einem Co-Sponsor sei ihm wohl einfach zu langwierig gewesen.

Der erfolgreichste deutsche Hochsee-Einhandsegler gibt sich kämpferisch und glaubt an eine neue Chance. Besonders die vielen Mails der Community und die Unterstützung aus der Segelszene geben ihm die Kraft weiterzumachen. Es wäre auch zu schade, wenn er so kurz vor dem Ziel tatsächlich die Segel streichen müsste.

Die Pressemitteilung:

Erste große Erfolge im Hochseerennsport feierte der Hamburger Profisegler Jörg Riechers (45) mit seinem Förderer Nikolaus Gelpke vom mare, vor allem in Frankreich, dem Mekka der Einhandszene. Nach zahlreichen Podiumsplätzen und Siege im Mini6,50, sowie in der Class40, ist diese Zusammenarbeit mit mare nun beendet. Doch ein neues Kapitel im Hochseerennsport beginnt, nicht nur für Riechers.

Die Königsklasse der Open 60 ruft, und damit der internationale Einsatz für ein deutsches Boot. Noch nie gab es in Deutschland ein Segel-Team in der Open 60-Klasse, das sind rund 18 Meter lange Rennboote, die überwiegend einhand um die Welt oder auf Transatlantikrouten, auch mit Co-Skipper gesegelt werden.

Jörg Riechers, Deutschlands erfolgreichster Einhand-Regattasegler hat sich nun verstärkt und gründete das „Yep Ocean Racing Team Germany“ « Die open 60 wird zurecht als die Königsklasse im Hochseerennsport bezeichnet. „Um erfolgreich international mitsegeln zu können, habe ich mich entschieden, ein neues Team aus verschiedenen Bereichen zusammenzustellen, darunter auch Marketing- und Medienfachleute. Wir arbeiten wie ein international aufgestelltes Unternehmen“, sagt Riechers.

Er fügt hinzu: „Ich sehe unser Team aber auch als eine Art Nationalmannschaft im Hochseerennsport. Wir wollen an den ganz großen Segelevents, wie dem Vendeé Globe round the World non stop, erfolgreich teilnehmen und dabei auch unsere Fans mit spannendem Hochleistungssport, Abenteuer und alles was die Ozeane dieser Erde bieten, hochwertig unterhalten.“

Die Vendée Globe wird seit 1989 alle vier Jahre gesegelt und gehört zu den großen Sportevents unsere Zeit. Aufgrund fehlender deutscher Beteiligung, fand sie hierzulande bisher allerdings kaum Beachtung. Jörg Riechers will diesen Zustand ändern und verweist auf überzeugende Mediendaten.

Beim letzten Rennen 2012/13 wurden über 240 Millionen Pageviews gezählt, 25 Millionen Video-Abrufe und 50 TV-Stunden international. Über 1000 akkreditierte Journalisten berichteten weltweit. Das Rennen fesselt ohne Vor- und Nachberichterstattung Interessierte über ein Zeitraum von etwa 90 Tagen , so lange dauert eine Weltumsegelung etwa. Über die sportliche Herausforderung auf den Ozeanen im Winterhalbjahr hinaus, geht es dabei auch um Abenteuer, Naturgewalten, Umwelt, Spannung und um moderne Heroes.

Von Bord Videos oder auch live zu senden, gehört heute zum modernen Hochseerennsport dazu. Hier fiel bereits eine wichtige Personalie. Eddy Palasan ist Hochseesegler und TV-Produktionsprofi, Liveübertragungen zum Beispiel von der Champions League ist seine Spezialität. Palasan wird auf dem open 60 mit Jörg Riechers trainieren und ihn bei der gesamten TV-Technik unterstützen.

Für das Marketing zeichnet Holger Binz von binzcom Luxembourg verantwortlich. Er arbeitet mit seinem Team an einem innovativen Marketingkonzept, das auch international ausgerichtet ist. Außerdem sind die besten deutschsprachigen Offshore Skipper neben Jörg Riechers im Team dabei.

Projektmanager rund um das Boot ist weiterhin Charles Euverte mit seinem Team aus Frankreich. Aber auch Nachwuchsförderung ist für Jörg Riechers ein wichtiges Anliegen. „Wir denken schon heute an die Seglergeneration nach uns, denn Hochseeseglen ist mehr als Leistungssport auf hohem Niveau. Es lohnt sich, junge Talente mit unseren Erfahrungen zu fördern. Wir werden zusammen segeln und ihnen die spannende Welt des Profiseglers aufzeigen“, so Riechers.

Der Sprung in die Königsklasse der Open 60 beginnt für Jörg Riechers am 31.12.2014 mit dem Start des Barcelona World Race, ein Rennen mit Co-Skipper um die Welt. Dann der Mount Everest im Segelsport, die Vendée Globe ab November 2016, alleine, nonstop ohne fremde Hilfe um die Welt an den berühmten Kaps vorbei.

Yep, das Abenteuer ruft !

 

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Jörg Riechers: Neues Branding, neues Glück?“

  1. avatar macwester sagt:

    Ich drücke die Daumen, wäre super, wenn JR bei den Open 60 mitmischt!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 1

  2. avatar ballbreaker sagt:

    …..extrem günstig für 3 bis 5 Millionen Euro…..???

    Solche Summen kriegt man in Deutschland leider nur wenn überhaupt von “segelverrückten” Unternehmern. In Frankreich geht sowas evtl. schon eher.

    Als Vergleich:
    Trikotsponsoring für eine Saison 1. BL = dafür jedes Wochenende Sky und Sportschau, Fotos in Tagespresse und Onlinemedien etc.

    z.B. Mainz oder Hannover 96 2,5 Mio, Eintracht Frankkfurt 5 Mio (Quelle: http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1008/Diashow/trikotsponsoren-geld-rangliste-bundesliga-bayern-muenchen-schalke-wolfsburg-pauli-hoffenheim-20-millionen,seite=10.html)

    Traurig für Segler, ist aber so!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 20 Daumen runter 1

  3. avatar sven sagt:

    Ich drücke Jörg die Daumen für ein gelingen des Projekts,

    frage mich aber gleichzeitig warum diese neue gefühlte Dynamic bei der Sponsorensuche nicht schon früher an den Tag gelegt wurde.

    so hätte man den Mareverlag sicher noch an Bord und die extrem günstigen 3-5 Millionen wären schon zu einem Teil gefunden

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

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