Opti Meisterschaft: Marvin Frisch verteidigt nationalen Titel vor Vieregge, hinter Holländern

Abschluss der Opti-Action

Harter Kampf mit der Welle vor Kiel. Das Revier zeigte den 300 Optimistenseglern die Zähne. © segel-bilder.de

Zum Abschluss der  Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft (IDJüM) zeigte sich Kiel-Schilksee noch einmal von seiner besten Seite. Mit zwei Wettfahrten am Freitag endete die Rekord-IDJüM. 300 Nachwuchssegler aus 16 Nationen hatten an fünf Tagen insgesamt neun Wettfahrten absolviert, bevor der Internationale Deutsche Jüngstenmeister und der Deutsche Jüngstenmeister feststanden.

Unerreicht war der Niederländer Bart Lambriex, der sich überlegen den internationalen Titel sicherte. Der 13-jährige Opti-Segler unterstrich seine Sonderstellung mit fünf ersten Plätzen. Bester Deutscher und damit Deutscher Jüngstenmeister 2011wurde Marvin Frisch (Hagnau) als Dritter der Gesamtwertung.

Der 15-jährige Württemberger verteidigte seinen Vorjahrestitel und zählt erneut zu den großen deutschen Hoffnungen bei der WM zum Jahreswechsel (28. Dezember 2011 bis 10. Januar 2012) in Neuseeland. Bereits im Vorjahr hatte Frisch als Deutscher, Österreichischer und Schweizer Meister bei der WM in Malaysia als bester Europäer Platz fünf erreicht. Das zu überbieten ist das große Ziel des Nachwuchstalentes aus dem Audi Sailing Team Germany.

Der WM 5. Marvin Frisch verteidigt als Gesamt Dritter seinen nationalen Meistertitel. © segel-bilder.de

Dabei war der Zweikampf mit Ingmar Vieregge bis zum letzten Rennen in Kiel spannend. Nach acht Läufen lagen Vieregge und Frisch punktgleich auf den Plätzen drei und vier. Mit dem Sieg im neunten Rennen entschied dann Frisch den Kampf um die Deutsche Jüngstenmeisterschaft für sich.

Der Düsseldorfer Ingmar Vieregge hat zuvor in Kiel alle Höhen und Tiefen erlebt. Mit drei ersten Plätzen am Mittwoch schob sich das Mitglied der Deutschen Jüngsten-Nationalmannschaft auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Und der war hinter dem Niederländer Bart Lambries gleichbedeutend mit dem Titel „Deutscher Jüngstenmeister 2011“. Doch dann folgte Vieregges Frühstart und die damit bedingte Disqualifikation im Flautenrennen am Donnerstag. Zwar wurde diese Wettfahrt abgeschossen, aber der Fehlstart mit Black Flag ging in die Wertung ein, nachdem diese Wettfahrt am Freitag neu gestartet wurde. Nach dem Regelwerk haben dann alle „Nicht-Disqualifizierten“ eine neue Chance, die Disqualifizierten nicht.

Der 13-Jährige musste damit dieses Rennen mit seiner Disqualifikation streichen und den sechsten Platz aus dem zweiten Rennen in die Wertung wieder aufnehmen. Da Frisch im vorletzten Rennen kenterte und sich auch einen Streicher erlaubte, hätte Vieregge genau wie Frisch das letzte Rennen in seiner Gruppe gewinnen müssen. Das gelang ihm nicht.

Vieregge, der auch bereits zum zweiten Mal zum deutschen Opti-WM-Team gehört und die deutschen Farben vor Napier/Neuseeland bei der Opti-WM vertreten wird, hatte am Freitagmorgen beim Blick auf die Ergebnisliste gehofft: „Ich kann nur darauf setzen, dass die Wettfahrten ausfallen oder wir viel segeln, damit ich den Frühstart im achten Rennen ausgleichen kann.“ Doch es kam anders. Und obwohl die Freude über die Serie mit den drei ersten Plätzen groß war, verdarb die Disqualifikation alles. „Die Enttäuschung überwiegt natürlich“,  so Vieregge geknickt.

Hinter Frisch (3.) und Vieregge (4.) konnten sich Frederick Eichhorst (PYC/Berlin/6.) und Gwendal Lamay (ESC/Kiel/7.) in den Top Ten platzieren. Bestes deutsches Mädchen wurde Fanny Popken (VSaW) als 17. Die Berlinerin hatte bereits bei der EM vor Tavira (Portugal) mit Platz 18 auf sich aufmerksam gemacht.

Kiel erlebte eine Rekord-IDJüM mit 300 Startern aus 16 Nationen. Einen solchen Andrang von Top-Nachwuchsseglern habe er bei einer IDJüM noch nicht erlebt, so der Vorsitzende der Optimisten-Klassenvereinigung, Günther Nülle. Insgesamt 125 ausländischen Nachwuchssegler starteten in Kiel. Die weiteste Anreise hatten die Japaner und Amerikaner.

„Natürlich begründete sich die große Zahl der Meldungen auch durch den Bekanntheitsgrad des Kieler Yacht-Clubs. Er steht für Kompetenz und Zuverlässigkeit. Kiel zieht einfach. Und diese IDJüM hat gezeigt warum. Es war perfekt organisiert, und Dienstag, Mittwoch und heute hatten wir traumhafte Bedingungen“, lobte Nülle in seinem Resümee die Kieler Veranstalter.

„Die Veranstaltung hat uns sehr viel Spaß gemacht. Und es passt zum Kieler Yacht-Club, auch etwas für die Jugend anzubieten“, resümierte Jobst Richter, der oberste Wettfahrtleiter des Kieler Yacht-Clubs. „Natürlich haben wir schon die Kieler Woche des Nachwuchses, den Young Europeans Sailing über Pfingsten, und den KÜZ-Opti, aber wir planen auch, eine jährliche Nachwuchs-Meisterschaft in unser Angebot aufzunehmen“.

Er konnte zum Abschluss der IDJüM mitteilen, dass der Kieler Yacht-Club die nächsten vier Jahre die Landesjugend- und Landesjüngsten-Meisterschaften (LJM) ausrichten wird. Der Termin ist jeweils das erste Wochenende im September. Damit übergibt der Flensburger Segel-Club, der die LJM 2011 am 3./4 September veranstaltet, das Staffelholz nach drei Jahren an den KYC.

Die Internationale Deutsche Jüngstenmeisterschaft 2012 wird vom Potsdamer Yacht Club in der ersten August-Woche am Wolziger See bei Blossin ausgetragen. Auch hierzu haben sich bereits heute Optimisten aus Irland und Dänemark angekündigt. „Die IDJüM in Kiel ist bei unseren Gästen gut angekommen“, so Nülle.

 

Endstand der Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft 2011 vor Kiel nach neun Wettfahrten):

1. Bart Lambriex (Niederlande) 3, (3), 1, 1 1,1, 1, 2, 1, insgesamt 11 Punkte.

2. Philip Meijer (Niederlande) 4, 1, 2, 5, 1, 2, 2, 1, (10) 18.

3. Marvin Frisch (Hagnau) 3, 1, 1, 3, 2, 4, 3, (55) 1, 18.

4. Vieregge Ingmar (Alsdorf) 2, 6, 4, 2, 1, 1, 1, (76) 4, 21.

5. Miel Verstraete (Belgien) 3, 2, 1, 5, (76) 1, 5, 5, 4, 26.

6. Frederick Eichhorst (Berlin) 1, 7, (20,) 3, 6, 7, 3, 1, 2, 30.

7. Gwendal Lamay (Kiel) 6,4,5, (6,) 2, 4, 2, 5, 4, 32.

8. Xander van Beurden (Niederlande) 12, 4, 10, 1, 5, 13, 3, (24) 3, 51.

9. Ewa Romaniuk (Polen) 1, 10, 2, 1, 17, 4, 8, 9, (17) 52.

10. Martyna Mik (Polen) 2, 4, 7, 1, 13, 4, (76) 20, 9, 60.

Ergebnisse

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Carsten Kemmling

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