Junioren: Nixdorf Verein gründet Akademie für 16 – 21-Jährige für die Liga-Ausbildung

"Begeisterung junger Menschen"

Der Heinz Nixdorf Verein war 25 Jahre lang einer der wichtigsten Förderer des Olympischen Segelsports. Nun hat er die Partnerschaft mit dem DSV aufgelöst und geht einen neuen Weg.

Nixdorf Verein

Die neue J/70 Junioren-Flotte am Möhnesee. © HNV

Jedes Jahr unterstützte der HNV deutsche Spitzensegler mit einer sechsstellige Summe aus einer der Familie Nixdorf nahen Stiftung. Die Hilfe ist auf die Segelleidenschaft von Heinz Nixdorf zurückzuführen, der noch im Alter von 60 Jahren den Wettbewerb im Starboot als persönlichen “Quell des Vergnügens” bezeichnete.

Heinz Nixdorf

Heinz Nixdorf auf seinem Starboot © HNV

Nixdorf, der als herausragende deutsche Unternehmerpersönlichkeit eines der führenden Computerunternehmen Europas aufgebaut hat – im Jahr seines Todes 1986 beschäftigte es über 23.000 Menschen – ermöglichte insbesondere die großen deutschen Erfolge der Starboot-Segler. Der HNV nahm aber auch die olympischen Damen-Einhand-Klassen unter seine Fittiche, wie zuletzt auch die Laser.

Partnerschaft mit DSV gelöst

Aber damit ist nun Schluss. Die Partnerschaft mit dem Deutschen Segler Verband wurde aufgelöst. Bisher war die Förderung an die sportfachliche Entscheidungsgewalt des HNV für die unterstützten Klassen gekoppelt gewesen. Aber darauf wollte sich der DSV diesmal nicht einlassen.

Der HNV geht deshalb nun neue Wege. Joachim Hellmich, der das Amt des Vorsitzenden und Geschäftsführers von Dieter Golombek nach dessen altersbedingtem Ausscheiden übernommen hat, berichtet gegenüber SR von der neuen HNV Academy.

Der ehemalige Weltklasse-Segler im Starboot und langjährige Coach baut auf seine Erfahrung als Projektleiter der Deutschen Segel-Bundesliga – bei der er immer noch zum Einsatz kommt – und hat nun am Möhnesee beim Westfälischen Yachtclub Delecke e.V einen Stützpunkt zur Ausbildung des Nachwuchses im Liga-Segelsport gegründet.

Die Heinz Nixdorf Verein Academy wendet sich an 16- bis 21-jährige Segler, die sich insbesondere auf die Junioren-Bundesliga vorbereiten. Die Förderung des Segelsports sei in den HNV-Statuten verankert, sagt Hellmich. Und es gehe dem Verein insbesondere um den Nachwuchs. Da passe das Angebot an die Junioren gut zu den HNV-Zielen. 

Für Junioren-Mannschaften aller deutscher Segel-Clubs

“Es geht uns um die Begeisterung junger, motivierter Menschen für unseren Sport und das neue Format des Liga-Segelns sowie die Ausbildung von Vereinsmannschaften. Wir wollen messbare Leistungssteigerungen durch Training, Ausbildung und Wettkampf erreichen.”

Angesprochen sind die Junioren-Mannschaften aller deutscher Segel-Clubs. Die Vereine sollen ihre Teams melden und die Fähigkeit der Segler beschreiben. Dabei wird eine gewisse Regattaerfahrung vorausgesetzt.

Vier J/70 Boote stehen zur Verfügung. Zwei Schiffe stammen aus dem Liga-Bestand von 2016, zwei kommen aus dem Nachlass des Kieler Yacht-Clubs. In der Zeit vom 18.03.2017 bis 12.11.2017 soll an etwa 15 Wochenenden gesegelt werden. 

Für die Bereitstellung der Ressourcen (Boote, Trainer, Arbeitswerkzeug, Wasserzugang) wird eine Nutzungsgebühr in Höhe von 15,-€ /Kopf/Tag erhoben, die einen Teil der tatsächlichen Kosten decken.

Einen Kannibalisierungseffekt mit den Jugend-Programmen der großen deutschen Vereine sieht Hellmich durch das Angebot der Junioren-Liga nicht. Er hält maximal zehn Clubs in Deutschland für in der Lage, wirklich Sportler für das olympische Segeln auszubilden. Aber besonders die kleineren Vereine haben Probleme, ein attraktives Angebot für den Nachwuchs bereitzustellen. Da stelle das J/70-Segeln ein neues Angebot dar.

Meldungen und Kontakt für Rückfragen:
Joachim Hellmich, hellmich@hnv.de

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Junioren: Nixdorf Verein gründet Akademie für 16 – 21-Jährige für die Liga-Ausbildung“

  1. Ich will ja nicht meckern aber … ist die Bundesliga wirklich die Zukunft des deutschen oder gar europ. Segelns ? Ich persönlich würde mich viel mehr über ein Pendant zu den Offshore-Academies in UK oder Frankreich freuen. Insbesondere weil Hochsee-Schiffe wie ClasseMini, Figaro, Class40 … etwas teurer sind, brauchen jugendliche Ein- und Umsteiger in diesen Bereich mehr finanzielle Unterstützung.

    Und wenn man sich die Ergebnisse der Franzosen und Engländer ansieht und Deutschland dagegen setzt, dann … wird klar, woran es in D mangelt … Ausnahmen wie Jörg und Boris bestätigen da die Regel und praktisch haben die auch nur einen deutschen Pass …

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  2. avatar poseidon sagt:

    Super! Sehr gut fuer die Liga u viel Spass fuer die Teilnehmer! Ich wuerde sagen laeuft beim DSV ohne Konzeptwerft….

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 17

  3. avatar Thomas Bunte sagt:

    Und ich kann Segler nur halten, wenn Sie von den 15 Vereinen die das können nach Olympia gebracht werden – oder jetzt durch Jugendsegel-Bundesliga oder HN-Verein auf J70 gepoolt werden.
    Macht sich eigentlich noch irgendwer Gedanke um die Breite Masse der “normalen” Segler/Innen die nie nach Olympia kommen werden/wollten und dennoch die Masse der Felder ausmachen und vor allem in den Vereinen aktiv sind und vielleicht die Vereinsvorstände von morgen werden sollen.
    Diese ewige Fixierung nur auf die Spitzensegler ist grenzwertig – ohne die Breite Basis werden wir in Zukunft keine Vereine, keine Wettfahrlteiter/innen usw. haben.
    Es gibt doch genug Beispiele von Klassen die Funktionieren und nie Olympioniken produzieren werden, aber komischerweise viel aktive Mitglieder in Vereinen produzieren (Pirat, 505er usw..).

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  4. avatar jaschaumalan sagt:

    Denke auch, dass die obige Stellungnahme kleine/mittlere Vereine eher dazu bringt, davon endgültig Abstand zu nehmen.
    Denn zum einen geht eine neue Sparte/Aktivität IMMER zu Lasten anderer. Bindet Trainerzeiten, Geld, Elternengagement, Vereinsengagement, Segelzeit usw. usw. Wer da nur kurz über “Kanabalisierung” spricht hat die heftigen Diskussionen in Vereinen noch nicht erlebt.
    Zum anderen fehlt hier natürlich alles, wovon besonders kleine/mittlere Vereine leben: schrittweises Segeln lernen für Kids, Einbindung von Eltern/Familien, neue Mitglieder, Leute im Verein für Engagement gewinnen, schrittweiser Trainingsaubau uvm. Da hilft es auch nicht, wenn sich der HNV für die J70 massiv finanziell engagiert, was ich aus Kielbootsicht und der KV allerdings begrüßenswert fände.
    Wenn dann noch der Medien/Sponsoren wirksame Erfolg in der “Liga” ausbleibt, steht ein kleiner/mittlerer Verein schnell nackt da.

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