Junioren Segel-Liga: Süd-Vereine dominieren Kick-Off-Event – Diskussion dauert an

Zeugnis für starke Jugendarbeit

Das Kick-Off-Event der Deutschen U-21-Junioren Segel-Liga ist im Rostocker Segelstadion auf der Warnow über die Bühne gegangen. Liga-Erfahrung bei den Großen setzte sich durch.

Während in der deutschen Segelszene immer noch heiß darüber diskutiert wird, ob die neue Junioren Segel-Liga das Jugendsegeln im Lande kannibalisiert, ist in Warnemünde das Kickoff-Event erfolgreich über die Bühne gegangen.

Junioren Bundesliga

Die Junioren-Liga im Segelstadion von Rostock. © Sven Jürgensen

Dabei siegte im Feld der 24 Crews der favorisierte Württembergische Yacht-Club (WYC) denkbar knapp punktgleich vor dem Düsseldorfer Yacht Club. Bei den Württembergern steuerte der einzige Erstliga-Skipper Marvin Frisch (20). Der ehemalige Deutsche Jüngstenmeister im Optimisten hatte seinen Verein noch beim zweiten Liga-Spieltag in Konstanz auf Rang zehn geführt.

Auch bei den Düsseldorfern spielte Liga-Erfahrung eine große Rolle. Nils-Henning Hofmann gehört zur Erstliga-Stammcrew des DYC, die als jüngste der Liga mit Bruder Jan-Philipp am Steuer die Relegation in Starnberg überstanden hat und in Konstanz zuletzt auf Rang 11 gesegelt war.

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Württemberg vor Düsseldorf und Bayern. © Sven Jürgensen

Auf Rang drei einen Punkt dahinter platzierte sich der Bayerische Yacht-Club, bei dem Maximilian Hibler das Ruder übernommen hat. Sein Bruder Philipp steuerte das BYC-Schiff in Konstanz als Erstliga-Aufsteiger fulminant auf Rang vier und konnte dabei auf die Dienste von Oliver Oczycz zurückgreifen, der jetzt auch in Warnemünde seine Erfahrung einbrachte.

Ein Zeugnis für starke Jugendarbeit im Verein legte auch wieder einmal der Mühlenberger Segel-Club aus Hamburg auf Platz vier ab. Mit seinem jungen Team hatte er den ersten Spieltag der zweiten Liga in Starnberg gewonnen und war bei der J/70 Europameisterschaft sensationell auf Rang 10 gesegelt. In Rostock glitt dem zweiten Jugend-Team der Hamburger um Steuermann Eric Genthe und Tom Louis Schönfeldt der Gesamtsieg erst im letzten Rennen aus den Fingern.

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Das Team vom Bayerischen Yacht-Club um Steuermann Maximilian Hibler segelte auf Rang drei. © BYC

Die ersten beiden Teams sind für das Finale in Hamburg qualifiziert. Vier weitere kommen dazu, indem sie sich bei Regatten in den Regionen Nord, Ost, Süd und West qualifizieren. Dabei hat der Westen schon auf dem Sorpesee gesegelt, und der Segel-Club Münster  holte sich den Quali-Platz (Ergebnisse Region West).

Qualifikationsregatten

  • Region West (SCSI, Sorpesee): 03. bis 05. Juni 2016
  • Region Nord (Ostsee, Lübeck/Travemünde): 23. bis 25. September 2016
  • Region Süd (Bodensee): tbd
  • Region Ost (Wannsee, Berlin): 27. bis 28. August 2016

Das Finale
Der Sieger der Junioren-Liga 2016 wird in zwei Flights à drei Wettfahrten bestimmt. Dieses findet im Rahmen der Relegation zur 2. Segel-Bundesliga (30. Oktober 2016) beim Norddeutschen Regatta Verein auf der Außenalster statt.

Oliver Kosanke, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Segel-Liga e.V erklärt, warum die Junioren-Liga für seinen Verein, den Mühlenberger Segel-Club, so viel Sinn macht: “Wir sind einer der vielen Deutschen Vereine, der auf Grund seiner Infrastruktur und Lage sowie anderer Faktoren nach einer motivierenden, für mehr junge Segler erreichbaren Zielsetzung sucht.

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Der Mühlenberger Segel-Club in Aktion. © Sven Jürgensen

Der Aufbau einer schlagkräftigen Hochleistungsförderung im Hinblick auf olympischen Segelsport ist für uns immer weniger darstellbar. Wir benötigen aber im Verein ein Vehikel um unsere jungen Segler, die aus welchen Gründen auch immer mit dem Segeln aufhören, bei der Stange zu halten und sie für die eigentliche Bundesliga vorzubereiten und zu motivieren.

Die Junioren-Liga ist eine gute Perspektive für erfolgreiche und talentierte Regattasegler, für die aus verschiedenen Gründen keine Olympische Kampagne in Frage kommt. Fest steht, dass das neue Konzept der Junioren-Liga keine Konkurrenz zum olympischen Hochleistungssport darstellen sollen.”

Fragen und Antworten zur Junioren-Liga

Zusammenfassung der Qualifikation für die Region West am Sorpesee: https://www.youtube.com/watch?v=OEN9NMrJwLM

Ergebnisse Kick Off Junioren Liga Warnemünde

Crewliste Junioren Liga Warnemünde

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Junioren Segel-Liga: Süd-Vereine dominieren Kick-Off-Event – Diskussion dauert an“

  1. avatar Julian sagt:

    Glückwunsch an die erfolgreichen Segler!

    Aber ich sehe die Idee einer Junioren Liga eher kritisch

    In der Liga sind eh fast nur junge Leute, warum braucht man da noch eine zusätzliche Veranstaltung? Und eine gute Grundausbildung bekommt man einfach nicht im Liga-Modus und/oder auf einem Kielboot.
    Auf einem Kielboot wird man nie das Bootsgefühl entwickeln, wie auf einer Jolle. Außerdem deckt der Ligasport nur einen kleinen Teil des Segelsports ab. Trimm und Speed sind ja komplett außen vor und ich bin der Meinung, dass das sehr wichtig ist, kennen zu lernen.

    Die Ausbildung in einer Jugendbootsklasse ist grundlegend für erfolgreiche Segelkarriere, ob olympisch oder nicht.

    Aber da wir schon beim Thema sind, wie wäre es mit einer Senioren-Liga? Die meisten alten Säcke haben doch eh keine Chance in der Liga 😉

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  2. avatar Jonas sagt:

    Seniorenliga im Drachen, Kinderliga im Opti, Midlifecrisisliga im Stand up paddleboard, Ehescheidungsliga im H-Boot …. es gibt noch so viel zu gründen 😉 oder aber wir lassens bei der ersten und zweiten Liga und Championsleague und machen die gescheit.

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  3. avatar Jan sagt:

    Wundert mich, dass noch keiner was über Sekt, Sportler und Jugendliche gesagt hat….

    Erste Liga, zweite Liga, Championsleague……aha. So wird das auch was mit mehr Leuten beim Segeln. Jonas, nur weil du da vielleicht mitfährst, musst du nicht glauben, dass alle anderen ehrerbietig vorm Fernseher sitzen und euch anhimmeln. Je mehr Initiative gezeigt wird, um so besser. Im Endeffekt setzt sich so oder so durch, was vielen gefällt und wo man mitmachen kann.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 10

    • avatar Anna sagt:

      Als Zuschauer habe ich beide Veranstaltungen der Junioren-Liga besucht.

      Meine Beoachtungen:
      – viele Segler mit Deutschlandschwimmwesten: Das heißt sie haben schon in den Jugendbootsklassen hochrangige internationale Regatten gesegelt: also solide Grundausbildung ist vorhanden.
      – viele Gespräche drehten sich um Trimmmöglichkeiten: Wann setze ich wie den Baumniederholer und den Cunningham ein, wie werden die Holepunkte eingestellt…..und so weiter…
      – Kleinfeldtaktik war entscheidend: auch von Land konnten am lebenden Beispiel taktische Entscheidungen nachvollzogen werden und wurden von allen ausgiebig diskutiert.
      – Oma, Opa, Onkel, Tante, alle, die immer zu Weihnachten und, wenn es sonst im Seglerportemonaie zwickt, oft finanzkräftig mitwirken, konnten live und mit fachkundigem, wirklich gutem Moderator, sehen, was die Kids da auf dem Wasser so alles anstellen. Bei der Kieler Woche auf Bahn Echo ist das schlecht möglich!
      – ein Großteil der Segler war den Jugendbootsklassen schon entwachsen: zu groß, zu schwer, zu alt und schulisch und beruflich nicht in Kiel verwurzelt.
      – nur 1. und 2. Liga ist auch keine Alternative: Es gibt ja gar nicht so viele Teamplätze für die bis 21 Jährigen (in Rostock über 100!) in den Ligateams ……dann müssten die gesetzten Herren ja weichen…….

      Da ist dieses Regattaformat, welchen Namen man ihm auch immer geben mag, eine echte Alternative den Segelsport sportlich, spannend, mit und gegen die alten Kumpels auszuüben.
      Sonst würden sie Rugby und Tennis spielen gehen!

      Mein Fazit: Auf jeden Fall dranbleiben und das Konzept weiterentwickeln!

      Und eine Bitte an die Skeptiker: kommen, sich selber vor Ort ein Bild machen und mit den beteiligten Seglern reden!

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  4. avatar M. sagt:

    Leicht OT.

    Die Ortsangabe ist etwas kurios. Warnemünde ist ein Stadtteil von Rostock. Dort fand dieses Event nicht statt. Es fand in der Rostocker Innenstadt (konkret: Stadtteil Kröpeliner Vorstadt) statt.

    Auch im SAP Tool steht was von Ort Warnemünde. Das ist “nur” ca. 10 km weiter als vom Segelstadion der Rostocker Innenstadt.

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    • avatar Anna sagt:

      Aus diesem Segelstadion sollten die Rostocker noch mehr machen…..

      Man sitzt immer in der ersten Reihe, tolle Sicht auf das Regattageschehen, segelbare Bedingungen bei jeder Windrichtung und -Stärke, sogar das Fährschiff wartet und fährt ums Regattafeld herum, genügend Parkplätze für die Zuschauer.
      Nur ein Regatta- oder Clubhaus fehlt noch.

      Durchaus eine Konkurrenz zu Alster und Wannsee.

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