Match Race Germany

Kadelbach braucht "Damenbrise" gegen Profis. Danach startet die 470er Olympiakampagne

Wieder vereint im 470er. Kathrin Kadelbach und Rike Belcher ex Ziegelmayer.

Die Berliner SEGELreporterin Kathrin Kadelbach betritt in einer Woche am 19. die Weltbühne des internationalen Segelsports, wenn sie als einzige Steuerfrau beim Match Race Germany gegen die Welt-Elite antritt. Es wird ein Höhepunkt und gleichzeitig das vorläufige Ende ihrer Match Race Karriere sein, die sie an der Vorschot von Ulrike Schümann begonnen hatte. Nach dem Rücktritt von Schümann, die am Bodensee mit an Bord sein wird, plant Kadelbach nun eine neue Olympia Kampagne im 470er. Mit dem Sieg bei der vergangenen Deutschen Meisterschaft im Match Race hatte sie sich für den Elite-Wettkampf am Bodensee qualifiziert. Dabei wird sie unterstützt vom neuen Flugrechte-Portal Flightright.

Kadelbach ist in Langenargen Außenseiter, kann es aber nur besser machen als andere SEGELreporter. Neben Schümann wird Kadelbachs Freund Top Starbootsegler Jojo Polgar an Bord sein, Wolf Dietz vom United Internet Team Germany und der holländische ex Bundestrainer Rigo de Nijs. “Eine leichte Dambenbrise wäre wohl hilfreich”, sagt Kadelbach, die bisher mit den schweren Bavaria Yachten und dem Matchen per Steuerrad noch keine Erfahrung hat. Sie ist die erste Frau, die beim Match Race Germany an den Start geht.

Das Duo wurde 2008 im Olympiajahr zehnte bei der Weltmeisterschaft im 470er.

Nach dem Abenteuer am Bodensee wird es für Kadelbach aber wieder ernst, wenn sie in ihre angestammte 470er Klasse zurückkehrt. Sie startet einen erneuten Versuch, sich für Olympia zu qualifizieren. 2008 war ihr Anlauf an Regularien gescheitert. Sie hatte sich nach der Trennung von Saskia Schöder mit Rike Ziegelmayer zusammen getan. Die hatte inzwischen in Australien den aktuellen Weltranglisten Fünften im 470er Mathew Belcher geheiratet, und damit die australische Staatsbürgerschaft erhalten.

Rike Belcher beantragte, für Deutschland starten zu dürfen. Das funktioniert aber nur, wenn beide Nationenverbände einverstanden sind. Die Australier hatten etwas dagegen und so bestand eine dreijährige Sperre, die internationale Starts verhinderte. Das Team klagte gegen die Entscheidung sogar vor dem internationalen Sport-Gerichtshof CAS aber die Sperre blieb bestehen. Im Olympiajahr zeigte das Team mit Platz 10 sein Potenzial bei der Weltmeisterschaft.

“Aber danach schien mir der Einstieg in das Match Race und die Chance mit Ulli zu segeln sehr reizvoll”, sagt Kadelbach. Für die deutsche Match Race Meisterschaften in Hamburg wechselten sie die Rollen und Kadelbach zeigte am Steuer, dass sie sich auch gegen die männliche Konkurrenz durchsetzen kann.

Nun geht es aber in der alten Konstellation weiter. Vor der Kieler Woche beginnen die ersten Trainings. Es folgt in diesem Jahr noch die WM aber Kadelbach macht deutlich: “Dieses Saison wollen wir nur zum Einsegeln nutzen. Ergebnisse zählen noch nicht”. Im Winter wollen die beiden dann intensiv in Australien trainieren. Belcher wohnt mit ihrem Mann in Gold Coast an der Ostküste Australien.

Einfach wird die Olympiaqualifikation nicht. Denn die 470er-Frauen-Klasse zählt momentan wieder zu den Parade-Disziplinen des Deutschen Segler Verbandes. Vier junge Teams bereiten sich intensiv auf Olympia vor. Beim Weltcup in Hyères landeten sie auf den Plätzen 9, 16, 23 und 38.

Carsten Kemmling

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