Karibik-Regatta: High-Speed Duell der 70 Fuß Trimarane – Ein Foil reicht “Maserati” nicht

Kopf an Kopf

Starkes Video. Der Zweikampf der beiden MOD 70 Trimarane “Maserati” und “Phaedo3” beim RORC Caribbean 600 Race ist bestens dokumentiert. Sie rasen Bord an Bord mit über 30 Knoten.

MOD 70

Start der MOD 70 Trimarane zur Carribean 600 © RORC/Tim Wright

Das Duell der beiden 70 Fuß Trimaran auf dem 600 Meilen Kurs im Seegebiet zwischen Guadeloupe und Antigua erinnert daran, was mit dieser MOD70 Klasse alles möglich gewesen wäre. Die besten französischen Multihull-Rennställte hatten das Projekt vor sechs Jahren gestartet, um die glorreiche Zeit der ORMA Trimarane mit geringeren Budgets wieder zu beleben, und sie waren eigentlich auf einem guten Weg. Fünf Boote wurden gebaut und einige Show-Rennen gesegelt.

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Soldini sitzt “Phaedo3” im Nacken. © Maserati

Aber ein echter funktionierender Circuit konnte nie etabliert werden. Sponsoren sprangen ab, insgesamt drei Trimarane kenterten und “Musandam Oman Sail” verlor zuletzt sogar einen Segler von Bord, der nicht mehr gefunden wurde. Die Sicherheit wurde massiv in Frage gestellt.

Seitdem sind die gebauten Boote in verschiedenen Missionen unterwegs. Besonders sichtbar sind dabei die Aktivitäten von “Phaedo3” im Besitz des US-Privateigners Lloyd Thornburg und von Giovanni Soldini, der italienischen Segellegende, die für den Sponsor Maserati Flagge zeigt.

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Allein auf weiter Flur. Die beiden MOD70 Trimarane in karibischen Gewässern. © Phaedo

Beide Boote sind nach dem Middle Sea Race  jetzt bei der Traumregatta Carribean 600 zum zweiten Mal aufeinander getroffen. Bei dem Malta-Rennen hatte “Phaedo3” trotz Überlegenheit noch durch einen peinlichen Navigationsfehler verloren. Nun lag das US-Boot nach hartem Kampf 13 Minuten vorne.

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Immer nahe beieinander beim Kurs um die Inseln. © Phaedo

Dabei ist “Maserati” eigentlich mit Foils ausgerüstet. Soldini hat den MOD70 Trimaran des französischen Gitana Teams erworben, das schon länger mit dem Multihull im Foiling-Modus experimentierte. Im April 2016 zeigte es, wie der 70-Fußer auch über einen längeren Zeitraum auf Tragflächen gehalten werden kann. Soldini wollte die Technik verfeinern. Dann brach aber ein Foil, und es ist ihm offenbar nicht gelungen, das notwendige Budget für Ersatz zu organisieren.

So segelt er nur mit einem L- Foil und einem konventionellen Schwert. In den 24 Stunden Rder Karibik-Regatta konnte er es nach eigenen Angaben aber nur zwei Stunden zu Beginn einsetzen, als “Maserati” auch die Führung übernahm. Danach passten die Bedingungen nicht mehr. Dennoch belegen die Bilder, wie spannend und extrem das Duell gewesen ist.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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