Kieler Woche: 470er-Junioren-WM startet bei anspruchsvollem Wind – Winkel/Cipra auf Rang 1

„Dreher schwer vorhersehbar“

Jugend WM, 470er, Kieler Woche

Malte Winkel/Matti Cipra liegen nach dem ersten Tag der 470er-Junioren-WM auf Rang eins. Foto: Marina Könitzer

54 Herren- und 32 Damencrews segelten je drei Wettfahrten, an deren Ende in beiden Wertungen bekannte Gesichter aber auch Überraschungen vorne mit dabei sind.

 Leichte und drehende Winde auf der Medienbahn vor Kiel-Schilksee stellten den Seglern und Seglerinnen der 470er-Junioren-WM an ihrem ersten Wettkampftag schwierige Bedingungen.

 Die beste Serie des Tages fuhren bei den Herren Keiju Okada und Naoya Kimura souverän mit zwei zweiten und einem ersten Platz nach Hause. Dass sie dennoch nur auf Platz zwei rangieren, liegt an dem Streichresultat, das bereits nach zwei Wettfahrten zum Tragen kommt. Malte Winkel und Matti Cipra, die Deutschen in der Favoritenrolle, sind die Profiteure dieser Wertung. Mit zwei Siegen und einem vierten Platz als Streicher liegen sie noch vor Okada/Kimura. „Von den Favoritencrews sind wir als Beste in die WM gestartet, das hat Selbstbewusstsein geschaffen“, sagt Winkel. Er sieht die Stärken der Mitfavoriten aus Italien und Frankreich bei dem vorhergesagten zunehmenden Wind. Die französischen Titelverteidiger, Guillaume Pirouelle und Valentin Sipan, mussten erst in den Wettfahrtrhythmus finden: Nach Platz 18, zwei und drei liegen sie derzeit auf Rang fünf.

Leichter Wind ist super für uns

„Die Bedingungen heute waren sehr heikel, da der Wind stark gedreht hat, und die Dreher schwer vorherzusehen waren“, sagt David Charles. Als Vierter der Junioren-WM und Dritter der Junioren-EM 2015 gehört er mit seinem Zwillingsbruder Alex Charles zu den Anwärtern auf einen Podiumsplatz. „Wir glauben, dass wir mit anderen Windbedingungen heute besser hätten sein können, aber wir sind zufrieden“, so die Charles-Brüder über ihren vierten Platz nach drei Wettfahrten. Vor ihnen liegen zurzeit die Ukrainer Oleksii Zinchenko und Ihor Holovin.

Mit einem ersten und zweiten Platz waren Mohamad Faizal Norizan und Ahmad Syukri Abdul Aziz aus Malaysia stark in die Junior-WM gestartet, bevor bei auffrischendem Wind im dritten Lauf nur noch Platz 23 drin saß. „Leichter Wind ist super für uns“, so Norizan, dessen Ziel die Top-Ten sind. Zurzeit sind sie gut auf Kurs und liegen auf Rang drei.

Zweitbestes deutsches Team nach Winkel/Cipra sind Simon Diesch und Patrick Aggeler (beide Württembergischer Yachtclub). Die zweifachen deutschen Juniorenmeister von 2014 und 2015 liegen nach Tag eins auf Rang zehn. Mit Platz 17 am Ende des Tages sind die amtierenden deutschen Juniorenmeister Max Schubert und Silas Oettinghaus in die Weltmeisterschaft gestartet.

“Beim Feld geblieben”

Ein klares Bild zeichnet sich nach den ersten drei Wettfahrten bei den Damen noch nicht ab, doch rangieren unter den besten drei derzeit zwei Crews mit realistischen Ambitionen auf Edelmetall: Maria Bozi und Rafailina Klonaridou aus Griechenland liegen nach zwei dritten Plätzen und einem vierten Platz auf Gesamtrang drei. Das vorläufige Fazit der Vorjahres Vize-Juniorweltmeisterinnen fällt vorsichtig aus. „Es wird noch interessant werden“, so Klonaridou. „Heute sind wir kein Risiko eingegangen und beim Feld geblieben.“ Experimentierfreudiger dagegen waren Silvia Mas Depares und Paula Barcelo Martin aus Spanien, die sich nach Platz fünf, zehn und einem Sieg sogar noch vor die Griechinnen auf Platz zwei schoben. „Wir haben alles Mögliche ausprobiert, das hat nicht unbedingt gut geklappt“, sagt Depares und lacht. „Als wir uns gesagt haben ‚Schluss mit den verrückten Sachen‘, hat es besser geklappt, dabei belassen wir es für morgen. Das Niveau hier ist sehr hoch, es ist wichtig, das Maximum zu geben.“ Top im Ranking sind die Französinnen Marina Lefort/Lara Granier, die nach einem starken Start mit Platz eins und zwei den zehnten Rang im dritten Rennen streichen konnten.

Bestes deutsches Team sind Frederike Loewe und Anna Markfort, derzeit auf Rang vier. „Wir sind mega happy, dass wir bei den Bedingungen so gut durchgekommen sind“, sagt Loewe. „nachdem wir beim ersten Start kringeln mussten, haben wir das Feld doch noch von hinten aufgeräumt“, so die Berlinerin, die in Kiel lebt. Theresa Löffler und Lena Stückl liegen auf Rang sieben, die amtierenden deutschen Juniorenmeister Domenique Freund und Annabell Prockat auf Rang 16.

Zu den überwiegend zufriedenen Gesichtern der 86 Junioren-Crews gesellt sich ein weiteres: Wettfahrtleiter Fabian Bach resümiert nach Tag eins der JWM in Anlehnung an die Schwachwindvorhersage: „Es war gut. Deutlich besser als gedacht.“

Ergebnisse

470 M JWM: (3) 1. Malte Winkel / Matti Cipra (Kiel,1(4)1) Punkte 2; 2. Keiju Okada / Naoya Kimura (JPN,(2)1/2)3; 3. Mohamad Faizal Norizan / Ahmad Syukri Abdul Aziz (MAS,1/2(22))3; 4. David Charles / Alex Charles (ESP,4(11)1)5; 5. Guillaume Pirouelle / Valentin Sipan (FRA (17)2/3)5; 6. Oleksii Zinchenko / Ihor Holovin (UKR,(4)3/3)6;

470 W JWM: (3) 1. Marina Lefort / Lara Granier (FRA,1/2(10)) Punkte 3; 2. Silvia Mas Depares / Paula Barcelo Martin (ESP,5(10)1)6; 3. Maria Bozi / Rafailina Klonaridou (GRE,3/3(4))6; 4. Frederike Loewe / Anna Markfort (Kiel,4/4(11))8; 5. Noya Bar-Am / Rimon Shoshan (ISR,9/1(14))10; 6. Nuraisyah Jamil / Mohamad Sayed Norashikin (MAS,2(17)8)10;

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