Kieler Woche Weltcup: Tagessieg für Kadelbach und Pudenz. Hahlbrock im Viertelfinale raus

Deutschland stark vertreten

49er Start nahe unter Land. Die deutschen Spitzenteams steuern auf ein dramatisches Duell im Medalrace zu. © okpress/Kieler Woche

Der Kampf des Gradient- und des thermischen Windes über der Kieler Außenförde bescherte den Seglern zur Kieler Woche am vierten Tag der Wettbewerbe in den Olympia-Klassen ein abgespecktes Programm auf dem Wasser.

Mit starken Wind-Schwankungen in Richtung und Stärke hatten die Wettfahrtleitungen und Athleten zu kämpfen, so dass bis zum Nachmittag lediglich elf der 21 geplanten Wettfahrten über die Bahn gebracht werden konnten.

Für deutsche Tagessiege sorgten dabei die 470er-Frauen Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Berlin/Hamburg) sowie die Flensburger 49er Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann. Mit deutschen Top-Ten-Platzierungen in allen zehn Klassen werden morgen spannende Medal-Races erwartet.

Ohne Rennen verteidigte Simon Grotelüschen (Kiel) seine Führung bei den Lasern. Mit dem zweitplatzierten Philipp Buhl (Sonthofen) spitzt sich daher im Medal Race alles auf ein deutsches Duell zu. Gleich drei deutsche Frauen stehen bei den Laser Radial im Medal Race mit Franziska Goltz (Kiel) auf Platz fünf, gefolgt von Lias Fasselt als Sechste und Anke Helbig (Kiel) als Achte.

Volles Programm absolvierten die Surfer mit zwei Wettfahrten, in denen Toni Wilhelm (Steinen) und Moana Delle (Kiel) trotz eines Streichresultats ihre Positionen auf Rang zwei wahrten. Während es für Wilhelm im Medal Race schwer werden dürfte, den führenden Polen Przemyslaw Miarczynski noch abzufangen, hat Moana Delle auf Jessica Crisp (Australien) an der Spitze nur einen Punkt Rückstand.

Nach einem Rennen am Dienstag liegen drei deutsche Starboote auf den Platzierungen vier bis sechs eng beieinander. Mit dem zweiten Platz im Abschlussrennen vor dem Medal Race dürfen sich Robert Stanjek/Frithjof Kleen (Berlin) Hoffnungen machen, die meisten Punkte für die deutsche Olympia-Qualifikation einzufahren.

„Heute war das schwierigste Rennen in der gesamten Regatta. Zum Glück haben wir richtige Entscheidungen getroffen, sind daher sehr zufrieden“, sagte Robert Stanjek. Im Finale dürfte sich daher ein enger deutscher Kampf mit den fünftplatzierten Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg) und den folgenden Alexander Schlonski/Matthias Bohn (Rostock) ergeben.

Die Punktabstände sind so eng, dass hier noch Verschiebungen möglich sind. Dagegen ist der Abstand von Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck/Kiel) so groß, dass sie von Rang acht nicht mehr viele Plätze gut machen können.

Gar drei Rennen schafften die 49er. Mit ihrem Tagessieg zum Abschluss rückten die Flensburger Briesenick-Pudenz/ Massmann  auf Rang vier vor und schafften damit den Anschluss zu den drittplatzierten Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel). „Wir hatten eine gute Serie, heute gab es allerdings ein paar höhere Hausnummern. Aber wir haben noch das Beste daraus gemacht“, sagte Baumann.

Sein Steuermann Schadewaldt ist zuversichtlich für das Finale: „Bisher haben wir unter Druck immer sehr gut agiert.“ Mit Leopold Fricke/Lorenz Huber (Chiemsee, Platz 6) und Erik Heil/Thomas Plössel (Kiel, 9) stehen zwei weitere deutsche Crews im Finale der besten Zehn.

Bei den 470er-Frauen brachten sich Kadelbach/Belcher mit ihrem Tagessieg in die deutsche Top-Position. Der derzeit zweite Platz könnte sie in der Olympia-Qualifikation einen großen Schritt nach vorn bringen. „Wir sind gut gestartet und sind die Dreher heute sehr gut ausgefahren, konnten daher einen klaren Tagessieg einfahren“, freute sich Steuerfrau Kadelbach.

Im Medal-Race wollen sich die beiden ganz auf sich konzentrieren und nicht auf die auf Rang drei folgenden Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee/Kiel). „Wir müssen unser Rennen fahren“, so Belcher. In dieser Klasse sind mit Annina Wagner/Marlene Steinherr (Berlin, Platz 4), Annika Bochmann/Anika Lorenz (Kiel, 6) und Victoria Jurczok/Josephine Bach (Berlin, 9) noch drei weitere Crews aus dem Gastgeberland mit im Rennen.

Ohne Wettfahrt blieben vor dem Abschlusstag die 470er-Männer. Damit bleibt es bei den drei Finalteilnehmern aus deutscher Sicht: Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München, Platz 5), Lucas Zellmer/Heiko Seelig (Berlin, 6) und Daniel Zepuntke/Dustin Baldewein (Berlin, 10).

Mit zwei Vertretern sind auch die heute „arbeitslosen“ Finns dabei. Matthias Miller (Berlin, 6) und Jan Kurfeld (Wismar, 10) nutzten damit ihre Möglichkeit, für die Olympia-Qualifikation ein paar Punkte einzufahren.

Nicht ganz zufrieden war die Match-Race-Crew um Silke Hahlbrock (Hamburg), die das Viertelfinale knapp mit 2:3 gegen die Amerikanerin Tulloch verloren und somit mit Rang acht zur Kieler Woche zufrieden sein musste.

Keinen guten Tag erwischte auch der 2.4mR-Segler Heiko Kröger (Hamburg). Der Paralympics-Segler musste mit den Plätzen 9 und 6 den Spitzenplatz an Megan Pascoe (Großbritannien) abtreten.

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Ein Kommentar „Kieler Woche Weltcup: Tagessieg für Kadelbach und Pudenz. Hahlbrock im Viertelfinale raus“

  1. avatar Christian sagt:

    sehr geiles Medal Race der 49er im Live-TV! Geht doch, liebe Medienleute!

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