29er Unfall: Australischer Nachwuchs-Star Tess Lloyd nach Kenterung im Koma

Bangen um 29er Seglerin

Der 17-Jährige 29er Nachwuchs-Star Tess Lloyd liegt nach einer Kenterung im Koma. © Yachting Australia

Man kann nicht sagen, dass Segeln auf der Liste der besonders gefährlichen Sportarten steht. Dennoch passieren Unfälle. Zurzeit berührt das Schicksal der 17-Jährigen 29er Seglerin Tess Lloyd die Segelwelt. Die Australierin liegt seit einer Kenterung bei der australischen Jugendmeisterschaft im Koma.

Im letzten Lauf der Regatta bei der Royal Queensland Yacht Squadron kollidierte Llloyd, die zu den größten australischen Segeltalenten gehört, in Führung liegend mit einem Windsurfer der Jugendklasse Techno293.

Vorschoter Lewis Duncan schwamm nach der folgenden Kenterung um das Schiff zum Schwert, um den 29er wieder aufzurichten. Dann sah er, wie seine Skipperin mit dem Gesicht nach unten im Wasser trieb. Er tauchte unter dem Rumpf durch, drehte sie um und wartete auf Hilfe.

Zuerst war Lloyds Vater am Unfallort, der auf einem Zuschauerboot in der Nähe war. Er sprang ins Wasser bevor kurz danach ein Rettungsboot eintraf. Es brachte den bewusstlosen Teenager ins Krankenhaus nach Brisbane. Dort wurde ein Schädelbasisbruch festgestellt und in einer schnellen Operation ein Stück Knochen entfernt.

Die Seglerin, die bei der Jugendmeisterschaft im 33 Boote Feld wohl auf Rang zwei gelandet wäre, liegt seitdem im künstlichen Koma. Der Australische Segler Verband hat allerdings bekannt gegeben, dass die Behandlung bisher gute Fortschritte mache. Es ist bisher nicht klar, was genau die Kopfverletzung verursacht hat.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

14 Kommentare zu „29er Unfall: Australischer Nachwuchs-Star Tess Lloyd nach Kenterung im Koma“

  1. avatar Christian sagt:

    finde ich gut, dass Segelreporter auch über diese Seite des Segelsports berichtet. Der Sport ist tatsächlich vergleichsweise nicht gefährlich. Aber jeder einzelne Verletzte und Tote ist einer zuviel.

    Der Vorfall zeigt, wie wichtig es nach Kenterungen ist, erstmal nach seinem Segelpartner zu sehen, bevor man sich ans Aufrichten macht. Und dass ein Rettungsmesser in jede Schwimmwestentasche gehört (also auch im Wasser in Sekundenschnelle zugänglich ist) , um jemanden freischneiden zu können. Das war hier nicht das Problem, aber es gibt viele solcher Fälle.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 3

    • avatar Ketzer sagt:

      Wenn Du hier schon gleich mit dem Messer in der Schwimmweste argumentierst, warum dann nicht gleich für einen Sturzhelm plädieren? Wäre doch in diesem Fall viel sinnvoller gewesen?

      In meinen Augen mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass es einfach ein Risiko gibt, mit dem man leben muss. Man kann sich einfach nicht 100%ig absichern.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 10 Daumen runter 22

      • avatar Backe sagt:

        Wie ich solche Kommentare hasse!
        Da sagt einer mal was Vernünftiges, und sofort taucht irgendein obercooler oberschlauer Zyniker auf und sagt: Hö, was willstn? Irgend’n Risiko is immer!

        Mal abgesehen davon: Neun von zehn Tauchern haben zur Sicherheit inzwischen ein Messer am Bein. Und acht von zehn Skifahrern einen Helm auf der Birne. (Obwohl’s da vor ein paar Jahren auch noch hieß: Wozu? Man kann sich einfach nicht 100%ig absichern. …

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 27 Daumen runter 5

        • avatar Christian sagt:

          danke, Backe.

          @ Ketzer: In der Tat wäre in manchen Bootsklassen je nach Windbedingungen ein Sturzhelm nicht verkehrt. Ich bin selber mal in einem Laser in einer extremen Schralerböe vom Baum getroffen worden, ging über Bord und war einige Sekunden bewusstlos. Ich hatte ein fettes Hämatom an der Stirn und eine leichte Gehirnerschütterung. Wäre mit Helm glimpflicher abgelaufen. Ich hatte einfach nur Glück.

          Eine meiner Clubkolleginnen hatte im Laser nicht so viel Glück, sie bekam bei einer Kenterung eines Konkurrenten einen Mast auf den Kopf und hatte durch die Gehirnerschütterung massive, lang anhaltende Probleme.

          Aber ich mag Helme auch nicht und trage daher bisher keinen. Habe aber großes Verständnis für die Mustoskiffsegler, wo sich Helme ziemlich durchgesetzt haben. Von den AC 45 ganz zu schweigen.

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

          • avatar Ketzer sagt:

            “Aber ich mag Helme auch nicht und trage daher bisher keinen.”

            Dieselbe Argumentation gilt für’s Messer…

            Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 11

        • avatar Ketzer sagt:

          Was Du sagst gilt in gleichem Maße für die obige Aussage, dass jeder ein Messer bei sich tragen soll. Irgendwas passiert und obwohl es damit nichts zu tun hat, wird gleich die Forderung aufgestellt, a la “man sollte deshalb besser…”. Das ist das, was mich nervt und letztendlich zur Überregulierung führt. Deshalb meine zynische Antwort. Ich sehe bis jetzt auch immer noch keinen Punkt, wo in diesem Fall ein Messer geholfen hätte, außer vielleicht zur Not-OP vor Ort…

          Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 4

      • avatar IMX40 sagt:

        Ich finde das gut,was du sagst. Sehr richtig und auf den Punkt gebracht.

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. avatar Heini sagt:

    Schädelbasisbruch nach Kollision mit einem Windsurfer – das ist einfach ein tragischer Unfall und hat nichts mit den Gefahren beim Segeln zu tun. Da steht “nach der folgenden Kenterung”, also wurde sie nicht im Wasser schwimmend vom Surfbrett getroffen, sondern noch auf dem Boot sitzend?
    Das ist auch nichts anderes, als wäre sie vor der eigenen Haustür von einem vorbeikommenden Fahrradfahrer überfahren worden.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 9

  3. avatar Christian sagt:

    @ Ketzer: Ein Rettungsmesser in der Schwimmweste stört überhaupt kein bisschen, im Gegensatz zum Helm. Und die ca. 100 Gramm sind auch verschmerzbar, der Preis von 25.- Euro sowieso.

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

    • avatar Ketzer sagt:

      Mit u.g. Antwort von Seven hast Du die genau richtige Antwort auf Deine Aussage 😉

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 7

  4. avatar Seven sagt:

    Auch wenn ein Helm uncool wirkt und das freie Gefühl des Segelns opjektiv einschrenkt würde ich mir wünschen das er mehr akzeptiert und benutzt wird .Gründe dafür gibt es genug ,gründe dagegen sind eher scheinheilig!
    Es ist gut das auf den XC45 und der Xtreme 40 Helme geragen werden,das erhöht die Akzeptanz !
    Die Schiffe werden immer schneller und dadurch erhöht sich auch die Gefahr schwerer verletzungen..viele freizeit Surfer tragen schon sein vielen Jahren Helme ! Freiwillig !
    Also meine Damen und Herren……..möchte jemand eine Vorbildfuntion übernehmen? Dann ist hier ist eine möglichkeit !

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 3

  5. avatar Florian sagt:

    Ein Messer ist meiner Meinung nie verkehrt, wobei ich die Variante mit Hakenklinge bevorzuge.
    Damit lassen sich alle Leinen kappen oder auch mal ein Gurt und man hat keine Gefahrt in das Messer fallen zu können.

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

  6. avatar Jacob sagt:

    Also wir haben beim 29er segeln auch jeder immer ein Messer in der Schwimmweste, wie viel es im Notfall bringt wollen wir nicht ausprobieren. Aber ein Messer in der Schwimmweste stört nicht und kann nur helfen. Auch Helme gibt es mittlerweile sehr leichte und enge Modelle…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *