Korsar Porträt: Kerniges Korsar-Training am Gardasee

Auf Säbels Schneide

Korsar-Stunt am Gardasee. © Angela Kausche

Korsar? Da war doch was? Beeindruckende Regattafelder in den 80igern und 90igern des letzten Jahrhunderts, die hin und wieder spektakulär kentert. Eine ausgesprochen rege Klasse vor allem in den südlichen Gefilden der Republik aber auch Berlin oder in der Schweiz und Österreich.

In den vergangenen Jahren ist es regattaspezifisch zwar etwas ruhiger geworden, aber bei der Travemünder- und Warnemünder-Woche bringen die Korsare noch Felder von 50-60 Booten an den Start.

Wenn sie sich im Mai zum Training und beim Riva-Cup am Gardasee treffen, dann geht die Post ab. Und zwar richtig, wie auf der SR-Bilderstory mit den knackigen Fotografien von Angela Kauscher deutlich zu erkennen ist.

Der Säbel zwischen FD und 470

„Übungsrutsche für heranwachsende FD-Champs, Pensionsgleiter für ausgediente 470iger-Crews“ wurden die Korsare früher etwas despektierlich genannt – natürlich völlig zu unrecht. Denn erstens ist der Korsar in Sachen „Performance“ durchaus zwischen 470iger und FD einzuordnen, zweitens sieht er deutlich besser aus und drittens macht er Laune, weil die formschöne „Kiste“ aus Kunststoff (gerne auch mit Holzdeck) einfach klasse läuft. Und das bei jedem Wind! So kommt der Korsar früher ins Gleiten als etwa der 470iger und ist bei kernigen Beaufort-Stärken ab 5 ruhiger und taktischer zu segeln als der FD.

Genau 5 m ist der Korsar lang, 1,70 m breit, 14,7 m2 bringt er an den Wind, der Spi zieht nochmals mit der gleichen Segelfläche und wird nach der Leeboje in eine Trompete gezogen (die übrigens schon vor dem FD Standard auf den Korsaren war!). Karbonbäume sind mittlerweile erlaubt, bei den Trimmmöglichkeiten „on tour“ steht der mittlerweile 54 Jahre „alte“ Gleiter mit dem Säbel im Groß dem FD in nichts nach!

Mehr als 5.000 Korsar-Boote sind registriert, etwa 1.000 Mitglieder zählen die Korsarenvereinigungen in D, CH und A. Und der Korsar gehört zu den Bootsklassen, die in Regatten von allen Altersklassen begeistert gesegelt werden.

Dabei spricht der hohe Anteil erfolgreicher Mixed-Teams für die hervorragende Beherrschbarkeit der Jolle bei allen Windstärken – auch wenn sich die eine oder andere Steuerfrau bzw. Vorschoterin beharrlich weigert, für die nächste Starkwindregatta zusätzliche Ausreitkilos anzufuttern!

Infos zur Klasse

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Michael Kunst

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10 Kommentare zu „Korsar Porträt: Kerniges Korsar-Training am Gardasee“

  1. avatar Rolf Albert sagt:

    schön, schön. schön anzusehen. auch kommts mir bekannt vor, grins. nur, wir hatten an ostern zum training ebenda nicht mal 10 grad (luft wie wasser) u. gleich gar nicht diese traum-ora.

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  2. avatar Dieter Hafenmair sagt:

    Tolle Bilder von Angela, ja Korsarsegeln macht Spaß!
    Und das Wasser war auch nur 12 °
    Das Training ist übrigens jedes Jahr auch in unserem Kalender ausgeschrieben, ambitionierte Regattasegler sind eingeladen!

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  3. avatar Christian sagt:

    “…ist der Korsar in Sachen „Performance“ durchaus zwischen 470iger und FD einzuordnen”

    Das ist ja wohl Wunschdenken! Der Korsar hat völlig zu Recht denselben Yardstickwert wie ein 470er, ist also weit entfernt vom FD. Und bei Starkwind dürfte der 470er überlegen sein, da das runde Heck des Korsar nicht gerade für gute Gleiteigenschaften sorgt.

    Um den durchaus ansehnlichen Korsar zu rühmen, ist es jedenfalls nicht nötig, ihn besser und schneller zu machen als er ist 😉

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 12

    • avatar Marc sagt:

      Naja Yardstick ist nunmal so eine Sache. Siehe aktuelle Diskussion Rund Skagen.
      Auf dem Papier ist der Korsar nunmal 30 cm länger(Länge läuft oder wie heißt es so schön), hat 2 m² mehr Segelfläche, kann vieles auf dem Wasser trimmen und hat eine Spi Trompete. Damit liegt er nunmal zwischen 470er und FD oder 505er, in sofern ist die Aussage richtig. Dies kann ich auch für Vereinsregatten nach Yardstick zumindest für Baggerseen bestätigen.

      Auf der Nord-, Ostsee und dem Ijsselmeer mit Welle ist der 470er bestimmt schneller, da er besser durch die Welle geht. Der Korsar ist halt (da aus dem Süden haha) eher für flaches Wasser gebaut. Mit dem Heck hat das nichts zu tun, das ist wie fast genau wie beim 470er.

      Der Yardstickfaktor hängt halt auch mit den Bedingungen zusammen. Bei uns segelt oft ein Kat mit nem YS von 99 mit. Auf nem kleine Baggersee dauern die Wenden aber irre lange, so dass er immer mit Abstand Letzter wird. An der Küste wo es lange geradeaus geht, wäre er garantiert der Erste im Ziel.

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      • avatar Christian sagt:

        Als empirisches System berücksichtigt Yardstick alle möglichen Bedingungen und Reviertypen, vom Baggersee bis zur Küste. Zumindest trifft das für verbreitete Bootsklassen wie Korsar, FD und 470er zu, da hier die Datenbasis wirklich groß ist.

        YS ist übrigens besser als sein schlechter Ruf, der meist aus irgendwelchen Extremsituationen abgeleitet wird. Im großen und ganzen ist das System erstaunlich genau. Und es deckt sich auch mit meinem eigenen Erleben auf verschiedenen Revieren, dass ein Korsar in etwa so schnell ist wie ein 470er, Fireball, Windy, Jeton, 490er, 485er, etc. Aber nicht annähernd so schnell wie ein FD.

        Es ist ja wirklich rührend, wie sich FDler nun schützend vor den Korsar stellen… Eine Genua verbindet eben 😉 Dabei hab auch ich den Korsar gar nicht kritisiert, es ging nur darum, dass man ihn beim Lobpreisen nicht schneller und toller machen soll, als er ist. Angeben hat er doch gar nicht nötig, der alte charmante Seeräuber.

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        • avatar Rolf Albert sagt:

          Also, lieber Christian…ich konnte hier im Threat außer mir noch keinen von den FD-Leuten ausmachen – und glaub mir, ich sie alle – … Im übrigen find ich den Korsar schon irgendwo gut, keine Frage. Andererseits aber auch, im Vergleich zur schönsten Jolle ( los Leute, die ihr nur Ziffern im Segel habt, gebt mir`s !) 🙂 auch wieder vollkommen neben der Spur. Da fehlt hat ein Meter u. überhaupt, grins.

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          • avatar Holger sagt:

            Hallo Rolf
            die Klasse mit den “Nur Ziffern im Segel” heisst alle sportlich ambitionierten Umsteiger herzlich willkommen
            kann auch zunächst mal nut zum tets sein – ein gutes Boot der Klassenvereinigung gibt es samt beratung für einzelne Events – ne ganze Saison vergeben wir es nicht mehr.
            Die 505er WM 2014 in Kiel sollte sicher auch für ambitionierte Teams aus anderen Klassen ein echtes Ziel sein.
            Bei der letzten 505er WM 2005 in GER hatten wir 171 Boote am Start – das war die größte WM der Klasse ever
            Die zweitgrößte wird es wohl jetzt demnächst in 5 Wochen in LaRochelle geben mit so 140-150 Fiven

            Bis dann in 2 Wochen auf der gleichen Bahn bei der KiWo

            Ahoi GER 9102

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  4. avatar Schotenmaat sagt:

    aber wo waren denn die Korsar Teams in der Woche nach ihrem Training
    als vor Ort am Gardasee mit dem Riva Cup eine Regatta lief ???

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  5. avatar Torsten sagt:

    Von den sechs Booten beim Training waren fünf eine Woche später beim Riva Cup (insgesamt da: 22). Es gibt halt keine Riesen-Felder mehr, aber man kann mit den Korsaren an vielen Orten gut Regatta segeln.

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  6. avatar Rolf Albert sagt:

    na hallo, holgi. werd allerdings leider nicht in kiel sein dieses jahr. wir haben kurz darauf auch warnemünde zu stemmen als klasse, das liegt mir dann doch näher rein emotional u. auch wind-/ wellentechnisch, wenns zeitlich nur für eine der serien reicht…
    interessant übrigens, dass die fiven sich angesprochen fühlen. würde ja ( nur ziffern im groß) auch z.b. für die 470er zutreffen. aber von denen gibts ja kaum mehr welche. wir haben übrigens seit paar jahren auch ein promoboot, wir vergeben es allerdings für ne ganze saison. ein voller erfolg, siehe die steigenden meldezahlen landauf, landab u. weltweit. da du eure meldezahlen ansprichst…wir hatten im letzten jahr eine wm am gardasee, in malcesine, wie ihr em… rekordmeldeergebniss 134 schiffe, 24 länder !, 4 kontinente. insofern müssen wir uns um unsere beider bootsklassen wohl derzeit keine sorgen machen, im gegenteil. die schönste u. die zweitschönste jollenklasse, die wertung zu eins oder zwei möge jeder für sich selbst treffen. man wird sehen, wer sich aus dem fd außer den bojsen-brothers noch so bei eurer wm in 2014 so sehen lässt. wann wird denn euer rigg nun auch komplett schwarz ?

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