Video Fundstück: Abgang in Steinhunde; F-18 Junioren-Spaß

Überschlag von Geisterhand

„Was war das denn?“ Alex Kodisch  verlebt einen traumhaften ersten Regattatag auf dem Formula 18 Wildcat, bis ihm das Steinhuder Meer ein Bein stellt. Der erste Stecker. Es ist ein Rätsel, warum das Boot auf der Kreuz ins Stolpern kommt.

F-18 Kenter-Sequenz in Steinhude: Der Leerumpf bremst ab, der Vorschoter fliegt nach vorne, der Steuermann hält sich vorerst.

Aber Alex lässt sich nicht beirren. Solche außergewöhnlichen Momente gehören zum Sport, den er liebt. Der junge Mann steht für eine junge Spezies, die auch nach der intensiven Jugend-Segelzeit dem Sport erhalten bleiben.

Er ist ein echter Segel-Junkie, einer der den Sport früh kennengelernt hat und ihn wohl nie wieder loslassen wird. Angefangen hat er wie viele andere im Opti. In Bayern mischt er mit viel Engagement und Leidenschaft die Regattaszene auf. Danach auch klassisch im 420er, wo er unter anderem gegen die Hahlbrock Schwestern antritt.

Nach der Schule der Umzug gen Norden für ein Schiffsbau-Studium in Kiel. Eine erfolgreiche Zeit, zu deren Abschluss die Lürssen GmbH in Bremen um sein Können warb. Der absolute Traumjob fordert Zeit. Aber sollte er jetzt auf das Segeln verzichten?

Vielen jungen Menschen fehlt die Perspektive, die Herausforderung, das Geld und die Motivation, um in irgendeiner Standard-Jolle zu versacken. So orientierte sich Alex in Richtung Skiff. Das könnte cool sein, Spaß machen und neue Eindrücke liefern.

Er setzt sich ins Auto nach Dänemark. Dort steht das Objekt der Begierde. Ein 14-Footer, der die Regattabahnen in Europa kennt, aber seine beste Zeit schon hinter sich zu haben scheint.

Mit einem Freund bemüht sich der Bayer, etwas von dem alten Glanz und der Schnelligkeit dieses Bootes zurückzubekommen. Der Rumpf wird High-Performance-mäßig behandelt, das Segel geflickt und der Ausflug ans Zwischenahner Meer vorbereitet. Die Crew stellt fest, dass das Segeln eines Skiffs schwieriger ist als es aussehen mag, und so verbringen die Jungs mehr Zeit im als auf dem Wasser.

Die Leidenschaft für den Sport kommt durch die vielen Schwimmeinlagen aber nicht abhanden. Der Sprung zum Katamaran zeichnet sich jedoch ab!

Aus irgendeinem Vorgarten wird ein Nacra 17 ausgegraben. Nicht so ein High-Tech-Karbon-Rigg-Krummschwert-Renner wie er für 2016 im olympischen Programm ist, sondern ein Oldtimer aus den 80er Jahren, mit dem Nacra schon einmal versucht hat die Szene aufzumischen.

Nach Trainings und Regatten bei den „großen“ 18ern macht sich das Team auf, um zwei der ganz großen Katamaran-Rennen zu besuchen. Die Langstrecke durch die Lübecker Bucht fällt noch dem schwachen Wind zum Opfer, aber bei der berühmt, berüchtigen Round Texel Regatta weht es am ersten Tag die Kühe vom Deich. Dennoch kommen die beiden dann umringt von mehreren hundert Katamaranen voll auf ihre Kosten.

Es ist ihr absoluter Höhepunkt, der nur noch von dem spektakulären Absturz am Steinhuder Meer getoppt werden kann. Die Frage ist nur immer noch nicht beantwortet, was tatsächlich passiert ist. Hat das lange Schwert den Grund berührt? Oder gab es sogar eine Kollision am Rumpf? Die beiden Piloten sind sich nicht sicher …

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Maximilian Said

... berichtete direkt von den Trials der neuen Olympia-Klassen für 2016 aus Santander/ESP. Max segelt seit drei Jahren im internationalen F18 Regattazirkus und gehört zum deutschem Nachwuchs mit Perspektive, vielleicht sogar mit Kampagnen Ambitionen.
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4 Kommentare zu „Video Fundstück: Abgang in Steinhunde; F-18 Junioren-Spaß“

  1. avatar Max sagt:

    Das Steinhuder Meer ist extrem flach und dicht bewachsen. An den meisten Stellen kann man stehen, ich vermute eine Pflanze, in die der Bug einhakte.

    Trotzdem geniales Revier, ich war selbst mit einem 49er dort lange mit viel Spaß unterwegs!

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  2. avatar Claus sagt:

    Max wrote: “Extrem flach und dicht bewachsen”

    Nonsense !

    Es gibt ein paar flache Stellen in der Nähe der Badeinsel und der Weissen Düne, wo sich die Windsurfer und Kiter tummeln.

    Beeinträchtigungen durch Wasserpflanzen habe ich in den letzten Jahren nicht feststellen können.

    Fazit: Ein tolles Revier für Jollen und Jollenkreuzer. Kajütbote mit Festkiel sind jedoch besser an der Küste aufgehoben.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 3

    • avatar Jorgo sagt:

      Moin Claus,
      natürlich ist flach oder extrem flach relativ …. ein Meter, drei Meter ?????

      Tatsache ist, das man mit einigen Booten (z.B. F 18, 1,10 – 1,30m Tiefgang) dort nicht überall voll Schwert fahren kann bzw. riskiert, auch mitten auf dem See irgendwo am Grund anzuecken. Mir persönlich ist das schon vor Jahren mit meinem HC Tiger passiert: In voller Fahrt mitten auf der Regattabahn tat es einen Schlag, das Boot bliebt kurzzeit etwas stehen und unten am Schwert war das Gelcoat abgeplatzt.
      Oder gibt da etwa Killer-Haie, die auf schnelle Schwerter stehen?
      Im Ernst:
      Tunlichst segeln wir dort also mit etwas gelupften Schwertern und haben trotzdem viel Spaß, denn es gibt dort auch bei viel Wind so herrlich glattes Süßwasser. Da kann man dann heizen, heizen, heizen…. .

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      • avatar Claus sagt:

        Jorgo, es ging darum, dass das Steinhuder Meer wegen zu geringer Tiefe und “dichtem Bewuchs” quasi als unsegelbar dargestellt wurde.
        Die WVStM führt dort jedoch hochrangige Wettfahrten (Deutsche Meisterschaften) in vielen Bootsklassen durch:
        http://www.wvstm.de/6.html
        Da sogar die Hansajollen (Kielschwerter mit 0,50/1m Tiefgang) dort den Deutschlandpokal ausrichten, kann es dort nicht extrem flach sein.
        Ich selbst hatte mit ca. 1 m Tiefgang noch nie Probleme. Selbstverständlich bleiben Dümmer und Steinhuder Meer jedoch Flachseen, die für Boote mit grösserem Tiefgang ungeeignet sind.

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