Knarrblog: Das Class40 Abenteuer mit “mare” beim Atlantic Cup Inshore

Irre Beschleunigung

Zweiter Tag mit den zwei Abschlussrennen
Zusammenfassung des erste Tages. (Blöderweise inklusive des schrecklichen Starts im ersten Lauf)

Es schien eines dieser langweiligen Skippers-Meetings zu werden. Diese Tonne wurde aus dem Kurs gestrichen, so funktioniert der Start, hinter den Lobster-Pods wirds flach, Sonntag ist Prize-Giving mit Dinner, noch irgendwelche Fragen?

Der Amerikaner Joe Harris (53) meldet sich zu Wort. Er hätte gesehen, dass “mare” seinen Mastfall für das Inshore Race verändert hat. Das sei doch doof, verboten und überhaupt. Er wolle protestieren.

Jörg zuckelt nebenan unruhig auf seinem Stuhl. Dann bricht es aus ihm heraus: “Och nöö guys, nicht schon wieder. Das war doch geklärt.” Vor versammelter Mannschaft versucht er sich zu verteidigen.

Es wird laut im Zelt. “mare macht die Klasse kaputt”, ruft Harris. Jörg redet sich in Rage, die Segler diskutieren, einige springen Jörg bei. Jeder dürfe doch sein Setup ändern, nur während des Segelns sei es verboten. Die Wettfahrtleitung sagt, sie sei nicht zuständig. Rote Köpfe, erhitzte Gemüter.

Ooops, wo bin ich denn da reingeraten? Das kann ja heiter werden. Die neue Class40 „mare“ ist nicht gerade beliebt, seit sie Rennen gewinnt. Die meisten Franzosen scheinen sich damit zu arrangieren, dass Pokale nach Deutschland gehen, aber auf der anderen Seite des Teichs ist das offenbar anders.

Egal, wir haben nicht vor, Rücksicht zu nehmen. Denn „mare“ mag zwar schnell sein auf hoher See, aber für Flachwasser-Inshore-Rennen wurde sie nicht gebaut. Das wird kein Selbstgänger.

Das "mare" Team bei der Arbeit in Newport. © Billy Black

Dafür hat Jörg ein starkes Team zusammengestellt. Schon nach den zwei Trainingstagen ist zu erkennen, dass Tony und Nat auf dem Vorschiff einen exzellenten Job machen. Auch Phil, der hier offenbar so etwas wie eine Segellegende ist, strahlt eine angenehme Ruhe aus. Allein seine Anwesenheit flößt der Konkurrenz Respekt ein.

Toll, jetzt kann eigentlich nur ich es an der Pinne noch verbocken. Genauso geht es los. Beim Starttraining habe ich die Jungs noch mit Time on Distance Trainings genervt, um ein Gefühl für die Beschleunigung zu bekommen. Außerdem gibt es auch noch die Aufgabe, in der Nähe des einen Gegners zu bleiben, der nach den ersten beiden Atlantic Cup Etappen nahe dran liegt.

Und, was passiert? Klar. Viel zu vorsichtig, viel zu spät. Diese Teile beschleunigen zwar unglaublich, wenn sie mit ihrer Mega-Schwinge etwas Wind fangen. Aber so doll dann auch wieder nicht. Toni rudert wie wild mit den Armen auf dem Vorschiff, was “Beeilung, Beeilung”, bedeuten soll.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Knarrblog: Das Class40 Abenteuer mit “mare” beim Atlantic Cup Inshore“

  1. avatar Marc sagt:

    Hat sich der “Ausflug” ja gelohnt. Glückwunsch noch Mal.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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