Knarrblog: Das erste Mal 2.4 mR – Deutsche Meisterschaft auf der Alster

"No crew no cry"

“Lust, die 2.4mR IDM beim NRV zu segeln?” Eine nette Idee von Ulli Libor. Der legendäre Doppel-Olympamedaillen-Gewinner hat seinen Drachen durch einen 2.4 ersetzt und ist fasziniert.

Libor will die Faszination teilen, die er seit seinem Umstieg in die 2.4-Klasse dort erlebt hat. Sein Schiff heißt nicht ohne Grund “No crew No cry”. Er war den Aufwand in der Drachenklasse, die er auf höchstem Niveau gesegelt hat, leid, und segelt nun schon in der zweiten Saison mit Begeisterung das 4,18 Meter kurze Schiffchen.

Der 2.4 hat eine gewisse Bekanntheit durch den Einsatz als Paralympics-Klasse erlangt. Heiko Kröger (51) segelt das Schiff in Perfektion, holte Paralympics-Gold in Sydney und achtmal den Para-World-Titel. Seit Jahren liefert er sich mit den besten 2.4 Seglern Duelle an der Spitze.

Schief Segeln beim Erstversuch auf der Alster.

Für die Klasse ist das ein Segen, aber auch Fluch zugleich. Sie wird als Behinderten-Boot wahrgenommen, und das ist sicher eine Stärke. Denn wohl in keiner anderen Sportart können Aktive mit Handicap so sehr auf Augenhöhe miteinander konkurrieren, wie beim 2.4.

100 Schiffe aus 25 Nationen

Dabei wird aber oft vergessen, dass die Klasse auch für sich alleine ohne den Pralympics-Aspekt attraktiv ist. Bei den Weltmeisterschaften sind in der Regel 25 Nationen mit über 100 Schiffen vertreten. Davon mögen dann 20 Prozent behindert sein. Und dann ist es umso bemerkenswerter, dass Heiko Kröger auch diese offene WM schon mehrfach gewonnen hat.

Ulli Libor gefällt einfach der Sport mit den Booten. Und das möchte er mit seiner Promotion für die Klasse bei der 2.4-Meisterschaft auf der Alster betonen. Er hat extra ein Boot gekauft, das er an seinen Bruder Klaus vergibt und vor der IDM auch zum Training auf der Alster zur Verfügung stellte.

Welche Strippe auf der Klaviatur muss man ziehen. Es gibt jede Menge Trimmeinrichtungen.

Kröger fasst zusammen: “Die 2.4mR hat klassische Linien ist aber trotzdem sehr modern. Das Boot ist anspruchsvoll aber trotzdem gut beherrschbar. Es erfordert viel Erfahrung und Gefühl, schnell zu sein. Da ärgert es mich sehr, wenn über das Boot als „Behindertenklasse“ oder nur „paralympischer Klasse“ gesprochen wird. Das wird ihm Boot überhaupt nicht gerecht. Wir segeln auf einem seglerisch sehr hohem Niveau – es ist egal, ob man groß oder klein, dick oder dünn oder behindert ist oder eben nicht.“

IDM mit 32 Schiffen

So weit so gut also. An den nächsten Tagen werde ich es versuchen, wie es funktioniert. Die ersten Gehversuche waren schon einmal überraschend kompliziert – wie oben im Video zu sehen.

Ab Freitag startet dann die IDM mit 32 Schiffen beim NRV auf der Alster. Auch Teilnehmer aus Großbritannien, den Niederlanden und Belgien sind dabei. Ich bin wirklich gespannt, wie es funktioniert.

Klar ist schon einmal, dass dieses Boot taktisch sehr anspruchsvoll ist. Bei einer Wende verliert man im Vergleich zum relativ geringen Speed sehr wenig Meter. Und der 2.4 segelt erstaunlich hoch. Deshalb lohnt es sich, jeden größeren Winddreher mitzunehmen. Vor dem Wind wird es dann mit dem Schmetterling-Segeln etwas schwierig. Wie ist der richtige Winkel, wo befindet sich die richtige Strippe. Mal sehen. Die ersten Meter haben schon mal Spaß gemacht. Nun ist die Frage, wie es sportlich hinhaut.

Weitere Informationen zu der Regatta sowie zu der Bootsklasse finden Sie unter: www.2punkt4.online 

 

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Knarrblog: Das erste Mal 2.4 mR – Deutsche Meisterschaft auf der Alster“

  1. avatar Seschler sagt:

    Echt Interessant!!! Ich dachte auch immer, dass die 2.4mR eine REINES Behindertenboot ist. So geht es vermutlich vielen Seglern.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  2. avatar sid vicious sagt:

    Meter Klasse Yachten sind eben cool!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  3. avatar Andreas Borrink sagt:

    Lustiges Video! Wenn man so ein Teil noch nicht gesegelt ist, sollte man meinen, das sei ganz einfach…….offenbar falsch. Bin mal gespannt, wie ein Meister der Meister sich da schlägt!?

    Viel Glück jedenfalls – wir werden beim Bundesliga-Publicc Viewing am Samstag immer mal aus dem Fenster schauen!

    http://hamburger-segel-club.de/public-viewing-im-hsc-zum-bundesligafinale/

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