Knarrblog: J/70 Alster-Training für die Segel-Bundesliga mit 14 Schiffen

Gesichtslähmung

Man mag  ja manchmal von sich denken, ein ziemlich entspannter Typ zu sein. Aber dieses Bild vom Liga-Training auf der Alster ist dann doch etwas erschreckend.

Etwas angespannt. © Sven Jürgensen

Etwas angespannt. © Sven Jürgensen

Es mag dieser Moment gewesen sein, als sich der Kahn so angebunden fühlte. Irgendwie wollte er nicht, blieb immer im Verkehr hängen und wollte die Sporen fühlen. Man kann sich so was ja gut einreden auf einem Segelschiff. Und Möglichkeiten für die eingebaute Bremse gibt es genug. Fock,  Groß, Masttrimm, Wantenspannung? Oft ist es auch ein verkrampfter Steuermann. So mag es auf dem Bild aussehen.

Segel Bundesliga Training

(BilderStory klicken) Bis zu 14 J/70 trainierten am Wochenende auf der Alster. © Sven Jürgensen

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Warum fährt diese Kiste denn nicht? Was möchte sie geflüstert bekommen? Was will sie sagen? Vor einem der vielen Starts krängen wir das Schiff schließlich, um im Alster-Modder-Wasser einen Blick auf den Kiel werfen zu können. Mitja klettert in den Mast, um den Hebel für die Kippe zu verlängern, David hängt sich ans Want und Miklas beugt sich über die Seite, um einen Blick auf den Kiel werfen. “Jo, da hängt ein Ast!”

Wow, was für eine Erleichterung. Danach mag sich die Gesichtslähmung etwas gelockert haben. Hoffentlich! Vielleicht sehe ich auch immer so aus.

Wie auch immer, das Training auf der Alster war perfekt. 14 J/70 waren teilweise an den permanenten Kurzrennen beteiligt. Eigentlich schon fast zu viele, da bei der Liga jeweils nur sechs Boote an den Start gehen. Aber es gab ordentlich Sonne, guten Wind, enge Situationen, Regeldiskussionen und taktische Varianten zuhauf.

Erstmals war auch der SLSV aus Steinhude beim Training dabei, der in Glücksburg gegen 57 Vereine souverän den Aufstieg in die zweite Liga geschafft hat. Steuermann Florian Reichel, der erfolgreich 15er Jollenkreuzer gesegelt ist, zeigte mit seinem Team gegen viele Erstligisten, dass sich der SLSV in der Zweitliga-Saison durchaus nach oben orientieren könnte.

Spannend war auch der erste Einsatz des Frauen-Teams um Steffie Köpcke, die 2016 für den Mühlenberger Segel-Club an den Start gehen will. Für die ersten Gehversuche mit der J/70 holte sie sich unter anderem Florian Weser (NRV) und Cedric Menzel (FSC) an Bord.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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