Knarrblog: Liga-Training mit Hindernissen – Rechts vor Links statt Lee vor Luv

Speichelfetzen wehen über den See

“Raum, Raum!” Tobi Schadewaldt kann es nicht fassen, dass er gemeint sein soll. Der 49er Olympiateilnehmer und Sieger der ersten Bundesliga-Regatta 2016 für den NRV segelt mit seiner J/70 kreuzt mit Wind von Steuerbord über die Alster als eine Dyas unter Spinnaker von Luv auf ihn herunter stößt.

J/70 NRV Training

NRV-Zweikampf unter dem Alster-Ufer. © Sven Jürgensen

Der Skipper schreit, die Stimme überschlägt sich, Speichelfetzen wehen über den See. Er dreht mit flatterndem Spi in den Wind und tobt. Besonders die Nichtbeachtung seiner Person scheint er als außerordentliche Provokation zu empfinden.

Der NRV-Steuermann bleibt ruhig sieht immer noch ungläubig herüber. Erst recht als er hört: “Rechts vor Links!” Das ist also. Der Dyas-Segler wähnt sich im Recht, weil er sich auf der rechten Seite des Kollisionsgegners befindet.

J/70 NRV Training

Wir üben den Butterfly-Move. © Sven Jürgensen

Tatsächlich ist es auch so auf der Alster. Sie gehört zu den Randgebiet des Hamburger Hafens. Und damit gilt die Hafenverkehrsordnung sowie das Hafenverkehrs- und Schifffahrtsgesetz. Alster Sportfahrzeuge mit kreuzenden Kursen müssen nach der Regel “Rechts-vor-links” ausweichen, und Segelboote auch. Es sei denn, sie befinden sich in einer Regatta.

Aber das trifft ja auch zu. Schadewaldt segelt eher selten nur so zum Seele-baumeln-lassen über einen Teich wie die Alster. Wir befinden uns mit unseren Teams im Infight bei der Suche nach dem schnellsten Weg zu Luvtonne.

Aufmerksamkeit schulen

Es ist das letzte Liga-Training vor dem dritten Bundesliga-Spieltag in Travemünde, bei dem unser NRV-Team in dieser Besetzung erstmalig antritt. Und Tobi trainiert mit seinen Jungs für die beiden Champions-League-Events in St.Petersburg (Qualifikation) und Porto Cervo (Finale). Die Entdecker und Seefahrer sind noch dabei, der Blankeneser Segel-Club und der SMCÜ vom Bodensee.

Da werden die Ausweichregeln im Liga-Modus ohnehin bis aufs Äußerste strapaziert. Aber wer denkt da an “Rechts vor Links” auf der Alster?  Bei einem Schönwetter-Wochenende wie diesem, ist der See natürlich voll. Ständig treibt einem etwas Schwimmendes vor den Bug.

Das mag die Aufmerksamkeit schulen. Aber diese spezielle Regel-Auslegung ist wenig zielführend. Obwohl, das wäre doch ein Spaß, wenn ich das am Wochenende mal in Travemünde beim Liga-Einsatz ins Spiel bringen würde. Könnte ein großer Spaß werden.

 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Knarrblog: Liga-Training mit Hindernissen – Rechts vor Links statt Lee vor Luv“

  1. avatar Robert Strobach sagt:

    Regattateilnehmer untereinander weichen nach den Wettfahrtregeln aus. Der Dyas also nicht. Was für ein überheblicher Beitrag …

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      da magst du etwas falsch verstanden haben, oder es ist missverständlich erklärt. ich dachte, “Tatsächlich ist es auch so auf der Alster” würde es klar machen. natürlich ist der dyas-segler im recht. eine trainingsregatta zählt nicht offiziell als regatta. es gelten die alster-regeln.

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  2. avatar Fakten-Check sagt:

    ” Es sei denn, sie befinden sich in einer Regatta. Aber das trifft ja auch zu.”

    Hier irrt der Sesselreporter:

    1. Denn die Wettsegelbestimmungen gelten nicht während des Trainings sondern nur während einer offiziellen Wettfahrt.
    2. Auch während einer Regatta gilt auf der Alster rechts vor links, denn es handelt sich um eine gegenüber den Wettsegelbestimmungen übergeordnete Regelung. Wenn ein nicht an der Regatta beteiligtes Fahrzeug von rechts kommt, hat es Wegerecht.

    Sehr unschön ist die folgende Äusserung: “Speichelfetzen wehen über den See….” Dies erinnert uns leider sehr stark an den verbalen Fehlgriff gegenüber Bobby Schenk.

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  3. avatar Olli Schmidt-Rybandt sagt:

    Verbaler Fehlgriff gegen Bobby Schenk? Ich kenne es nur anders herum.

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  4. avatar Fakten-Check sagt:

    Segelreporter: “Etwas Geifer mag auf die Tastatur tropfen als er böse zischelt: „Das sollte man so nicht durchgehen lassen.“

    https://segelreporter.com/panorama/volvo-ocean-race-bobby-schenks-hasspredigt-zum-vestas-ungluck/

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    • avatar Robert Strobach sagt:

      Das Statement pro Segeln und gegen Bobby Schenk trifft in der Sache voll den Punkt. Was den Dyas-Segler betrifft, liegt CK die Vorfahrtsregeln auf seinem Vereinsrevier erklärend leider daneben. Man kann sich fragen, warum der Dyas-Segler seine Vorfahrt gegenüber der nicht zu übersehenden Trainingsflotte unbedingt erzwingen will. Muss ja nicht sein. Im Recht ist er trotzdem. Das gilt auch für Leute mit sich überschlagenden Stimmen und feuchter Aussprache. Vielleicht organisiert der NRV im kommenden Winter für seine Bundesligasegler-Asse mal Einführungskurse in die Herausforderungen der Alster-Segelei.

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  5. avatar Friedrich sagt:

    Doch, Carsten, bitte viel mehr Unkorrektes, Anarchisches, Gegen-Bobby-Sch’iges schreiben. Das hier ist für die Netten, die Racer, die auch mal Unkorrekten, die Nicht-Immer-Alles-Besserwisser, die (wie Du) Fehler-Einräumer unter den Segel-Menschen. Die Schiffahrtsstraßenordnungleser, Hilfs-Waspos, Vorfahrtrechthaber, Positionsleuchtenschonvorsonnenunterganganschalter, Flaggenordnungsfetischisten, Aufdemstegabwaschenkomischangucker, Faktenchecker usw., müllert Euch aus, wie Ihr wollt, sorgt für meine kopfschüttelnde Unterhaltung. Aber Carsten, weiter so. Auf’m Wasser und im Netz!

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  6. avatar Harald Stoppel sagt:

    Moin moin,

    ich bin auch seit Jahren regelmäßig auf der Alster unterwegs (Freizeit/Training/Regatten) und habe bereits eine ähnliche Situation mit dem NRV-Training erlebt. Die Trainierenden ignorierten völlig die rechts vor links Situation. Auch andere Segler haben mir bereits von solchen Erlebnissen berichtet.

    Im Eifer des Gefechts kann es immer mal passieren, Regeln zu verwechseln, oder die Situation schlichtweg falsch einzuschätzen. Das ist kein Problem. Doch wenn man die Segler darauf anspricht und patzige Antworten bekommt, dann ist das durchaus ein Problem!

    Entweder kennen die Trainierenden die Regeln nicht oder sie ignorieren die Regeln. Beides nicht schön.

    Regelhinweis: Die WR gelten wenn überhaupt nur unter den Regattateilnehmern oder (falls abgesprochen) im Training zwischen den trainierenden Booten. Gegenüber allen anderen gelten die Regeln der Hafenverkehrsordnung. Falls die nicht greift, dann gilt die SeeSchStrO. Es gilt also auf der Außenalster sehr oft (aber nicht immer) einfach rechts vor links.

    Sportliche Grüße

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