Nur eben den Mund ausspülen. Den säuerlichen Geschmack vom verlorenen Kampf mit der Seekrankheit auslöschen. Es ist 5 Uhr morgens. Endlich liegt dieses verdammte Schiff im Hafen Hohe Düne. Das Stampfen, Krachen, Bocken ist vorbei. Nur der Wind pfeift noch im Rigg. Es nieselt.
„Willst du auch?“ Christoph nickt. Tropicana Orangensaft steht auf der Flasche neben Uwes Pritsche. Ich fülle die beiden Alubecher auf. Ein kräftiger Schluck…Bäääh. Das Gesöff landet wieder im Becher. Damit stimmt was nicht. Uwe steckt seinen Kopf zum Niedergang herein. Sein Blick fällt auf mein Gesicht, auf die Flasche. „Ihr habt doch nicht? Aus meiner Pinkelflasche…?“ „Bäääh!!!!!!!“
Der passende Abschluss für ein ziemlich misslungenes Abenteuer. Meine erste Langstrecke. Uwe hatte angerufen. Bei Bornholm Rund wollte er erstmals seine neu erworbene Class40 im Wettrennen testen. Nach meinen Riechers Abenteuern dachte er, ich könnte auch den älteren Klassen-Kollegen ordentlich über den Parcours bringen. Die ehemalige „Red“ von Mathias Müller von Blumencron heißt jetzt „Rote 68“. Zu viert sollte es auf die 270 Meilen gehen, aber ein Mitsegler fällt kurz vor dem Start noch aus.
Ein gutes Stück Arbeit mit dem heißen 40 Fußer. Zumal der Wetterbericht nichts Gutes verheißt. Schon beim Start vor der Mittelmole in Warnemünde wird es eng. Mit Motor und stehendem Groß ist dass Geschoss schwer zwischen den 65 kreuzenden Yachten und einlaufenden Fähren herumzusteuern.
Wir hetzen hinterher
Eigentlich wollen wir noch ein paar Manöver üben. Aber dann wird es doch zu spät. Ohne Vorsegel geht es über die enge Linie. Dafür soll der 170 Quadratmeter A2 Gennaker schnell aus seiner Socke. Na ja, irgendwas ist vertüddelt. Die Jungs asten auf dem Vorschiff. Nach gefühlten 15 Minuten bläht sich das Tuch. Wir hetzen hinterher Richtung Kadett-Rinne.
Uwe sagt: “Mir graut jetzt schon vor der Halse”. Und richtig. Etwas zu viel Lose in der Schot und das Tuch dreht sich um sich selbst, verdreht hoffnungslos, muss runter. Wieder zerren wir an dem Stoff. Ich bin langsam genervt. Das Feld zieht davon, aber Dieter bleibt dran.
Der Mann ist ein Kämpfer. Er war schon mit Wolfgang Quix beim Twostar Atlantik-Rennen unterwegs und hat für Langfahrten in den Norden den Trans Ocean Preis gewonnen. Den Bootsbauer bringt nichts so leicht aus der Ruhe, selbst wenn er seiner Frau zuliebe auf ein Motorboot umsteigen muss, das er in sechs Jahren dann auch selbst gebaut hat. In den 80ern stürzte er sich als Base-Jumper per Fallschirm von Klippen und Gebäuden.
Schließlich ist die Blase doch noch entwirrt, steigt wieder in den Mast, weiter geht´s. Bei ordentlichem Mittelwind schieben wir uns wieder an das weit aufgefächerte Feld heran. Das sollte auch so sein. Auf dem Papier ist die “Rote 68″ immerhin das viertschnellste Boot.









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großartig! herrlich geschrieben Carsten!
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Während des Rennens konnte ich nicht verstehen, warum Ihr aufgegeben habt. Nun wird es klarer. Spitzenmäßiger Bericht! Die Steigerung der Tortur mit einem 40 aufzukreuzen, wäre der Mini…
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Genau das gab es dieses jahr beim Mini-Fastnet 140sm zurück kreuzen … mit 6,5m Länge und Wind bis 30kn und Wellen aus fast allen Richtungen …
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Einfach nur ehrlich !
Danke Carsten !
Hätte Euch gewünscht, ohne Schaden
zu beenden.
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Spitzenbericht! Völlig klar, dass der ‘ne Weile brauchte… Kompliment!
Nächstes Jahr neuer Anlauf? ;o)
Gruß aus Rostock
martin
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Klasse Bericht danke,
mir gings auf der Kreuz zurück ähnlich, aufbauend zu lesen das ich nicht der einzige war
matches
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Sehr schöner Bericht !
Mich interessiert jedoch auch, wie es zu dem Desaster kommen konnte.
Zu kleine unerfahrene Mannschaft ? (Beim Fastnet-Race waren 5 Mann an Bord.)
Was war der Grund für die vielen Sonnenschüsse ? (Zu grosseSegelfläche ? Fehlkonstruktion ?)
Beim Fastnet-Race wurde das Schiff immerhin 3. von 20 Yachten mit Stärken am Wind und Schwächen raumschoots. Das Schiff wurde auffallend schnell wieder verkauft.
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Das Boot ist mit Sicherheit keine Fehlkonstruktion, wie auch das Abschneiden der Schwesterschiffe bei verschiedenen Regatten gezeigt hat. Das Problem bei sehr böigen Bedingungen ist ein anderes: will man in den Böen richtig besegelt sein, wird man die übrigen 90% der Zeit zu wenig Tuch tragen. Wir haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, das vom Konstrukteur für 8 Beaufort vorgesehene Setup (A2, Wasserballast und evtl. 1. Reff im Groß) zu segeln. 245qm Segel sind bei 34 Knoten Wind für ein 4,7 Tonnen Boot sehr viel Tuch (19,2 KG pro qm Segelfläche -> ähnlich wie ein Segelflugzeug vom Typ ASK 13!). Das kann gut gehen aber wenn man einen Tick zu hoch pokert, geht es halt schief. Sieht man einmal von den entstandenen Kosten ab, war es ein tolles Erlebnis. Und das ist doch der Grund, warum wir segeln, oder?
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Ich bedanke mich für die freundliche Erklärung. Schade, dass der 4. Mann nicht an Bord war, denn dann hätte man es mit einer besser an die Bedingungen angepassten Segelfläche/Trimm vermutlich bis ins Ziel geschafft. Als ich auf den Tracker schaute, lag die Rote auf Platz 4. Das “Erlebnis” hätte also noch wesentlich toller ausfallen können
Beim nächsten Mal wird’s schon klappen ! Ist schon ein weiterer Regatta-Start geplant ?
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…ohne Erfahrung auf so einem Schifftyp (unter den Bedingungen) ist es mehr als optimistisch über die empfohlene Konfiguration hinauszugehen. Was nützt es einem, wenn man 90% der Zeit (unter Spi) besser performt, wenn man nicht die nötige Erfahrung hat das Teil heil über die Bahn zu bringen. Wenn man nicht ins Ziel kommt, nützt einem die beste Performance nichts. Aber jeder Anfänger darf ja Fehler machen.
Vielen Dank Carsten für den offenen und selbstkritischen Bericht.
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…bisschen Galgenhumor ist aber schon dabei, oder?
Danke für den tollen Bericht.
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Klasse Bericht. Aber so eine Class 40 ist eben keine Hanse. Eine Regatta ohne Training ist Quatsch. Was soll der Unsinn?? Da sollte der gute Uwe etwas umsichtiger sein. Macht doch erst einmal einige Testschläge mit der Zicke. Das ist kein Spielzeug….
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Regatta segeln ist das beste Training, was es gibt…
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cooler Bericht, nur schade um das schöne Segel……….
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Danke, für die offene und ehrliche Erklärung!
Trotz Deines sicher gemeinen Nauseaproblems bin ich neidisch auf die Erfahrungen,
die Ihr gemacht habt, auch wenns weh tat… hinterher ist man immer schlauer.
Auf so einemg**** Teil, sind die wenigsten schon selbst offshore gesegelt.
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Hier noch ein paar Infos zum Schiff: http://www.owenclarkedesign.com/Class40OpenRacingYacht
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Was mich interessien würde:
Wie schafft z.b. ein Riechers so ein Schiff alleine zu segeln?
Oder ist neueres Design anders im Handling?
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Einen Class 40 zu segeln ist kein Hexenwerk – nur Handwerk. Aber auch dieses Handwerk muß kennengelernt werden. Das in einem Renne zu tun ist doch völlig OK.
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OK ist es schon, wenn es auch etwas ins Geld (6000 EUR) geht
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Für 900 Euro will man bei North Sails in HH aus zwei Teilen wieder eines machen…
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Vorbereitung 5, Seemannschaft 6. Vielleicht einmal bei MvB in die Schule gehen. 22 Ausfaelle bei solchen kommoden Ostseebedingungen, lassen an der Klasse und der Qualifikation der Teilnehmer zweifeln.
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Dieses Jahr ging es doch noch. 2005 sind von 60 Startern nur 12 angekommen. Wie oft bist Du das Rennen schon gefahren und wie oft hast Du es gewonnen, daß Du so schnell Zensuren verteilst?
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kurze frage… hast du mitgesegelt? wenn nein, würde ich die Beurteilung mal lassen, bis Bornholm war alles in Ordnung, der Rückweg war das schwierige. kreuze mal bei 3-4m welle die steil und spitz ist … das kracht wie sonst was.. viel spaß dabei
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Na, da hab ich ja ein Fass aufgemacht. Also bei 30 kts Wind fangen mal gerade bft 7 an und die gab es mal gerade in Spitzen und nicht einmal fuer alle?! Und 30 Prozent schaffen es nicht dagegen aufzukreuzen? Und dass bei Süd-westlichen Winden, right? Das gibt es doch gar nicht . . .
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Danke für’s mitsegeln lassen! Das ist Adrenalin für den Montagmorgen-Schreibtisch.
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Laser 1982, da haben wir ja einen ganz Großen!
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Was soll man denn bei den Mittelrheinischen Verkehrsbetrieben lernen?
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Ach Hannes, ich dachte das wäre Englisch und würde für “Man versus Boat” stehen
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Einfach herrlich & ehrlich! Bitte, bitte mehr davon, auch von Euren Drachen-Alster-Abenteuer!
Ach ja, Ihr könnt mich nächstes Mal gerne anrufen, wenn spontan jemand abspringt!
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Schöner beriech.
Ich kenne das Problem.
Bin zwei Mal mit einer Rommel 33 rum gesegelt
Und einmal mit meiner Sprinta Sport .
Bei der ersten Tour haben wir auch viel wind gehabt und meinen Margen war auch gereizt. War die ganzen 48 stunden die wir unter Wegs waren an deck wollte auch nicht runter.
Bei meiner Sprinta Sport Tour Rund Bornholm konnte ich als einziger schlaffen. Dar Gings den andern schlecht.
Mann kann es nicht steuern.
Aber es ist immer wieder schön wenn Mann sagen kann wir haben es Geschafft rum zukommen und wieder in Warnemünde anzukommen.
Bis dann
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