Knarrblog RUND UM Bodensee: 27,3 Knoten auf Marazzis GC32 Katamaran

Nass, kalt und extrem schnell

Flavio Marazzi ist mit seinem neuen GC32 Katamaran dritter bei der Bodensee RUND UM geworden. SegelReporter war dabei. Reportage von einem denkwürdigen Extremerlebnis.

Regen klatscht ins Gesicht, Wasser schießt in Fontänen unter dem Trampolin hoch, die Nacht ist stockfinster. 27 Knoten stehen auf der Uhr. Das wird jetzt haarig. Der Bodensee ist aufgewühlt. Irgendwo werden 30 Knoten Wind gemessen. Immer wieder krachen die Bugspitzen in unsichtbare Wellentäler. Die wilde Fahrt stoppt abrupt, aber der Auftrieb der Schwimmer reicht aus, um hindurch zu stechen.

Die Aufholjagd ist in vollem Gange. Der Tracker wird später zeigen, dass unser GC 32 Katamaran vom Team Marwin an der Wendemarke vor Überlingen gut 20 Minuten hinter der Spitze auf Platz vier liegt. Wir wissen es nicht. Nur, dass der Kat jetzt seine Starkwind-Fähigkeiten ausspielen sollte.

Es ist 22:41 Uhr, als sich die beiden Ventilo M2 Kats “Sonnenkönig” und “Skinfit” überschlagen. Ihre Leichtwind-Raketen müssen extrem schwer zu bändigen sein. Laut Tracker-Linie sehen wir später, dass wir die bis dahin führende “Skinfit” fast über den Haufen gefahren haben. Das durchgekenterte Schiff treibt im See und soll mit Lichtern markiert sein, aber wir haben keine Ahnung von den Dramen, die sich nur wenige Meter entfernt im zehn Grad kalten Wasser abspielen.

Bodensee Rund Tracker Start

Die Situation der schnellen Gruppe 1 kurz nach dem Start. In der Mitte Flaute, oben und unten zieht es. (Klick für den Ablauf der Regatta als BilderStory)

Dann erwischt es uns. Eine Böe knallt aus südwestlicher Richtung mit unbändiger Kraft in das Rigg und wuchtet mit dem 16,5 Meter langen Mast-Hebel die Bugspitzen tief unter Wasser. Das abrupte Abstoppen lässt uns nach vorne fliegen. Ich knalle mit dem Oberschenkel gegen etwas Hartes und schrotte das Kamera-Display in der Ölzeug-Tasche, Christoph vor mir prallt mit dem Handgelenk gegen die Winsch und hält den Arm im ersten Moment für gebrochen, Flavio hinter mir schleudert nach vorne und schlägt wohl mit dem Kopf auf die Winschkurbel.

Gleich schlägt der Mast auf

Das Schiff tanzt eine gefühlte Ewigkeit auf den Bugspitzen. Abspringen oder am Trampolin festkrallen? Die Kiste kippt, dreht sich korkenziehermäßig durch das Wasser, gleich schlägt der Mast auf.

Doch das scheinbar Unvermeidliche passiert nicht. Der Druck im Rigg lässt nach. Die L-Foils am Ruder klatschen wieder in den See. Ohrenbetäubend schlägt der Gennaker. Ich springe Vorschiffsmann Diego Stefani hinterher, dem Profi aus Uruguay, um mittschiffs an der Roll-Leine das Tuch einzuwickeln.

Flavio sitzt benommen am Heck. Er murmelt unverständliches Zeug ist offenbar leicht weggetreten. Der Schlag gegen den Kopf macht ihm zu schaffen. Ich krabbel nach hinten und drücke ihm die Pinne wieder in die Hand. Ein kurzes Schütteln, checken, was mit Christoph ist, der beißt die Zähne aufeinander, die Jagd geht weiter. Nach vorne muss noch was drin sein.

Wir hecheln immer noch den Spitzenbooten hinterher. Nach der Tonne in Überlingen zogen schemenhaft Lichter in Gegenrichtung vorbei und nährten die Erkenntnis, dass in der Dunkelheit doch noch Gegner voraus liegen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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27 Kommentare zu „Knarrblog RUND UM Bodensee: 27,3 Knoten auf Marazzis GC32 Katamaran“

  1. avatar Marc B. sagt:

    Großartiger Bericht! Vielen Dank

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  2. avatar Skiffi sagt:

    Der Bodensee scheint ja regelrecht ein zweites Kap Hoorn zu sein, wenn man andauernd diese dramatsichen Berichte liest 😉

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    • avatar ac sagt:

      Da musste ich allerdings auch schon schmunzeln. Ggf. kommt das VOR ja für eine Etappe vorbei.

      Ich möchte allerdings anmerken, dass man die wahre Härte dieser Regatta nicht an Wind und Regen erkennt sondern daran dass man um 13:00 vor Meersburg dümpelt (bei 0,001 Bft. egal in welcher Richtung).

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      • avatar Drahtzieher sagt:

        Völlig richtig, wenn man nicht auf einem schnellen Sportboot segelt oder auf der kürzeren Bahn ohne die Boje Überlingen muss man wirklich aufpassen, nicht vor der Mainau in die Flautenfalle zu geraten. Die Windverhältnisse dort lassen es zu, dass es personalisierte Flauten gibt. Du sitzt dort fest und weisst nicht was zu tun ist während 30 Meter nebenan eindeutig konstanter, wenn auch schwacher Wind, sichtbar ist. Das ist die grösste Herausforderung für die Psyche all der ambitionierten Hobby-Crews (auf “normalen” Yachten), die allerdings die Masse der Teilnehmer ausmachen. Die oft beim Start und zwischen Romanshorn und Konstanz vorkommenden Regengüsse und Starkwinde machen dagegen auf einem belastbaren und nicht auf Schwachwind optimierten Schiff sehr viel Freude und lassen Hoffnung aufkeimen, später nicht in die Flautenfalle zu geraten. Wenn man jedoch im Morgengrauen in der Flaute steckt, sollte man die Gelegenheit für ein entspanntes Frühstück nutzen 😉 Dann ärgert man sich hoffentlich nicht zu sehr um von einer wiederholten Rund Um Teilnahme abzusehen.

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  3. avatar Christian sagt:

    warum findet der Start zur Rundum eigentlich erst um 19.30 Uhr statt? Die Dunkelheit ist ja nicht nur für die Segler und Zuschauer lästig, sondern auch ein unnötiges Sicherheitrisiko. Außerdem ist bei den meisten Wetterbedingungen am Bodensee nachts normalerweise ätzende Flaute.

    Und wer unbedingt durchmachen will, kann das doch bei Siegerehrungs-Party.

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    • avatar Peter der Zwote sagt:

      Weil es sich bewährt hat. 🙂 Mit diesem Konzept ist die Rund Um zu einer ziemlich großen Veranstaltung gewachsen. Wenn man sich anguckt, wie klein das Revier eigentlich ist, dann sind 350 Meldungen bei den nicht ganz unerheblichen Meldegeldern doch ganz ordentlich.

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      • avatar Christian sagt:

        wie viele Telnehmer wären es erst, wenn die Rundum Samstags um 11 Uhr starten würde… ich kenne einige potenzielle Teilnehmer, die auf die Murkserei nachts keine Lust haben.

        Zumal es nachts hinsichtlich der Windverhältnisse noch mehr Lotterie ist, als es ohnehin bei vielen Windlagen am Bodensee schon der Fall ist. Der sportliche Wert wäre doch tagsüber größer.

        Wie Mufti richtig schreibt, ist es außerdem ganz schön unverantwortlich, unnötigerweise nachts mit solchen Geschossen wie den großen Kats im Blindflug unterwegs zu sein. Wer braucht diesen Thrill?

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Es wird in der Nacht gefahren, weil gerade das den Reiz ausmacht!

      Zumindest den begeisterten Schilderungen eines Teilnehmers (nicht Carsten) nach, der schon einiges gesehen hat.

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    • avatar Nachtblind sagt:

      Ich verstehe das auch nicht. Wenn ich groß bin werde ich eine Tag-Rund Um organisieren.

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      • avatar Peter der Zwote sagt:

        Gibt es doch bereits zur Genüge. Noch tragen die Leute ihr Geld allerdings treu nach Lindau…

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      • avatar Drahtzieher sagt:

        Nachts bekommt man keinen Sonnenstich 😉
        Nein, mal im Ernst: Das Dunkel der Nacht macht den besonderen Reiz aus. Wenn man im grossen Feld segelt, ist es ein einzigartiges Erlebnis an den Wendemarken zu beobachten wie auf einmal aus der völligen Dunkelheit zig Boote wie Motten auftauchen und gemeinsam um die Boje kreisen, um sich danach wieder im Dunkel zu verlieren.
        Die meisten Teilnehmer sind ja nicht mit >20 kn unterwegs sondern mit <10 kn. Da sieht das Gefahrenpotential schon anders aus. Was aber unverantwortlich ist, sind die Teilnehmer, die zwischen den Wendemarken ihre Beleuchtung ausschalten weil sie glauben, einen Wettbewerbsvorteil zu haben wenn man ihr Licht nicht sieht. Wir hätten so jemanden 2011 bei 25kn Wind fast gerammt.

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  4. avatar peter sagt:

    Bei einer Nachtregatta zu hinterfragen, warum nachts gesegelt wird…

    Seit über 60 Jahren ist dies ein wesentlicher Faktor bei der Herausforderung RundUm. Ich hab schon einige gesegelt und ob Gewitter und Hagel oder Regen und Flaute, die Nacht ist das Kriterium die jede RundUm zur Herausforderung macht. Auch wenn es – selten mal – angenehme Bedingungen hat.
    Wenn nur der Überlinger See nicht wäre. :/

    Wer das nicht will kann ja West-Ost segeln…

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  5. avatar Mufti sagt:

    Die Kat´s, ob nun SL 33 oder GC 32 oder andere, erreichen Geschwindigkeiten von 27 oder mehr Knoten, wie der Bericht zeigt. Es ist schon bei Tag schwierig diese Boote bei starken Böen und Welle sicher über den Parcour zu jagen. Bei Nacht und Regen erhöht sich das Risiko exponenzial. Von 13 gemeldeten Kat’s sind einige nicht an den Start gegangen (nachzuvollziehen) andere haben aufgegeben, zwei sind gekentert ( wir sind sehr froh, daß es nur Materialschaden gab, aber das ist nicht selbstverständlich). Nur 3 sind durchs Ziel gegangen. Die Segler dieser Boote bestätigen, daß sie bei Regen und solch hohen Geschwindigkeiten nachts absolut blind durch die Gegend fahren. Und es kommen ja auch noch ca.300 Boote entgegen, (teils ohne oder nur mit schwachem Licht).
    Diese Kat’s sind nicht für eine Nachtregatta bestimmt. Es ist zu gefährlich. Wenn die Wettfahrt 3 Stunden früher gestartet wird, sind diese schnellen Kat’s, wenn es Wind hat noch bei Tageslicht im Ziel und begegnen den anderen Booten auch bei entsprechender Sicht. Die “normalen” Boote haben trotzdem eine Nachtregatta vor sich. So wäre allen gedient.
    Noch eine Anmerkung: Wenn der Sieger vor Mitternacht ins Ziel kommt, sind noch jede Menge an Zusschauern da um ihn zu feiern und nicht nur 20 unverdrossene. Das sollte man auch nicht übersehen.

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Ahh Katamaran-Bashing zum Frühstück.

      Mal im einzelnen:

      > Von 13 gemeldeten Kat’s sind einige nicht an den Start gegangen (nachzuvollziehen) andere haben aufgegeben, zwei sind gekentert
      Das zeigt doch, wie vernünftig die Kat-Segler sind.
      Einer der gekenterten ist nur aufgrund eines Materialfehlers umgekippt. Das kann auch ‘nem Dickschiff passieren.

      > Es ist schon bei Tag schwierig diese Boote bei starken Böen und Welle sicher über den Parcour zu jagen.
      Wenn ein Boot bei starken Böen und Welle einfach zu lenken ist, hält sich die sportliche Leistung wohl stark in Grenzen. Was wäre dann noch die Herausforderung?

      > wir sind sehr froh, daß es nur Materialschaden gab, aber das ist nicht selbstverständlich
      Ah ja, Bangemachen, obwohl nichts passiert ist.
      Personenschäden gibt es auch bei anderen Bootstypen. Wassersport ist inhärent gefährlich.

      > absolut blind durch die Gegend fahren.
      Wenn es regnet und einige Teilnehmer unverantwortlicherweise schlecht oder nicht beleuchtet sind, fahren *alle* absolut blind durch die Gegend. Das hängt doch nicht von der Bootsklasse ab.

      > Diese Kat’s sind nicht für eine Nachtregatta bestimmt.
      Unsinn, die schlecht- und die unbeleuchteten Boote sind nicht für eine Nachtregatta bestimmt!

      > Es ist zu gefährlich.
      Die Gefahr wird doch nicht allein durch die Geschwindigkeit bestimmt, sondern auch durch die Masse.
      z.B. die Cupper, die 2008 teilgenommen haben, wiegen 26 Tonnen. Das ist etwa das *fünfzigfache* eines Rennkats, der nur etwa 500kg auf die Waage bringt!
      Selbst wenn so ein Schwergewicht nur mit zehn Knoten fährt, ist die “Gefahr”, die von ihm ausgeht knapp *sechsmal* größer, bei 14 Knoten schon *elfmal*!

      Hast Du auch rationale Argumente?

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      • avatar Christian sagt:

        Super-Spät-Segler, einige deiner “Argumente” sind wahrlich nicht sehr überzeugend.

        “Personenschäden gibt es auch bei anderen Bootstypen. Wassersport ist inhärent gefährlich.” – Der Punkt ist doch: Die großen extremen Kats sind wesentlich heikler als andere Boote. Hast du schon mal einen High-Performance-Kat gesegelt? Danach vergleichst du ihn nie mehr mit einem Bleibomber.

        “Wenn es regnet und einige Teilnehmer unverantwortlicherweise schlecht oder nicht beleuchtet sind, fahren *alle* absolut blind durch die Gegend. Das hängt doch nicht von der Bootsklasse ab.” – Doch. Es ist ein erheblicher Unterscheid, ob du es mit 27 oder 7 Knoten tust.

        “Die Gefahr wird doch nicht allein durch die Geschwindigkeit bestimmt, sondern auch durch die Masse.” Wo hast du denn diesen Unfug her? Das gilt, wenn überhaupt, nur bei Kollisionen. Und selbst da geht es vor allem um den Speed.

        Die größe Gefahr bei den Kats ist das Pitchpoling, das es so bei Monohulls nicht gibt. Carstens Bericht gibt eine schönen Eindruck davon, wieviel Glück sie bei ihrem Stecker hatten…

        und übrigens: Ich segel selber Kat und find es megageil. Aber red uns bitte nicht ein, die Kats (insbesondere die großen radikalen) seien unproblematisch, wenn es ballert.

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        • avatar Super-Spät-Segler sagt:

          > Hast du schon mal einen High-Performance-Kat gesegelt? Danach vergleichst du ihn nie mehr mit einem Bleibomber.

          Ich segle recht regelmäßig F18, unregelmäßig Tornado (Zuletzt am letzten Wochenende bei 6er Drückern) und ich bin schon M32 gefahren, Großschot, Gennakershcot, Pinne.
          Ich denke, daß ich auf diesen Booten sicherer unterwegs bin als auf einem 26 Tonnen Bleibomber. Hängt eben immer davon ab, was man kann. Der eine Mono, der andere Kat.

          > Doch. Es ist ein erheblicher Unterscheid, ob du es mit 27 oder 7 Knoten tust.

          Der Topspeed der Kielboote bei Rund Um war nur 7 Knoten?! Sorry, das glaube ich Dir nicht!
          Ein Rennsegler mit Kiel bei 5-6 Bft sicher über 15 Knoten, oder?!

          > Das gilt, wenn überhaupt, nur bei Kollisionen.

          Ist das nicht als große Gefahr genannt worden? Wenn ein 500kg Kat ‘nen Dreitonner rammt, dann beibt er stehen.
          Siehe https://www.youtube.com/watch?v=N2rUnnHcnoM#t=41
          Wenn ein 26-Tonner ‘nen Dreitonner rammt, dann fährt er durch.

          > Die größe Gefahr bei den Kats ist das Pitchpoling, das es so bei Monohulls nicht gibt.

          Das passiert auch tagsüber und damit gefährden sich die Besatzungen zum allergrößten Teil nur selber. Und wir beide als Kat-Segler wissen auch, daß es nur passiert, wenn man allzu sehr auf die Tube drückt.

          > Aber red uns bitte nicht ein, die Kats (insbesondere die großen radikalen) seien unproblematisch, wenn es ballert.

          Willst Du uns einreden, Renn-Monohulls wären unproblematisch, wenn es ballert?

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      • avatar Mufti sagt:

        Lieber Super-Spät-Segler
        ich gehe mal davon aus, daß du, so wie ich, mit den meisten der teilgenommenen Kat- Segler ausführlich über diese Problematik gesprochen hast, oder daß du auch schon so einen Kat durch die Nacht gesteuert hast. Sind es erst rationale Argumente wenn sie durch einen Personenschaden bewiesen wurden? Bist du bei 11 Grad kaltem Wasser in der Nacht neben deinem gekenterten Boot geschwommen oder vielleicht sogar unter dem Trampolin gefangen gewesen? Wie lange glaubst du wird dir das gelingen? Und auch das Begleitboot ist keine wirklich befriedigende Lösung. Bei den Bedingungen die Freitagnacht herrschten, ist es schon schwierig den Kontakt zum eigenen Kat nicht zu verlieren. Du kannst dieses Argument mit deinen sicher guten Kontakten zu diesen Personen ja selbst prüfen. Ich gebe dir einen Rat. Prüfe doch zuerst die Fakten und ziehe dann deine Schlußfolgerungen. Das würde deine Ausführungen überzeugender machen.

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        • avatar Super-Spät-Segler sagt:

          Deine Aussagen sahen auf den ersten Blick nach pauschalem Katamaran-Bashing aus. Vielleicht habe ich Dich auch nur gründlich mißverstanden?!

          Wenn Du mit den meisten der Kat-Segler gespochen hast, wie ist den deren Meinung dazu,
          sie von der Teilnahme bei Nacht auszuschließen?

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          • avatar Mufti sagt:

            Deren Meinung ist die gesamte Regatta 2-3 Stunden früher zu starten, dann haben die schnellen Race Kats eine gute Chance, zumal bei Wind, dass Ziel noch bei Tageslicht oder kurz danach zu erreichen. D.h. zwischen 22-23 Uhr. In jedem Fall passieren sie die anderen 300 Boote noch bei Tageslicht. Diese haben dann aber auch ihre Nachtregatta, was sicher den Reiz für diese Regatta ausmacht. Ich kann und will hier in diesem Forum nicht Details veröffentlichen mit Namen etc, ohne deren Einwilligung zu haben. Ich hoffe das kannst du verstehen.

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          • avatar Super-Spät-Segler sagt:

            @Mufti 06.06.2013 um 16:05 (Das Posting hat keinen Antwort-Button)
            Na klar.
            Ich kenne nur einen der beteiligten Kat-Segler persönlich. Der fand, zumindest noch vor der Regatta dieses Jahr,
            gerade die Austragung bei Nacht absolut genial.
            Zur aktuellen Regatta habe ich ihn, mangels Treffen noch nicht gesprochen, werde ich aber sicher nachholen.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Kann man die Kats nicht später als die Monos von der Leine lassen?

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      • avatar Pit sagt:

        Die Kat’s später starten zu lassen ist keine gute Idee und NOCH gefährlicher als Vorauszufahren und danach auf dem Rückweg nach Lindau einige langsameren Boote in entgegengesetzter Richtung zu kreuzen, denn mit 18-23 Knoten durch ein 200-250 starkes
        Teilnehmerfeld hindurch zu fahren, rate ich nur bei Tageslicht, sonst NICHT gut!

        Und denkt daran immer alles schön dicht nehmen, selbst auf’m Vorwind 🙂

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    • avatar Drahtzieher sagt:

      Gute Idee, etwas früher zu starten. Das könnte eventuell auch die Flautenproblematik im Überlinger See relativieren.

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  6. avatar dubblebubble sagt:

    Muß auch sagen, daß m.E. um diese grösseren Kats etwas viel Bohai gemacht wird. “Das Risiko” als geneigter SR-Leser kennt man das inzwischen zur Genüge. Immerhin sind die Teile reffbar, durch hohe Breite ziemlich kentersicher, relativ träge in ihren Reaktionen und eine große Crew kümmert sich. Das es durch die Bedingungen bei dieser Rundum trotzdem ein Ritt auf der Kanonenkugel war steht ja ausser Frage.

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    • avatar Christian sagt:

      “Immerhin sind die Teile reffbar, durch hohe Breite ziemlich kentersicher, relativ träge in ihren Reaktionen und eine große Crew kümmert sich.” Sorry dubble, aber jeder einzelne Punkt ist bei High Performance Kats nicht zutreffend (außer bei manchen Kats der erste, jedoch mit großen Einschränkungen).

      Nur ein Beispiel: Nicht umsonst haben große Multihulls oft eine Art roten Knopf für die Großschot, um in Böen sehr schnell Druck ablassen zu können. Eine Sekunde zu spät, und du stolperst nach Lee und/ oder übern Kopf. (wir reden wohlgemerkt über Windbedingungen über ca. 18 Knoten), Die Kats sind mit ihren Riggs dermaßen aufgepowert, da nützt große Breite nicht viel.

      Sicherlich haben extreme Monohulls wie z.B. Liberas auch ihre Tücken. Es geht ja hier nicht um generelles Katamaran-Bashing. Aber eine realistische Risikoeinschätzung sollte es es bei aller Begeisterung für diese Teile schon geben. Und deshalb ist die Idee sehr gut, sie bei der Rundum schon nachmittags starten zu lassen.

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      • avatar dubblebubble sagt:

        Woher nimmst Du diesen Begriff “High Performance Kats”?

        Meine vorhergehender Post ist im Vergleich zu anderen (kleineren Sport-Kats) zu sehen… und zu verstehen 😉

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      • avatar Super-Spät-Segler sagt:

        Für eine realistische Risikoeinschätzung müssen doch mal mal Fakten auf den Tisch!
        Wie hoch sind die durch “High Performance Kats” verursachten Fremdschäden
        und wie hoch sind die durch Monos verursachten Fremdschäden?

        Schäden am eigenen Material würde ich mal außen vorlassen, denn wer die vermeiden will braucht gar nicht erst segeln zu gehen, geschweige denn an Regatten teilzunehmen.

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