Neue “baltische Rangliste” mit offener Vermessung

König Harald V siegt bei Baltic IRC-Serie

Von Hans Genthe

Die alte TP52 Fram XVI wurde für die IRC Vermessungsformel angepasst und ist im Baltic Circuit schnell unterwegs. © stockmaritime

Erster Platz Big Boat Challenge (Kerteminde). Erster Platz Faerdern Race (Oslo). Erster Platz  Gotland Rund. Das war eine starke Serie für die TP52 von König Harald V von Norwegen. Damit gewinnt  die FRAM XVI den von der hanseboot gestifteten ersten Preis der nordeuropäischen Baltic IRC-Serie.

Die Baltic IRC-Serie wurde von der German Offshore Owners Association in Zusammenarbeit mit Eignerorgnaisationen aus den skandinavischen Ländern ins Leben gerufen und 2010 erstmalig ausgesegelt. Ziel ist es, die internationale Beteiligung an Regatten zu verbessern, und den Austausch unter den nordeuropäischen Seglern zu fördern.

Die Idee kommt gut an: 70 Yachten haben sich in diesem Jahr international an der Serie beteiligt. Durch die ausgeklügelte Formel der Baltic IRC-Wertung werden Regatten mit großen Meldezahlen stärker gewichtet.

Das Faerdern Race beispielsweise ist die populärste Langstrecken-Regatta in Norwegen. In diesem Jahr starteten 1040 Boote und segelten rund 120 Seemeilen von Olso rund um den Leuchtturm Faerder Fyr auf Tristein im Ausgang des Oslofjords, und wieder zurück.

Segelnarr König Harald mit seinen Bodyguards nach seinem Sieg bei Gotland Rundt. © stockmaritime

Im Ausgang des Oslofjordes können die Yachten unter Umständen mit sehr hartem Skagerrak-Wetter kämpfen. Daher hat der Leuchtturm Faedern für die Norweger eine ähnliche Bedeutung wie der Fastnet-Rock für die Briten. Und ein Sieg im Faderen Race wird zu Recht hoch gewertet.

So konnte auch der Sieg der Swan 45 Tarok in der KDY Autumn Regatta, dem letzten Rennen der Baltin IRC-Wertung, König Harald nicht die Führung nehmen. Mit 72,5 Punkten eroberte sich die dänische Swan von Erik Berth aber den 2. Platz. Dritter wurde die IMX40 Magnum von Andrew Pearce aus Finland mit 69,7 Punkten.

Vierter wurde Camilla, eine Cookson 50, von Ole Martin Vordahl aus Norwegen. Diese schnelle Yacht hat einen Canting Kiel. Das erste deutsche Boot ist die “Uijuijui“, eine 20 Jahre alte Rainbow 42 von Friedrich Hausmann. Sie hatte die zur Wertung zählenden deutschen Regatten Warnemünder Woche und Flensburger Herbstwoche gewonnen.

Die Preisverteilung findet am Vorabend des Internationalen Yacht Forums in Hamburg, am 11.2.2011 im Rahmen eines Festaktes statt.

Auf Anregung vieler Teilnehmer wird das Wertungssystem der nordeuropäischen Serie erweitert: Ab 2011 kann jeder unabhängig vom Vermessungssystem an einer Art “Baltischen Rangliste” teilnehmen. So ändert sich auch der Name von „Baltic IRC“ zu „Baltic Open“.

Durch das modernisierte Konzept können unterschiedliche Vermessungssysteme in die Wertung eingehen, ohne dass es unterschiedliche Ranglisten gibt. Damit können  neben IRC-Schiffen auch nach ORCC oder ORCi vermessene Boote sowie Yachten aus den nationalen Rating-Systemen Dansk Handicap und LYS an der Serie teilnehmen. Auch für Offshore-Einheitsklassen ist die Serie nun offen.


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Carsten Kemmling

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