Laser Worlds: Philipp Buhls Aufholjagd hat nicht geklappt – Brite verteidigt Titel

Frontal-Angriff auf das Podium

Philipp Buhl hat die Laser WM in Nuevo Vallarta/Mexiko auf Rang acht beendet. Der letzte Angriff ging daneben. Nick Thompson (GBR) verteidigt seinen Titel souverän.

Philipp Buhl

Buhl kommt diesmal an Thompson nicht heran. © JLDigitalMedia

Im letzten Rennen wollte Philipp Buhl es noch einmal wissen. Mit einem Rennsieg wäre die Chance auf Edelmetall noch drin gewesen. Und dass er so etwas kann, hat er oft genug gezeigt. Aber der Frontal-Angriff auf das Podium scheiterte. Der letzte Platz (55) im finalen Rennen bedeutete, dass er nun einen 38. Platz nicht streichen konnte.

“Einige Dinge liefen schief und es waren nicht immer meine eigenen Fehler”, sagt Buhl. “Vor dem letzten Rennen hatte ich noch eine kleine Chance auf Bronze. Und ich riskierte alles. Zwei Minuten lang sah es sehr gut aus, aber dann kam doch die entscheidende Winddrehung.”

In der Gesamtwertung fiel Buhl von Rang sechs auf acht zurück. Das ist immer noch ein gutes Ergebnis. Aber den angepeilte Medaillenrang hat er damit nicht erreicht. Genauso, wie der Olympia- Silber-Gewinner Kontides aus Zypern, der nach den letzten drei Rennen von einem Medaillen-Rang auf Platz 16 zurück rauschte.

Was am letzten Tag auch nach vorne noch möglich gewesen ist, zeigte der Holländer Rutger Van Schaardenburg. Mit den Plätzen 3/1 zum Schluss, schoss er noch vom zehnten Platz zur Bronze-Medaille vor.

Philipp Buhl

Aufholjagd hat nicht geklappt. © JLDigitalMedia

An der Spitze aber dominierte der Brite Nick Thompson als Titelverteidiger. Im vorletzten Rennen schien er noch Nerven zu zeigen, als auch er mit Platz 41 seinen ersten großen Ausrutscher in der Serie zeigte, bei der er von Anfang an in Führung gelegen hatte. Der Franzose Jean-Baptiste Bernaz rückte bis auf sechs Punkte an Thompson heran. Aber im Finale hielt der Brite seinen Gegner mit Rang 9 gegenüber 15 in Schach.

Buhl hat gezeigt, dass er wieder ganz vorne mitspielen kann, zeigte aber eine durchwachsene Serie mit einigen Tiefschlägen. Die erste gelbe Flagge der Jury wegen Regel 42 (unerlaubter Vortrieb) gleich am ersten Tag und die zweite im dritten Rennen, nach der er aufgeben musste, hemmte ihn im Verlauf der Regatta.

„Die ganze Woche lief nie richtig rund. Ich habe immer wieder Druck gehabt, nichts mehr machen zu dürfen, weil ich in der Quali-Serie von Anfang an diesen Streicher hatte. In der Finalserie folgte dann in der ersten Wettfahrt mein – eigentlich – zweiter Streicher. Danach durfte nichts mehr schiefgehen. Ich habe dem Druck immer Stand gehalten – bis zur letzten Wettfahrt.“

Laser Worlds Thompson

Der neue und alte Weltmeister Nick Thompson. © JLDigitalMedia

Man kann nicht mehr so locker am Limit der Regel 42 segeln, wenn sich schon zwei Strafen addiert haben. Denn beim dritten Vergehen droht eine nicht streichbare Disqualifikation. Am vorletzten Tag kam noch eine Tonnenberührung dazu, die viele Plätze kostete, und so ging die Rechnung auch am letzten Tag nicht auf.

Aber das Ergebnis ist typisch für die Laser-Klasse und ein Vorgeschmack auf Rio. Top-Plätze sind nicht vorprogrammiert wie in anderen Klassen. Mehr als zehn Segler kommen für die Medaillen in Frage. Und auch ein Robert Scheidt, der bei dieser WM lange auf dem Bronze-Platz lag, konnte sich am Ende nur noch über Rang 10 ärgern.

So sieht Buhl nach der WM auch viel Positives : „Es hat vieles sehr gut funktioniert, zum Beispiel dem Druck standzuhalten. Ein achter Platz ist immer noch gut, wenn man überlegt, wer hinter mir gelandet ist, z.B. Robert Scheidt und ein paar andere Medaillengewinner. Ich war immer so realistisch zu sagen, dass wenn es mal nicht gut läuft, kann man schnell aus den Top 10 rausfallen – jetzt bin ich Achter. Für alles, was schief gelaufen ist, ist der achte Platz noch akzeptabel. Es gibt Schlimmeres, als bei einer Laser-WM Achter zu werden.“

Ergebnisse Laser Worlds 2016

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Carsten Kemmling

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12 Kommentare zu „Laser Worlds: Philipp Buhls Aufholjagd hat nicht geklappt – Brite verteidigt Titel“

  1. avatar Lyr sagt:

    Schade! Aber trotzdem riesen Glückwunsch für den 8. und die ganze Performance. Immer wieder stark zurückgekämpft! Spannend hast Du es uns ja wirklich gemacht! 😀

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  2. avatar Fakt sagt:

    Interessant ist ja die Frage, warum Buhl in der letzten Wettfahrt als Vorletzter durchs Ziel ging. Hatte er Bruch, musste er mehrmals kringeln, wurde er behindert oder “zurückgesegelt” ?

    Nein. Buhl hat zuviel riskiert, da er die falsche, zuvor stets benachteiligte linke Seite wählte.

    Mit ungefähr Rang 2 o. 3 in der letzten Wettfahrt hätte Buhl übrigens noch Bronze holen können.

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    • avatar Pabo sagt:

      Hat dir Phillip irgendwas getan? Ständig deine respektlosen Kommentare hier, das nervt.
      Der Mann ist ein Weltklassesegler und sympathisch ist er auch noch!
      Platz 8. ist eine Spitzenleistung.
      Glückwunsch!

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      • avatar Fakt sagt:

        Was ist an meinem Kommentar denn bitte respektlos ?

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      • avatar Lyr sagt:

        ja ist mir auch schon aufgefallen, diese Anspielungen von Fakt… ich mein manche Sache möchte man ja manchmal insgeheim wirklich wissen, aber die Tendenz ist schon auffällig.
        Naja wie man Fakten auslegt, ist ja auch immer irgendwie subjektiv und ironisiert den Spitznamen ohne gleichen 😀

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      fakten-meister, du gehst mir auch langsam auf den keks. dieses ständige genöle…

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      • avatar Fakt sagt:

        Schreibtisch-Reporter, was Du Deinen Lesern zumutest, hat mit Journalismus kaum etwas zu tun. Versuche doch bitte die Qualität Deiner Artikel durch echte Vor-Ort-Reportagen anzuheben. Dann werden auch meine Kommentare positiver ausfallen.

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      • avatar Andreas Borrink sagt:

        Da bin ich ganz mit Dir……als Internet-Journalist muss man schon gute Nerven haben.

        Leider ist es in den meisten Foren so, dass interessante Themen zuerst sachlich diskutiert und dann spätestens ab dem dritten oder vierten Kommentar nur noch zur Befriedigung des Egos genutzt werden. Dann wird’s persönlich und Inhalte spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Fakt ist ein typischer Vertreter der Spezies “anonyme Nörgler”, mit denen man wohl leben muss. Ist ja auch angenehm; man kann so richtig abziehen aus dem stillen Kämmerlein. Weiss ja keiner, wer man ist. Ich steige dann lieber aus oder gar nicht erst ein.

        Phillipp Buhl habe ich live bei der letzten MdM erlebt. Ein Athlet aus dem Bilderbuch, fit wie ein Turnschuh, eloquent, sympathisch. Ein echter Vorzeigesegler, von dem man wohl noch einiges erwarten darf. Glückwunsch zu Rang 8 im Laser, wo sich Ergebnisse immer noch am besten direkt auf die Qualitäten des Seglers zurückführen lassen – die “no excuses-Klasse”.

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        • avatar Fakt sagt:

          Nachdem ich Buhls Homepage besucht hatte, wo sich ein Superlativ an den anderen reiht, fiet es mir schwer, ihn zu mögen.
          Mir sind die Sportler symphatischer, die zwar ihre Erfolge nennen, deren Bewertung jedoch anderen überlassen.

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        • avatar Fakt sagt:

          Andreas hat leider nicht verstanden, dass Kritik die Voraussetzung für Verbesserungen ist. Ist ein Artikel in Ordnung, dann sehe ich keine Veranlassung, ihn zu kommentieren. Fallen mir dagegen Mängel wie z.B. ein total verwackeltes Video auf, dann melde ich mich in der Absicht, Verbesserungen zu bewirken.

          Andreas sollte daher bitte zukünftig versuchen, sein negatives Gedankenbild zu überdenken und Kritik künftig als etwas Positives zu sehen.

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          • avatar Andibo sagt:

            Habe mir jetzt auch einen Künstlernamen zugelegt…….Lebenshilfe, danke nimmt man ja gern an. Gedankenbild, jaja, überdenken, mach’ ich. Verbesserungen bewirken, hehrer Vorsatz; gäbe es doch nur mehr Menschen, denen Mängel in Headcamvideos auffallen. Hoffentlich ist das jetzt “in Ordnung” und es gibt keine Veranlassung, weiter zu kommentieren. Falscher Film, schlechtes Kino. Habe nicht verstanden. Blackout. Over and out. Wochenende.

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  3. avatar Mabuse sagt:

    Fakt: Ob du Ahnung vom Segeln hast, kann ich nicht beurteilen. Und deine anderen Kommentare habe ich nicht verfolgt. Dass du keine Ahnung hast, was Journalismus ausmacht, hast du mit diesem Posting bewiesen. Vielleicht mal etwas die Lautstärke runterdrehen?

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