Letzte Helden Missgeschick: Mit der Schot an der Tonne eingefädelt

Um die Tonne gewickelt

Doof gelaufen. Mit der Schot an der Tonne hängen geblieben. © Thorsten Paech

Doof gelaufen. Mit der Schot an der Tonne hängen geblieben. © Thorsten Paech

Blöder kann es kaum laufen bei einer Regatta. Am Wochenende zeigte ein Laser Pilot bei der Letzte Helden Regatta auf dem Mühlenberger Loch in Hamburg, dass es bei Segel-Wettrennen nichts gibt, das es nicht gibt.

Bei einer Halse am Leetor stülpte er seine Heckschot so unglücklich über die Tonne, dass sie über den Gummi-Zylinder rutschte und schließlich am Ankergeschirr hängen blieb. Das Schiff kenterte unweigerlich und dem Segler blieb nur die Chance, seine Schot völlig auszufädeln. Nachfolgende Boote mussten das Hindernis im weiten Bogen umfahren.

Kenne ich so eine Situation. Es passierte bei der Kieler Woche annodazumal. Ich näherte mich mit dem Laser stark überfiert der Leetonne, wollte die Marke noch so eben erreichen ohne halsen zu müssen, knallte dann aber nach Luv ins Wasser. Der Mast schlug kurz vor der Tonne auf und trieb unter die Tonne.

Das Schiff richtete sich wieder auf, ich wollte weiter, aber es bewegte sich nicht vom Fleck. Die Ankerleine der Tonne führte hinter dem Mast durch von Backbord quer über das Deck nach Steuerbord und von da steil ins Wasser. Äh und jetzt?

Etwas ratlos hing ich an der Tonne, während sich das Laser-Feld um die Tonne und diesen Chaoten-Piloten wand. Es waren ziemlich viele Segler, denn ich lag in dem Lauf gar nicht so schlecht. Und kaum einer sparte mit einem netten, schadenfrohen Spruch.

Schließlich packte ich den riesigen Gummizylinder und versuchte, ihn unter dem Großbaum durchzuquetschen. Mit den Füßen trat ich mit aller Kraft dagegen. Erst nach minutenlanger Arbeit gelang es. Aber inzwischen hatte wohl das ganze Feld mitbekommen, welcher Voll-Depp sich um die Tonne gewickelt und das Chaos verursacht hatte. Ein glorreicher Moment!

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Carsten Kemmling

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14 Kommentare zu „Letzte Helden Missgeschick: Mit der Schot an der Tonne eingefädelt“

  1. avatar <°((( ~~< sagt:

    In Berlin verankern die Fischer ihre Reusen mitunter mitten im See. Lästig, wenn “mitten im See” auch gleichzeitig “mitten im Kurs” liegt. Wir also immer brav, aber fluchend, alle außen rum gefahren.

    Es war auch einer aus einer anderen Klasse dabei, der uns mal so richtig zeigen wollte, wie man unsere Boote segeln muss. Der stand natürlich ein wenig unter Druck.

    Auf einem Vorwindkurs in aussichtsreicher Position liegend passierte er die Stangen der Reuse so dicht, dass die Schot des Spinnakers über eine Stange der Reuse fiel. Und zwar nicht nur lose drüber, sondern einmal vertörnt, mit einfachem Webeleinenstek. Nicht zufällig wird das auch “Mastwurf” genannt.

    Den zu werfenden Mast hatten sie also schon mal getroffen. Man glaubt gar nicht, wie fest so Reusenstangen im Grund stecken können. Das Boot blieb stehen, die Reuse gab nicht nach.

    Zufällig war schöner Trapezwind und zufällig der Spi oben. Vorwindkurs, voller Druck, außerdem auch im Groß. Der Spi zog genau an der Schot, die um die Reusenstange hing. Ziemlich aussichtslose Situation also. Muss mindestens zehn Minuten gedauert haben, bis sie wieder frei waren. Ich war einer von denen, die hämisch lachend vorbei fuhren.

    Seither hatte ich massig Gelegenheit, meine Schadenfreude zu bereuen.

    …?

    So weit die Beichte vom Tage. Wir schalten zurück ins Funkhaus.

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  2. avatar <°((( ~~< sagt:

    Woher sind denn die Bilder? Könnt Ihr die mal verlinken? Merci!

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    • avatar thorssten sagt:

      Hi <°((( ~~< ,
      ich lade alle Bilder am Mittwoch bei der BSC Facebook Seite hoch. Vorher komme ich dazu leider nicht !
      Gruß
      Thorsten

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      auf das foto bilderstory klicken und los gehts. oder meinst du etwas anderes?

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  3. avatar matti sagt:

    Mönsch prima, Kompliment an die netten älteren Herren John, Kemmling und Schmid für Plätze 1-3. Ihr habt den Jungspunds null Chance gelassen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 4

  4. avatar Christian sagt:

    Mit einer Europe hätte sowas nicht passieren können 😉

    Die Heckschotführung am Laser ist so eine Art Extra-Herausforderung, um dieses eigentlich recht einfach Boot dann doch noch anspruchsvoll zu machen…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

  5. avatar gg aus O sagt:

    2 Laserbilder hätten völlig gerreicht…hat der Fotomann nichts anderes wahrgenommen ?
    Habe die lezten Helden vom Mobo aus beobachtet, eine schöne Kultveranstaltung mit guter Wettfahrtleitung und moderaten Bedingungen in diesem Jahr.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 6

    • avatar Uwe sagt:

      Hier findet man weitere Fotos: http://www.dein-lieblingsbild.de/505_Letzte_Helden/

      (Die lila Möhre konnte mal wieder etwas poliert und gewachst werden 🙂 )

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      • avatar Christian sagt:

        da hat der Uwe aber recht… oder es ist ein Geheim-Spezial-Nano-High-Tech-Belag zum Irritieren der Konkurrenz, die in Sicherheit gewogen werden soll: “Mit der alten Möhre ist der keine Gefahr für uns…”

        Realistischerweise ist es wohl eher so: Carsten hat vor lauter Segelreporterei keine Zeit für Bootspflege, und für einen Bootsmann reicht es noch nicht. Fragt sich bloß: Warum hat dann Andreas gewonnen?

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    • Doch, der Fotoman hat ganz viel anderes wahrgenommen, aber das zeig ich dir nicht, bätsch !!!

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  6. avatar Andreas Ju sagt:

    Hey, mit einer Jeton ist man Yardstick-mäßig ja offenbar exzellent ausgerüstet. Sind das nicht zudem die mit dem schicken orangefarbenen Deck? Und da bleibt dann auch nix hängen am Heck. Vergesst mal einfach den Laser, Jungs!

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    • avatar Jetonix sagt:

      Klar, nur dank des Yardsticks schafft’s ne Jeton (ja, gerne in orange), auf die 5en der vorangehenden Startgruppe aufzufahren …

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  7. avatar Uwe sagt:

    Frage: Wie lange hing denn dort der Laser? Auf den beiden darauffolgenden Wettfahrten am nächsten Tag ist er lt. Ergebnisliste nicht erschienen!

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