BWR: “Mapfre“ wieder da, “Virbac” weg. Olympiasieger erklärt Taktik

Unsichtbar gen Süden

Für "Foncia" geht im Westen die Sonne auf. Ist es der richtige Weg? © FNOB

Das spanische Promi-Duo Iker Martinez und Xabi Fernandez (‘Mapfre’) hat den Tarnumhang abgelegt und ist auf Platz drei im Ranking wieder aufgetaucht. Es verlor 48 Meilen auf „Estrella Damm“ an der Spitze. Dafür verschwindet jetzt „Virbac-Paprec“ nach dem Boxenstopp in Recife.

Die Teams wollen und wollten die Ansteuerung des St. Helena Hochs verschleiern, das der gesamten Flotte Kopfzerbrechen bereitet. So hatte „Mapfre“ als zweites Boot ursprünglich in einen westlichen Kurs investiert und sich von den führenden Landsleuten auf „Estrella Damm“ entfernt. Aber kurz nach dem Verschwinden entschieden sie sich um. Das Hoch bewegte sich schneller als berechnet und versperrte den Weg.

Blick in den Vollmond über der "Foncia". © FNOB

„Unsere Kollegen ‘Foncia’ und ‘Virbac Paprec 3’ gaben uns im Westen einige Sicherheit, dass wir den richtigen Plan hatten. Aber die Wettermodelle wurden immer schlechter“, schreibt Iker Martinez. „Der vorhergesagte Verlust auf ‘Estrella Damm’ betrug plötzlich eineinhalb Tage. Die Ost-Option wies nur einen prognostizierten Rückstand von einem Tag auf.“

Also hätten sie sich schweren Herzens entschlossen, den Gennaker zu bergen und sich mit dichten Schoten wieder nach Südosten zu kämpfen. Es ging nicht darum, einen Durchbruch zu erreichen, sondern um das Minmieren von Verlusten. Der Entschluss muss den beiden schwer gefallen sein.

Die Situation am 18.1. "Mapfre" (grau) ist wieder da, "Virbac" verschwunden. "Foncia" will im Westen am Hoch vorbei. Das hintere Feld nimmt eine Abkürzung. "Neutrogena" ist in die Außenkurve gedrängt.

„Die Wahrheit ist, dass Xabi und ich Spezialisten im Umgang mit drastischen Entscheidungen sind. Das Berichtigen von Fehlern kann den Sieg bedeuten.“ Natürlich könnten ‘Foncia’ und ‘Virbac Paprec 3’ am Ende der St. Helena Hoch Passage als Sieger dastehen. Aber der Ghost Modus von ‘Virbac’ deutet daraufhin, dass Titelverteidiger Dick möglicherweise auch Richtung Osten abdreht.

„Wir haben einen Knoten im Bauch und werden am Ende sehen, ob wir völlig falsch lagen. Hoffentlcih bewegt sich das Hoch wie geplant und lässt uns passieren. Aber mit diesem Aufwand für den Seitenwechsel hätten wir es verdient, oder?“

Vollmond-Reaching mit der "Neutrogena". © FNOB

Derweil bereiten sich die Spanier gedanklich schon auf den Southern Ocean vor. „Bald werden wir die Zone dieses Rennen erreichen, wo die meisten Yachten aufgeben. Man kann jetzt schon die Stürme im Süden sehen, die auf uns warten. Noch ist es ziemlich warm, aber bald wird es für lange Zeit sehr kalt werden. Es ist möglich, dass wir unser Ölzeug einen ganzen Monat tragen müssen.“

Boris Herrmann und Ryan Breymaier liegen nach wie vor in Lauerstellung 300 Meilen hinter der Spitze. Aber das Verfolgerfeld nimmt gerade die Innenkurve in Richtung des ersten Tores. ‘Gaes’ und ‘Renault’ segeln nur noch wenige Meilen achteraus.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „BWR: “Mapfre“ wieder da, “Virbac” weg. Olympiasieger erklärt Taktik“

  1. avatar wilfried sagt:

    Leider scheint die Wetterprognose auf der Homepage nichts mit dem real erwarteten Wetter zu tuen zu haben, da es dort aussieht, dass sich alle bis auf Foncia und Virbac wie die Lemminge mitten in das St- Helena Hoch stürzen. Auf welcher Seite kann man denn was besseres bekommen? Kann jemand helfen.

    Gruß Wilfried

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  2. avatar Jan sagt:

    Hallo!

    Sie könnten sich zum Beispiel auf http://www.grib.us, dass Programm UGRIB runter laden und damit kostenlos die Wetterdaten für die jeweilige Region runterziehen. So habe ich das immer gemacht, wenn ich ein Rennen verfolgt habe. Ist aber nicht garantiert, dass diese Daten besser sind. Nur hilft es vielleicht eine zusätzliche Quelle zu haben. Generell scheint die Situation ums St. Helena Hoch aber gerade so instabil zu sein, dass ich kaum glaube, dass es vernünftige Vorhersagen gibt, wenn noch nicht mal die Profis vernünftige Modelle zu haben scheinen.

    Gruß jan

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  3. avatar wilfried sagt:

    Danke für den Tipp. Unter Seglern kannst Du mich gerne duzen.

    Gruß Wilfried

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  4. avatar wilfried sagt:

    Jetzt wirds spannend. Ich glaue das Foncia auf der Westseite wieder an die Spitze fährt. Auch Virbac ist wahrscheinlich immer noch auf der Westseite. Hinten will scheinbar keiner das Risiko eingehen die Fühlung zu verlieren und hoffnungslos zurückzufallen. Das gibt dann ein enges Rennen durch den Southern Ocean.

    Was meint ihr dazu?

    Gruß Wilfried

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  5. avatar Jan sagt:

    ohh ja, dass sieht spannend aus. Denke auch dass Foncia und Virbac stark aufholen werden… ob das erstmal bis zur Führung reicht bezweifel ich, weil sie schon stark im Westen sind und einiges an Metern aufholen müssen.
    Die inneren Boote werden schnell durch die Lücke im Hoch huschen.
    Allerdings werden auf längere Sicht die beiden Favoriten auch nach ganz vorne fahren, weil sie imo einfach besser sind.
    Schon krass wie viel Glück sie mit der Westoption hatten, letztendlich wären sie selbst doch auch nie so extrem gefahren, wenn sie nicht zum Reparatur-Notstopp an Land gemusst hätten.

    grüße jan

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