Marinepool-Cup – Flying Dutchman Meisterschaft am Schluchsee. Laser-Buhl im Mittelfeld

Bunte Blasen vor bewaldeten Bergen

Internationale DM der Flying Dutchmann auf dem Schluchsee © F. Biernat

Während die Segelfreaks im Norden eher Ekelwetter präsentiert bekamen, konnten die Südlichter die ganze Faszination des Sports bei der Deutschen Meisterschaft in der Flying Dutchman Klasse zeigen. Bunte Spinnaker vor den bewaldeten Bergen des Schwarzwaldes, Action am Draht, enge Positionskämpfe, die Bilder decken eine große Bandbreite ab.

Sportlich stand besonders Laser-As Philipp Buhl im Blickpunkt. Aber der Bayer konnte sich nach seinem fulminanten Auftritt bei der Flying Dutchman WM am Gardasee bei seinem zweiten Saison-Auftritt in der FD-Klasse nicht mehr in Szene setzen. Bei weniger Wind und mit neuem Vorschoter reichte es am Schluchsee im 29 Boote Feld  nur zu Platz elf.

Die Pressemitteilung: An der Spitze konnte sich mit deutlichem Punktabstand Favorit Kay-Uwe Lüdtke vom Schümann-Verein Yachtclub Berlin Grünau mit Kai Schäfers die Deutsche Meisterschaft 2011 der FD-Klasse für sich entscheiden. In der einzigen Wettfahrt des dritten Tages setzten sie mit einem weiteren ersten Platz ein deutliches Ausrufezeichen.

Als einziges der 29 angetretenen Teams leisteten sich Lüdtke/ Schäfers bei den insgesamt sieben Rennen keinen Ausrutscher. Bei ihnen stimmte einfach alles: Bootsgeschwindigkeit, Manöverablauf, Windtaktik und Feldtaktik. “Wir sind bis zum Schluss sehr konzentriert gesegelt. Das war bei diesen schwierigen Bedingungen absolut notwendig”.

Wolkenzauber über dem Schluchsee brachte von Flaute bis 5 Bft. alles © F. Biernat

Die Großwetterlage mit ihren unzähligen Regenschauerwolken hatte stark drehende Winde zur Folge. Auch die Windstärke schwankte erheblich, von Flaute bis zu kräftigen fünf Beaufort war eine große Bandbreite an Windstärken geboten.

“Es war eine höchst anspruchsvolle Aufgabe, hier meisterschaftswürdige Kurse auszulegen”, so Fabian Bach vom Bodensee, der zusammen mit Peter Demarez die Wettfahrtleitung übernommen hatte.

Doch obwohl zwei Läufe wegen massiver Winddreher abgebrochen werden mussten, standen am Ende der Meisterschaft sieben Läufe in der Ergebnisliste. Das war deutlich mehr als auf anderen mitteleuropäischen Revieren, wo bei zeitgleich ausgetragenen Regatten die Wettfahrten wegen Sturm ganz ausfallen mussten.

“Die Ergebnisse bergen aus meiner Sicht wenige Überraschungen”, bilanzierte Sportwart Christian Stock vom ausrichtenden Segelverein Schluchsee. “Das Team Lüdtke/ Schäfers hat im Vergleich zu den anderen Mannschaften einfach weniger Fehler gemacht. Dass man mal in die falsche Richtung segelt, ist bei diesen Winddrehern unvermeidlich.

Aber die Deutschen Meister haben das am schnellsten korrigiert.” Die Silbermedaille konnte Vorjahressieger Dirk Bogumil mit seinem Vorschoter Michael Lisken erringen. Er konnte eine Disqualifikation wegen unerlaubten Wriggens am Start streichen.

Die einzige Steuerfrau des hochkarätigen Feldes, Peggy Bahr, ersegelte mit ihrem Ehemann Thorsten Bahr einen hervorragenden fünften Platz. Bahr, die 1992 in der 470er-Klasse an den Olympischen Spielen in Barcelona teilgenommmen hatte, konnte damit sogar Topfavorit Philipp Buhl hinter sich lassen.

Start-Impression © F. Biernat

Buhl kämpft derzeit in der Laserklasse um die Qualifikation zur Teilnahme an der Olympiade 2012. Als Silbermedaillengewinner der Kieler Woche ist er einer der derzeit erfolgreichsten deutschen Segler. Doch zwischen der Einmannjolle Laser und dem hochtechnisierten Zweimannboot FD bestehen erhebliche Unterschiede.

“Gegen Ende der Meisterschaft hier am Schluchsee waren wir gut eingespielt und waren immer ganz vorne dabei”, so Buhl. In den ersten Wettfahrten hatte sich bemerkbar gemacht, dass Buhl noch nie mit seinem Vorschoter Stefan Waibel gesegelt war. Die Abstimmung in den Manövern musste daher erst noch erarbeitet werden. Die meisten Top-Teams segeln seit vielen Jahren in fester Zusammensetzung und sind so eingespielt, dass kaum noch verbale Kommunikation nötig ist, um schnelle Wenden und Halsen zu fahren.

“Wenn hier wieder eine Regatta für FD veranstaltet wird, kommen wir auf jeden Fall wieder”, verabschiedete sich der Viertplatzierte Roland Kirst am Sonntagmorgen vom Schluchsee. Wie viele andere Segler auch, war Kirst sichtlich angeschlagen.

Der Grund: Nach vollbrachter Meisterschaft hatten die Segler in der Tenne des Seglerhofes das Tanzbein geschwungen, bis in den frühen Morgenstunden die Bierfässer leer waren. Denn so ehrgeizig und bisweilen verbissen auf dem Wasser gekämpft wird: An Land will man maximalen Spaß miteinander haben.

 

Ergebnisliste

 

avatar

Christian Stock

Näheres zu Christian findest Du hier
Spenden
https://yachtservice-sb.com

Ein Kommentar „Marinepool-Cup – Flying Dutchman Meisterschaft am Schluchsee. Laser-Buhl im Mittelfeld“

  1. avatar FD sagt:

    Videoreportage FD IDM 2011
    …im Interview Philipp Buhl, Peggy Bahr, etc.

    http://www.yacht.de/multimedia/yacht_tv/action/hochsee-segeln-mit-dem-flying-dutchman/a63241.html

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *