Maxi Trimaran: 32 Meter Einhand-Monster auf Flügeln – Seb Josses neues Spielzeug

Echtes Hochsee-Fliegen


Die nächste verrückte Phase in der Entwicklung des Einhand-Segelns ist eingeläutet. Das Gitana Team will mit dem Maxi-Trimaran für Seb Josse das Geheimnis des Hochsee-Foilings knacken.

Bei der Vendée Globe standen die neuen IMOCA-Foiler im Blickpunkt, weil sie sich über die Wellen erhoben und schließlich auch den Sieg unter sich ausmachten. Aber viel schneller als ihre unbeflügelten Vorgänger sind sie nicht. Zu sehr wurden die technischen Möglichkeiten durch das Regelwerk eingeschränkt. Echtes Fliegen ist mit den seitlich aus dem Rumpf geschobenen Tragflächen nicht möglich.

Gitana

Die Vision vom 32 Meter langen Einhand-Foiler. © Gitana

Bei der neuen ultimativen Maxi-Trimaran-Regatta, die 2019 von Brest aus um die Welt starten soll, wird es anders sein. Die wichtigen französischen Rennställe arbeiten an 32-Meter-Trimaranen, die im Einhand-Betrieb wirklich fliegen können. Das ist nun noch einmal deutlich geworden bei der Vorstellung des neuen Gitana-Multihulls für Sebastien Josse.

In Paris ist das Projekt des neuen Maxis präsentiert worden, der im Juli erstmals nach eineinhalbjähriger Bauphase zu Wasser gelassen werden soll. Er wird ein echter Foiler sein, und die Gitana-Ingenieure lassen keinen Zweifel daran, dass sie den Weg des Hochsee-Fliegers weitergehen wollen. Seit 2014 basteln sie an dem neuen Ultime-Tri.

MOD70 auf Tragflächen

Schließlich ist es ihnen schon gelungen einen MOD70 Trimaran auf Tragflächen zu stellen. Das Schiff wurde längst an das Maserati-Team verkauft, und die Italiener haben schon einen Flügel abgebrochen, den sich nicht ersetzen können.

Gitana, Foils

Der modifizierte MOD 70 Trimaran “Gitana” auf Foils. © Yvan Zedda / GITANA SA

Das Know How im Gitana-Rennstall wird gehütet. Bei der Pressekonferenz wurden keine Details zu den Foils bekannt gegeben. Schließlich zerbricht sich auch die Konkurrenz gerade die Köpfe, wie man am besten über die hohen Wellen des Southern Ocean foilen kann, ohne Überschläge zu riskieren.

Francois Gabart ist mit “Macif” auf dem Weg am weitesten fortgeschritten und hat schon den 24 Stunden-Einhand-Rekord mit einem 32 Knoten-Schnitt gebrochen. “Banque Populaire” ist im Bau und “Sodebo” hat gerade erst mit der Planungsphase begonnen.

Aerodynamik wichtig

Die von Designer Guillaume Verdier und seinem Team konstruierte “Gitana” wird in der Multiplast Werft in Vannes gebaut und weist die klassischen T-Foils am Ruder und L-Profile an den Schwertern auf. Besonderes Augenmerk wurde auf die Aerodynamik der Beams und Plattform gelegt. Bei den hohen Geschwindigkeiten wird die Verringerung des Windwiderstandes immer wichtiger. 

Der erste Wettkampf für den Maxi Edmond de Rothschild soll die Transat Jacques Vabre über den Atlantik im November sein. Dabei wird Sébastien Josse vom Navigator Thomas Rouxel begleitet. Eigentlich ist “Gitana 17” für das Einhandsegeln konstruiert, sie kann aber auch mit Crew auf Rekordjagd gehen. 2018 steht die Route du Rhum im Fokus bevor 2019 das wichtige Rennen um die Welt startet.

 

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Carsten Kemmling

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