Meeresverschmutzung: Rio de Janeiros Müllboote bleiben vorerst am Steg

Kein Geld für sauberes Wasser

Schwimmende Eco-Müllsammler © secretario do ambiente

Schwimmende Eco-Müllsammler © secretario do ambiente

Noch vor drei Tagen wurde dem IOC erneut versichert, dass in Sachen „Wasserqualität“ auf den Olympischen Segelrevieren vor Rio alles nach Plan verlaufe. Fortsetzung einer politischen Farce.

Wer kann das alles noch ernst nehmen? Vor drei Tagen verkündete die vom IOC eingesetzte Chef-Inspektorin Nawal El Moutawakel, dass man von staatlicher und städtischer Seite beteuere, „alle Probleme in Sachen Wasserschmutzung bis zum Beginn der Olympischen Spiele“ im Griff zu haben. Die IOC-Inspektorin weiter: „Wir wollen, dass jeder einzelne Austragungsort bei den kommenden Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro bereit ist, damit die Athleten auf sichere und ungefährliche Weise ihre Wettkämpfe bestreiten können. Es wurde uns erneut versichert, dass alle Wettkampfstätten die Anforderungen des IOC erfüllen werden.“

Lippenbekenntnisse – denn schon drei Tage später blieben alle zehn Müllsammelboote, die seit Monaten in der Bucht agieren, am Steg. Der Grund: Ausbleiben öffentlicher Gelder. Der Staat hatte den Geldhahn zugedreht.

Zehntausende Tonnen Müll und Millionen Liter Abwässer werden jeden tag in die Bucht geschwemmt © Secretaria de Estado do Ambiente do Rio

Zehntausende Tonnen Müll und Millionen Liter Abwässer werden jeden tag in die Bucht geschwemmt © Secretaria de Estado do Ambiente do Rio

Außerdem müssten einige der Müllauffanganlagen an Flussmündungen dringend repariert, gewartet und (man lese und staune) vom Müll geleert werden – auch hierfür werden schon seit Wochen keine Gelder zur Verfügung gestellt.

Weder der brasilianische Sportminister noch die zuständigen Behörden in Rio de Janeiro wollten sich bislang zu den Vorfällen äußern.

Die Segelreviere in der Guanabara Bucht vor Rio de Janeiro sind mit treibendem Müll, ungeklärten Abwässern und entsprechenden gesundheitsgefährdenden Keimen extrem verschmutzt. Segler aus aller Welt protestierten bereits gegen diese Zustände. Bislang liegen die brasilianischen Behörden weit hinter dem vom IOC gesetzten Soll, die Wasserqualität in der Guanabara Bucht um 80% zu verbessern.

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Michael Kunst

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