Miami World Cup: Erichsen/Spitzmann angriffslustig im Nacra Duell mit Kohlhoff/Werner

"So schnell lassen wir die nicht nach Rio"

Aus dem ersten Weltcup in Miami kann man neue Spannung im Hinblick auf die am Wochenende startende zweite Olympia-Qualifikation im Nacra 17 ableiten. Erichsen/Spitzmann haben das Niveau erreicht, um Kohlhoff/Werner unter Druck zu setzen.

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Nacra 17 an der Luvtonne. © Pedro Martinez/Sailing Energy

Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann segeln erst seit einem Jahr Nacra 17. Da kann man nicht erwarten, die Qualifikation für Olympia zu schaffen. Zumal die Gegner zu den absoluten Überfliegern des deutschen Segelsports gehören.

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Lea Spitzmann und Jan Hauke Erichsen. © STG

Paul Kohlhoff und Carolina Werner stiegen nur ein Jahr früher vom 29er um und segelten bei der Nacra 17 WM mit einem nicht für möglich gehaltenen Formanstieg auf Rang fünf. Das Ergebnis zählte aber nicht für die interne Olympia-Qualifikation. Sie bestätigten zwar die Weltspitze mit Rang acht bei der ersten Ausscheidung (EM Barcelona), aber der Vorsprung beträgt nur neun Punkte.

Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass man noch schneller in die Weltspitze einer Olympischen Bootsklasse vorstoßen kann als Kohlhoff/Werner. Aber Erichsen/Spitzmann haben sich in ihrem Windschatten angesaugt und scheinen nun sogar in der Lage, das ganz große Wunder schaffen zu können.

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Kohlhoff/Werner führen in der Olympia Qualifikation der Nacra 17 mit neun Punkten.

Darauf deuten jedenfalls die jüngsten Ergebnisse hin. Bei der Nordamerikanischen Meisterschaft segelten sie schon bei guter Besetzung als Neunte unter die Top Ten. Und in der vergangenen Woche lag das Team vom Flensburger Segel-Club beim World Cup in Miami zeitweise unter den Top drei, um schließlich Position elf einzunehmen. Ein Frühstart verhinderte den Einzug ins Medalrace.

Keinen Patzer leisten

Kohlhoff/Werner landeten auf Platz 17. Sie zeigten mit zwei Tagessiegen ihre Klasse, dürfen sich aber nächste Woche keinen Patzer leisten. Sonst sind die Kontrahenten ganz schnell vorbei. Lea Spitzmann zeigt sich im Zweikampf mit den Kontrahenten angriffslustig. Im Interview mit dem Flensburger Tageblatt sagt sie: „Jetzt gibt es nur noch Vollgas. So schnell lassen wir die nicht nach Rio“

Vom deutschen Team war in Miami auch noch Justus Schmidt und Max Böhme im 49er am Start, die sich auf die Weltmeisterschaft vorbereiten. Nach einem schwachen ersten Tag verpassten sie trotz späterem Tagessieg die Goldfleet und landeten auf Rang 38.  Ihre finale Olympiaqualifikation geht beim Weltcup auf Palma über die Bühne.

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Robert Scheidt gewinnt. Pedro Martinez/Sailing Energy

Im internationalen Vergleich ist besonders bemerkenswert, dass sich Robert Scheidt im biblischen Laser Alter von 42 Jahren offenbar im Olympiajahr immer besser in Form bringt. Nach dem überragenden Comeback 2013 mit dem WM Titel folgte eine kleine Durststrecke auch mit Platz 15 bei der WM 2015. Aber nun siegte er im starken Feld zwar nur mit einem Punkt Vorsprung wies aber mit Abstand die größte Konstanz auf. Vor Rio gehört er nun definitiv zu den Top Favoriten für Gold.

Ergebnisse Miami World Cup 2016

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Nacra 17 Action. Pedro Martinez/Sailing Energy

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49er FX vor der Miami Kulisse. © Pedro Martinez/Sailing Energy

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Hübsche Frisur. Pedro Martinez/Sailing Energy

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Der Silber-Gewinner aus London ist zurück in der Finn Weltspitze. Der Däne Jonas Hogh-Christensen wird in Miami Zweiter. © Pedro Martinez/Sailing Energy

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Erichsen/Spitzmann in Miami

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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