Moth Worlds: Die besten Segler der Welt – Burling dominiert Kampf der Cup Stars

Motten downunder

49er Weltmeister Peter Burling vom Team New Zealand glänzt bei der Moth WM im 160 Boote Rekord-Feld. Duell mit Nathan Outteridge. 17 aktuelle America’s Cup Segler sind dabei.

 

Die wohl besten Segler der Welt machen die Weltmeisterschaft der fliegenden Moth Klasse im australischen Sorrento zu einem der besonderen Höhepunkte des diesjährigen Segelkalenders. Noch nie starteten so viele Moth Segler gemeinsam zu einer Regatta. Und das hat insbesondere damit zu tun, dass die besten America’s Cup Teams ihr Augenmerk auf diese Klasse gerichtet haben.

Nicht nur die potenziellen Steuerleute bilden sich in der neuen Dimension des Segelns auf Tragflächen fort. Von der gesamten Crew die für den Cup 2017 auf den AC 62 Katamaranen von elf auf acht verringert wurde werden seglerische Fähigkeiten und großes Verständnis für das Foil-Segeln erwartet. So treten bei den McDougall + McConaghy Moth Worlds gleich 17 Cup-Segler mit den fliegenden Kisten an.

Nicht alle haben die Chance, vorne mitzusegeln. Viele sind zu kräftig und zu schwer für die filigrane Moth. Zukünftige Cupsegler müssen viel Kraft an den Grindern aufbringen, da für reine Muskelprotze mit limitiertem Segelvermögen kein Platz mehr auf den Katamaranen ist.

Die besten America’s Cup Steuerleute

Aber die besten Steuerleute müssen auf diesem Spielfeld ihre Stellung untermauern. So sehen es jedenfalls Artemis, die Neuseeländer, Luna Rossa und Oracle. Nur die Franzosen und Briten haben niemanden geschickt.

In der Moth Klasse starten die Besten der Schnellsegel-Disziplinen. Und so ist es kein Wunder, dass 49er Weltmeister Peter Burling nach acht Rennen überlegen die Führung übernommen hat. Er könnte der neue Superstar der nächsten Jahre sein und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis er Dean Barker am Steuer des Kiwi Cuppers ablöst.

Moth Worlds

Aus der Flugphase abgetaucht. Die Motten erreichen bis zu 30 Knoten Speed. © Thierry Martinez/International Moth Class

In der Qualifikation gewann er am zweiten Tag alle vier Rennen. Das letzte mit einem sehr großen Vorsprung. Sein Top-Speed betrug bei starkem Wind 28,5 Knoten. Der Neuseeländer nahm schon 2011 und 2013 an der Moth WM teil. Im Unterschied zu damals bereitete er sich diesmal aber als neu rekrutiertes Team New Zealand Mitglied  akribisch auf die WM vor.

Sein großer Widersacher ist der Australier Nathan Outteridge, der ihm 2012 die 49er Goldmedaille wegschnappte, 2014 den zweiten Moth WM Titel holte und den Artemis America’s Cupper steuert. Nach der Qualifikation lag er punktgleich mit Burling an der Spitze, verpatzte dann aber das erste Goldfleet-Rennen.

Die 49er Vorschoter segeln vorne

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die beiden 49er Vorschoter von Burling und Outteridge Blair Tuke und Ian Jensen ebenfalls extrem gut mit der Moth zurecht kommen. Sie zeigen, dass heutzutage auch ein moderner Vorschoter große Künste an der Pinne aufbringen kann. Jensen kam auf Platz vier aus der Qualifikation und ist jetzt 11. Tuke gewann ein Rennen und ist 13.

Luna Rossa Steuermann Chris Draper macht einen starken Eindruck auf Platz fünf. Er segelt noch nicht so lange mit der Flügel Moth. Noch stärker war Laser Olympiasieger und Oracle Taktiker Tom Slingsby unterwegs, der auf Rang drei aus der Quali kam aber das einzige bisher nicht streichbare Goldfleet Rennen nicht beendete.

Mit einer starken Leistung könnte er teamintern Oracle Steuermann James Spithill unter Druck setzen, der wohl eigentlich auch antreten wollte aber dann doch eine aufgeschobene Ellenbogen Operation vorzog.

Die alten Kiwi Haudegen Dean Barker und Ray Davies schlagen sich ordentlich in den 20ern. Aber Star-Olympiasieger und Artemis Teammitglied Freddy Lööf , Oracle Coach Philippe Presti und Loick Peyron haben es nicht in die Goldflotte geschafft.

In Australien sind Segler aus 14 Nationen vertreten. Deutschland ist nicht dabei.

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Moth Worlds: Die besten Segler der Welt – Burling dominiert Kampf der Cup Stars“

  1. avatar Coole Sache sagt:

    Einmal mehr bewahrheitet sich wohl der Spruch: Mit den kleinen Booten lernt man das Segeln und mit den großen Booten gewinnt man die Preise

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  2. avatar Ikarus sagt:

    Wow!!!…. ICH WILL EINE MOTH!!!!!

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  3. avatar Holger Jess sagt:

    tja… leider leider ist von diesem Level der GER Segelsport Lichtjahre entfernt und hier gilt es erstmal viel viele viele Hausaufgaben machen bis 2020 – und das sind nur 6 Jahre.
    Irgendwann haben wir dann vielleicht auch mal Profis die alles können und sich mit den Besten der Welt matchen und egal auf welchem Bootstyp ob Motte oder A-Kat oder sonstwas modernes….
    Hier gilt es jetzt erstmal mehr bestmögliche Basisarbeit hinzulegen und weniger DropOut nach Jüngsten- und Jugendsegelei und viele alte Zöpfe abschneiden !

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    • avatar schade sagt:

      Respekt an die Profis vor der Entscheidung sein Leben voll dem Segeln zu widmen, sich an die Spitze zu kämpfen und sein Einkommen in die Hände von Multimillionären zu legen oder sich im Winter auf einem Trainerschlauchboot mit verzogenen Plagen herumzuschlagen. Dass es so schade sein soll in Deutschland nur wenige solcher Eliten-Spielkameraden zu haben, kann ich nicht so recht erkennen.

      Tatsächlich bedauerlich ist die geringe Anzahl an Nachwuchs. Vor allem, dass sich viele gute deutsche Segler scheinbar zu einseitig der Liebe zum Wasser verschrieben haben. Und der “DropOut”? Wer soll sich denn mit Anfang zwanzig eine der über viele Jahrzehnte hochgezüchteten Nussschalen leisten können? Wie viele netto Jahreseinkommen waren in den Achtzigern für eine neue Trapezjolle notwendig und wie viele sind es heute? So manch einer tröstet sich sich da lieber mit schicken Jacken und Freibier auf den dicken Bertas über das stumpfsinnnige Schotenreißen hinweg. Irgendwie schade

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  4. avatar AP sagt:

    ja ja, sieht man sich Segeldeutschland und die ollen Pötte an die hier so “bewegt” werden sind die Zöpfe nicht nur seehr lang sondern auch seehr grau

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  5. avatar Marc sagt:

    Da sieht man es wieder. Wer braucht schon einen Bremser am Lenker ah Steuermann. Selbst ist der Vorschoter 🙂

    PS: nach dem 420er, 29er und Co gehen so viele Segler verloren, weil die meisten Crews sich für das Studium, Ausbildung etc. trennen. Hier müsste mehr vermittelt werden. Im Optibereich ist Deutschland ja gar nicht so schlecht aufgestellt.

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