Nacra17-Unfall: Die Gefahr des Foilings – Dänischer Vorschoter im Krankenhaus

Schwere Verletzung

Der dänische Nacra17-Segler Christian Peter Lübeck hat sich in Neuseeland schwer verletzt. Es ist der zweite ernste Unfall mit der neuen Olympiaklasse, seit der Katamaran zum Foiler umgerüstet wurde.

Nacra17, Unfall

Die Dänen Lin Ea Christiansen / CP Lubeck bei der Oceanbridge NZL Sailing Regatta. Der Vorschoter wurde schwer verletzt. © Yachting New Zealand

Im August 2017 passierte der erste Unfall eines Olympiaseglers bei den Nacra17-Foilern, und die Klasse steht seitdem unter Beobachtung. Ist das Tragflächen-Segeln auf Olympia-Niveau vielleicht doch zu gefährlich? Nun ist es bei der Oceanbridge NZL Sailing Regatta zu einer weiteren schweren Verletzung gekommen.

Nacra 17

Olympiasieger Santiago Lange beim Nacra17-Foiling. Wenn ein Trapez bricht, ist das hintere Ruder Foil die größte Gefahr im Wasser. © Nacra

Christian Peter Lübeck, Vorschoter der Weltranglisten-Fünften Lin Ea Christiansen Cenholt, einer der wenigen weiblichen Steuerfrauen in der Mixed Klasse, fiel aus dem Trapez, als der Haken brach. Dabei wurde er in voller Fahrt von dem Ruder T-Foil am Bein getroffen und erlitt einen ernsten Schnitt.

Lübeck soll von den Nacra-Kollegen Liv Mackay und Micah Wilkinson gerettet worden sein. Umgehend wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo eine Operation erfolgte. Die tatsächliche Schwere der Verletzung ist nicht bekannt. Er soll aber für längere Zeit nicht mehr aufs Wasser dürfen.

Hatten die Profis nur Glück?

Der neuerliche Unfall ist Wasser auf die Mühlen vieler Kritiker, die bei der Entwicklung des Segelsports zu immer höheren Geschwindigkeiten große Gefahren sehen. Die America’s Cup-Verantwortlichen scheinen die Lektionen gelernt zu haben nach dem Tod von Andrew Simpson in San Francisco. In Bermuda kam es nicht zu den befürchteten schweren Unfällen. Oder hatten die Profis nur Glück?

Beim olympischen Foilen kommen mehr Sportler mit dem hohen Speed in Berührung. Und auf der Jagd nach Medaillen ist es nur natürlich, dass sie die Grenzen bis zum Limit ausloten. Die Sicherheit-Strukturen sind längst nicht so professionell organisiert wie beim America’s Cup. Deshalb sollten bei solchen Unfällen alle Alarmglocken schrillen, damit das Verletzungsrisiko in Grenzen gehalten wird. 

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Nacra17-Unfall: Die Gefahr des Foilings – Dänischer Vorschoter im Krankenhaus“

  1. avatar MothSegler sagt:

    Anmerkung: Der Junge heißt Christian Peter Lübeck: https://www.facebook.com/Sejlerlandsholdet/posts/10157163253662619

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar waterman2000 sagt:

    Foilen wird immer mit einem höheren Risiko verbunden sein. In fast allen foiling Klassen hat es schon haarsträubende Unfälle gegeben. Wenn Dich der Foil erwischt hast Du ein echtes Problem. Ich wurde letztes Jahr nach einem Abgang vom Kitefoil erwischt und seitdem habe ich eine schicke 15 cm lange Naht. Glücklicherweise hatte mich der Foil nur am Rückenl und nicht am Kopf erwischt. Einem Freund passierte ähnliches auf seiner Foiling Moth. Ich bin jedoch zuversichtlich das Protektoren, Schutzeinrichtungen und Reglements entwickelt werden um das Verletzungsrisiko der Crews zukünftig zu minimieren.

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    • avatar Dingufabkel sagt:

      Wie will man bei ner Motte vom Foil getroffen werden? Ich kenne niemanden, dem das gelungen ist, und halte das für ziemlich unmöglich. Was nicht heißt, dass es bei der Motte aufgrund der hohen Geschwindigkeiten fiese Schleuderstürze in Richtung Mast und Want gibt.

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      • avatar waterman2000 sagt:

        Ich kenne sogar Zwei und es geht ganz einfach – entweder triffst du den Foil oder er dich. Einer ist nach der Wende vom Wing abgerutscht und auf den Foil gefallen, den Anderen hat nach einem kapitalen Stecker der Heckfoil der überschlagenden Motte am Kopf getroffen. Beide waren allerdings noch in der Lehrnphase und Du hast sicherlich recht das die Motte durch die Wings zu den sichereren Foilern gehört. Beim Foilkiten hatten wir in der Anfangsphase auch zahlreiche Unfälle. Heute passiert wenig, weil wir entsprechende Erfahrungen in Entwicklung und Verhaltensweisen umgesetzt haben. Oberstes Gebot ist beim Sturz vom Foil wegzukommen. Die Boards haben daher nur noch max. 1 Fußschlaufe und sobald wir einen Kontollverlust haben, steuern wir den Kite nach hinten und ziehen die Bar voll durch damit wir abheben und möglichst weit vom Board landen.

        Ich denke solche Verfahren und Sicherheitseinrichtungen wird es auch bald auf Booten geben. Wenn ich sehe wie es die Leute um mich herum beim Gleitschirmfliegen, Freeskiing, Biken usw. zerlegt ist die gesamte Foilinggeschichte vom Risiko sowieso Peanuts.

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        • avatar Müller sagt:

          So ist es!
          Dazu noch eine „Sicherheitsfrage“: Bei welcher Sportart kann ich mich mit über 20kn sogar mal in BADEHOSE lang machen und trotzdem davon ausgehen, dass ich danach keinen Arzt brauche?
          Dermaßen dramatische Zwischenfälle sind (zum Glück) wirklich extrem selten – ganz im Gegensatz zu den Kommentaren über die Sicherheit.

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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