New York-Vendée: Thomson im Sturm – Spekulationen zur Ursache der Kollisionen

"Meine Führung bedeutet gar nichts"

Alex Thomson behauptet seine Führung beim New York-Vendée Transat, die er auf nahezu 100 Meilen ausgebaut hatte. Aber der Vorsprung schrumpft und beträgt nun nur noch 78 Meilen. “Meine Führung bedeutet gar nichts”, sagt der Brite im Video. Er erwartet besonders vor dem Ziel komplizierte Bedingungen mit teilweise sehr leichtem Wind.

Umso überraschender ist es, dass er einen großen Querabstand von bis zu 100 Meilen zur direkten Konkurrenz zulässt. Normalerweise möchte man mit einem neuen Boot möglichst viele Informationen im Vergleich mit den Gegnern gewinnen. Denn diese Transatlantik-Regatta ist nur ein relativ unwichtiger Prolog für die im November startende Vendée Globe. Wenn Thomson alleine im Norden den direkteren Kurs segelt, ist er anderen Bedingungen ausgesetzt.

Alex Thomson (grau) segelt alleine auf direktem Weg ganz im Norden

Alex Thomson (grau) segelt alleine auf direktem Weg ganz im Norden

Auch wettertaktisch mag die Kurswahl kein Selbstgänger sein. Denn es wird erwartet, dass er schneller als die Konkurrenz auf Gegenwind stößt. Sébastien Josse (“Edmond De Rothschild”) und Jérémy Béyou FRA (“Maître Coq”) holen jetzt schon mächtig auf.

Wie kam es zu den Kollisionen?

Währenddessen laufen an Land fieberhaft die Untersuchungen zu den ungewöhnlichen Massen-Kollisionen, von denen fünf Boote betroffen waren. Vier IMOCAs sind nach den Reparaturen inzwischen wieder unterwegs, Top Favorit “Banque Populaire” hat offiziell aufgegeben.

Hugo Boss, Thomson

Hugo Boss aus der Mast-Perspektive. © Hugo Boss

Besonders Morgan Lagravière war geschockt von dem Zusammenstoß bei einem Speed von 20 Knoten. In 15 Sekunden soll gut eine Tonne Wasser in seine “Safran” geströmt sein, als das Foil den Schwertkasten aufriss. Aber nach einem Bug-Wechsel konnte er die Situation kontrollieren.

Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass nicht etwa Treibgut sondern Tiere zu den Ausfällen geführt haben könnten. So hat Alex Thomson große Ansammlungen von Mondfischen im Wasser beobachtet. Vincent Riou berichte von zahlreichen Hai-Sichtungen.

Dei Wettfahrtleitung will nun eine umfassende Untersuchung mit Meeresbiologen und der Küstenwache in Angriff nehmen, um die Vorfälle zu verstehen und beim nächsten Mal im Vorfeld reagieren zu können.

Tracker New York-Vendee

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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