Nord Stream Race: Kröger, Jungblut und Co um 100.000 Euro Gazprom-Preisgeld

Russen-Race auf der Ostsee

Die russische Swan 60 "Bronenosec" gewann den Swan Rolex Cup und gehört zu den Favoriten beim neuen Nord Stream Race. © Nord Stream Race

Die russische Swan 60 “Bronenosec” gewann den Swan Rolex Cup und gehört zu den Favoriten beim neuen Nord Stream Race. © Nord Stream Race

Gerade ist die Meldung über eine Kooperation zwischen Nautor Swan und dem russischen Industrieriesen Gazprom zur Entwicklung einer Swan 60 Einheitsklasse über die Ticker gegangen, da schiebt das neu vereinte Duo auch schon sein erstes Regatta-Projekt an.

Unter Federführung des Yacht Club Sankt Petersburg und seines Commodore Vladimir Liubomirov (gelegentlich auch im Drachen auf der Bahn) startet am 18. Oktober ein 750 Meilen Rennen über die Ostsee. Das ”Nord Stream Race“. Zur Premiere finden sich in diesem Jahr fünf Swan 60s ein, die alle vom YC St. Petersburg gestellt werden. Die Veranstaltung ist über eine Laufzeit von fünf Jahren geplant.

Die neue One-Design-Swan-60-Flotte vor Porto Cervo. © Nord Stream Race

Die neue One-Design-Swan-60-Flotte vor Porto Cervo. © Nord Stream Race

In drei Etappen führt das Rennen von Sankt Petersburg über Helsinki und Gotland nach Greifswald über die Ostsee und verbindet auf diese Weise die vier Länder, durch deren Gewässer die frisch verlegte Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland führt. Namensgeber für das Race ist dann auch die Muttergesellschaft des Gaskonsortiums.

Nach Sankt-Petersburg wird der erste Etappenort Helsinki für drei Tage, vom 19.-21. Oktober, zweiter Gastgeber der kleinen Flotte sein. Das Programm sieht dort für Samstag, den 20. Oktober einige inport-match-races sowie am Sonntag ein Open Ship für die Öffentlichkeit, die Medien und Gäste vor.

Tim Kröger steuert beim Swan 60 Training. © Nord Stream Race

Tim Kröger steuert beim Swan 60 Training. © Nord Stream Race

Am Montag, den 22. Oktober wird die Flotte dann zunächst nach Gotland weitersegeln um dann am 27. Oktober in Greifswald anzukommen. Ihren Abschluß findet die Regatta dort mit einer kleinen Parade für die Zuschauer und der anschließenden Preisverleihung.

Die Schwanen-Flotte segelt in fünf Teams (Team Europe, Team France, Team Deutschland, Team Holland und Team Russia). Die teilnehmenden Crews kommen allerdings aus mehr als fünfzehn europäischen Ländern und die internationale Jury ist mit Mitgliedern aus Großbritannien, Dänemark, Polen, Estland, Schweden, Finnland, Russland und Deutschland besetzt.

Thomas Jungblut (r.) und Niels Heyde führen die deutsche Swan60 und haben schon vor Porto Cervo geübt. © Nord Stream Race

Thomas Jungblut (r.) und Niels Heyde führen die deutsche Swan60 und haben schon vor Porto Cervo geübt. © Nord Stream Race

Skipper des Team Europe wird der Hamburger Tim Kröger sein, der unter anderem von Eberhard Magg, Tom Swift Christian Scherrer und Robert Stanjek unterstützt wird. Navigator ist der Südafrikaner Marc Lagesse, mit dem Kröger zusammen bei Shosholoza gesegelt ist.

Das Team Deutschland führt Thomas Jungblut mit Niels Heyde, mit der regulären Swan 60 “Emma”-Crew von Johan Killinger, mit der sie beim Swan Rolex Cup auf Rang drei von sechs Schiffen segelten.

In der vergangenen Woche absolvierten die Teams Europe, Deutschland, Russland und Holland, anläßlich des Swan Rolex Cups vor Porto Cervo, Sardinien, mit ihren Crew noch ein Teamtraining. Liubomirov wird mit dem Team Russia auf seiner vor Sardinien siegreichen ”Bronenosec“ auf die Unterstützung des America’s Cup Veteranen Tommaso Chieffi zurückgreifen können.

Die Swan 60 "Emma" landete beim Rolex Cup auf Rang drei von sechs gleichen Schiffen. © Nord Stream Race

Die Swan 60 “Emma” landete beim Rolex Cup auf Rang drei von sechs gleichen Schiffen. © Nord Stream Race

Obwohl sich die Ostsee Ende Oktober üblicherweise nicht gerade besonders einladend präsentiert, ist das ”Nord Stream Race“ als jährlich wiederkehrende Veranstaltung geplant. Die diesjährige Jungfernregatta startet als Einladungsrennen, ausschließlich für die Swan 60s. Sie soll zukünftig aber auch zahlreiche andere hochklassige Boote anziehen.

Liubomirov wünscht sich jedenfalls, ”dass das ”Nord Stream Race“ nicht nur das führende Segelevent auf der Ostsee sondern eine international anerkannte und hochklassige Offshore-Regatta wird“. Der diesjährige One-Design Modus läßt spannende Fleet Races unter erschwerten Wetterbedingungen erwarten und soll den Fokus mehr auf die seglerische Crewleistung als auf hochgezüchtetes High-Tech Bootsmaterial richten. Der Gewinner darf sich zudem auf ein stattliches Preisgeld von € 100.000 freuen – Gazprom sei Dank.

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https://northsails.com/sailing/de/

3 Kommentare zu „Nord Stream Race: Kröger, Jungblut und Co um 100.000 Euro Gazprom-Preisgeld“

  1. avatar Friedrich sagt:

    Das musste ja irgendwann kommen. Die russischen Oligarchen steigen beim Segeln ein. Aber passt ja bestens zusammen: “Lupenreine Demokraten” und “auf jedem Schiff das dampft und segelt, gibt’s einen der das regelt”.

    In umgekehrter geographischer Richtung ist ja leider der Baltic Sprint Cup verschieden….

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Heini sagt:

    Ja, “Gazprom sei Dank”, gut für’s Segeln, aber hat trotzdem immer ein Geschmäckle bei dem Laden.

    Uhren, Autos, Bier oder Turnschuhe sind mir irgendwie lieber.

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  3. avatar Bernward Otto sagt:

    Die Idee zur Nord Stream Challenge stammt aus einer anderen Feder.

    …einigen Segelenthusiasten der Firma Wintershall und Wingas, die im Jahr 2010 diesen Törn durchgeführt haben.

    Der Grundgedanke dabei lag auf Teamgeist und Völkerverständigung

    (s.a. http://www.wingas.de/1505.html?&L=3 )

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