Normandy Channel Race: Blumencron, Herrmann und Riechers

"Aufregend und windig"

Heute (14.4.) startet das 1000 Meilen Normandy Channel Race um den Fastnet Rock. Jörg Riechers hat den gebrochenen Mast ersetzt. Müller von Blumencron kommt nach seiner Demission beim SPIEGEL mit Boris Herrmann auf andere Gedanken.

"Mare" beim Normandy Channel Race

“Mare” startete gut beim vergangenen Normandy Channel Race, musste später aber mit einem Bugspriet Bruch aufgeben.© Jean Marie Liot

“Mare ist bereit”, berichtet Jörg Riechers aus Caen, wo ab 11:30 Uhr  20 Class 40 Yachten zum Normandy Channel Race auslaufen. “Wer hätte nach dem Mastbruch am vergangenen Montag gedacht, dass wir so weit kommen. Ein großes Dankeschön an das Mare Racing Team, das in den vergangenenen Nächten durchgearbeitet hat. Ich bin sooo stolz auf das Team. Und ein großes Dankeschön an Aloys Le Claquin der uns sein Rigg angeboten hat – eine tolle Einstellung!! Nun liegt es an mir und Pierre, uns mit einem guten Resultat zu bedanken.”

Masochismus

Einen Gewalt-Akt anderer Art hat Mathias Müller von Blumencron hinter sich, der mit seiner “Red” die 540 Meilen von Brunsbüttel nach Caen in 51 Stunden bei eiskaltem Ekelwetter absolvierte. “Wir müssen über Masochismus reden”, schreibt er. “Warum unternehmen Menschen von Zeit zu Zeit Aktivitäten, die weh tun, bei denen sie sich schlecht und völlig unbehaglich fühlen?

 Mare in Caen

Nach dem Mastbruch konnte das Mare Team doch noch rechtzeitig den Leih-Mast vom Schwesterschiff stellen. © NCR

Es ist wahrscheinlich der bizarrste Wunsch der modernen Zivilisation. Ich bezweifele, dass er irgendeine andere Auswirkung für die Menschheit hat außer der Tatsache, das Mascochisten generell dumm aussehen…Solche Gedanken gehen einem durch den Kopf, wenn man zu Ostern über die bitterkalte Nordsee segelt während Schnee auf dem Deck liegt und das Spritzwasser zu Eis gefriert.”

Aber Müller von Blumencron (52) mag nach den turbulenten Tagen um seine Demission als SPIEGEL Chef die Aussicht gutheißen, auf andere Gedanken zu kommen. Zusammen mit Boris Herrmann hat er eine gute Chance, eine Rolle bei dem Rennen zu spielen, auch wenn sein Rogers Design von 2007 im Vergleich zu der neuen Class 40 Generation schon etwas betagt ist. Herrmann kann auf dem komplizierten strömungsreichen Kurs seine neu erworbenen Kenntnisse als Navigator gewinnbringend einsetzen.

Die Favoriten

Mathias Müller von Blumencron mit seiner "RED"

Mathias Müller von Blumencron beim eisigen Überführungstörn von Brunsbüttel nach Caen. © Team RED

Favoriten sind laut Blumencron aber andere. Er hat besonderen Respekt vor dem erfahrenen Halvard Mabire (56) mit Miranda Merron (43), die zusammen das Quebec -St.Malo Rennen gewonnen haben. Er sieht aber auch Riechers mit seinem “sehr schnellen Manuard Design” weit vorne. “Wahrscheinlich ist er der Skipper, der Training und Vorbereitung im ganzen Jahr so ernst wie kein anderer nimmt”.

Aber der Hamburger glaubt auch an das Potenzial des jungen Briten Ned Collier Wakefield (25), der im vergangenen Jahr gewonnen hat, und den er für eines der größten Hochsee-Talente aus England hält. Wakefield segelt allerdings noch nicht sein neues Ker-Design, das zurzeit von der neuseeländischen McConaghy Werft fertiggestellt wird. Er chartete eine neue Akilaria RC3, die er noch kaum gesegelt hat.

Besonders interessant wird allerdings der Auftritt von Sebastian Rogues (26) der mit GDF Suez seit einigen Jahren einen treuen, potenten Sponsor an seiner Seite hat. Nach einer schwachen vergangenen Saison ist er wie Riechers zu einem Mach 40 Design gewechselt, das 2013 fertig wurde.

Normandy Channel Race Kurs

Der spannende Kurs beim Normandy Channel Race um den Fastnet Rock. © NCR

Als weiteren Favoriten nennt Blumencron den französischen Paralymics Sieger von 2008 Bruno Jourdren, der allerdings 2012 in Weymouth ohne Medaille blieb. Mit dem starken Route du Rhum und Mini-Fastnet Sieger Tom Ryant und einem schnellen Verdier Design von 2012 werden sie an der Spitze des Feldes erwartet.

“Es ist eines der stärksten Class 40 Felder. Es wird aufregend und sehr windig”, sagt Blumencron. Boris Herrmann bestätigt: “Das Wetter sieht gut aus für den Start ist aber aber ab Dienstag sehr ungewiss. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir ziemlich heftige Bedingungen erwarten können.”

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Eventseite Normandy Channel Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Normandy Channel Race: Blumencron, Herrmann und Riechers“

  1. avatar klugscheisser sagt:

    . . .die neue forty(1)design http://www.forty1design.com/ von Ned wird zwar von McConaghy gebaut aber nicht in Neuseeland sondern in China 😉

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  2. avatar Ketzer sagt:

    Das ist auf jeden Fall ein derbes Revier für so ein Rennen. Die Route verspricht ‘ne harte Nummer.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar Claus sagt:

    …die Abfindung vom SPIEGEL wird ein neues Boot ermöglichen! Ganz Klar!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 16

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