Normandy Channel Race: Riechers klarer Sieg, Müller von Blumencron starker sechster

Schnell und schlau

Jörg Riechers (44) und Pierre Brasseur (33) haben auf “Mare” das Normandy Channel Race mit gut einer Stunde Vorsprung gewonnen. Mathias Müller von Blumencron und Boris Herrmann platzierten sich im spannenden Finish auf Rang sechs.

Jörg Riechers (l.) und Pierre Brasseur freuen sich über den Sieg beim Normandy Channel Race.

Jörg Riechers (l.) und Pierre Brasseur freuen sich über den Sieg beim Normandy Channel Race. © JEAN-MARIE LIOT

Am Ende war es eine Demonstration von Stärke. Nachdem das deutschfranzösische Doppel aus dem Mare-Rennstall die Führung übernommen hatte, sah es nicht mehr in den Rückspiegel und legte in der letzten Phase des Rennens noch einmal 11,4 Meilen zwischen sich und die Konkurrenz. Nach drei Tagen sieben Stunden und 57 Minuten lag “Mare” exakt 56 Minuten und 20 Sekunden vor den Franzosen Jossier/Toulorge, die einen Großteil des Rennens geführt hatten.

Dabei schaffte es die deutsche Yacht als einzige auf dem rund 650 Meilen langen verkürzten Kurs einen Schnitt von über acht Knoten zu er zielen (8,08). Der Schnitt pro Meile lag mit 8,43 Knoten etwa bei dem der Konkurrenz, aber mit exakt 673,73 Meilen segelte das Team die zweitkürzeste Strecke auf dem Kurs. Die direkten Gegner segelten neun Meilen mehr, der alte Fuchs Halvard Mabire nur drei Meilen aber ein Großteil des Feldes sogar 20 Meilen.

"Mare" Sieg

Eine Stunde nach Mitternacht war der “Mare” Sieg perfekt. © JEAN-MARIE LIOT

“Mare” war demnach nicht nur schnell, sondern auch schlau unterwegs. Das galt besonders für die Anfangsphase des Rennens. Nach früher Führung geriet Riechers zwar schwer unter Druck, als er nach der Rundung von St. Marcouf auf die östlichste Seite des Feldes segelte und bis auf den 13. Platz zurückfiel. Aber dabei handelte es sich weniger um einen Extremschlag, der ihm in früheren Zeiten schon mal eine bessere Platzierung verhagelt hatte, als Defensivarbeit.

Nach vorne gearbeitet

Denn die wichtigsten Gegner “GDF Suez” und “Campagne De France” lagen gleichauf. “Mare” hielt während des gesamten Rennens den erfahrenen Quebec St.Malo Sieger Mabire im Auge und im Griff. Geduldig arbeitete sich das Duo wieder nach vorne und feierte am Ende einen überzeugenden Sieg, der längst nicht mehr alleine auf überragenden Bootspeed zurückgeführt werden kann. Die Konkurrenz hat auf diesem Gebiet aufgeschlossen.

Jörg Riechers spritzt  mit Champagner

Müde aber glücklich. Jörg Riechers spritzt ausgelassen mit Champagner. © JEAN-MARIE LIOT

Riechers sagt nach dem Zieldurchgang in der Nacht um 00:57 Uhr: “Dieser Sieg ist toll nach drei Versuchen und besonders nach dem Mastbruch kurz vor dem Rennen. Das Normandy Channel Race ist eine sehr harte und technisch anspruchsvolle Regatta. Die Navigation war teilweise sehr kompliziert, aber wir haben nie nachgelassen.”

Partner Pierre Brasseur sagt: “Was für ein Rennen! Es war unglaublich intensiv vom Anfang bis zum Ende.” Dabei habe besonders ihre Aufgabenteilung sehr gut funktioniert. Jörg habe das Boot permanent schnell gemacht, er sei überwiegend für die Navigation zuständig gewesen.

Jörg Riechers

Riechers nach fast dreieinhalb anstrengenden Tagen auf See. © JEAN-MARIE LIOT

Der zweitplazierte Alexander Toulorge betont die extreme Physis, die auf diesem kurzen Kurs mit vielen notwendigen Segelwechseln gefragt sei. Und sein Co Skipper Nicolas Jossier erklärt: “Mare war auf dem Reach einfach schneller. Wir haben im dem ersten Teil des Rennens das Wetter gut gelesen. Das hat uns viel geholfen.” Am Ende ging ihnen allerdings die Luft aus. Sie retteten nur noch einen Vorsprung von zwei Minuten vor Mabire/Merron ins Ziel.

So aufregend war der nächtliche Zieleinlauf in Hermanville auch für Mathias Müller von Blumencron und Boris Herrmann. Vier Boote lagen in einem Bereich von 20 Minuten auseinander. Die Deutschen hatten mit ihrer “Red” die lange vor ihre platzierte “Groupe Picoty” eingeholt, waren aber ihrerseits vom britischen Titelverteidiger Ned Collier Wakefield auf seiner Akilaria RC3  (2012) überlaufen worden.  Platz sechs ist ein starkes Ergebnis für die sechs Jahre alte “Red”.

Ergebnisse Normandy Channel Race

Race Viewer Normandy Channel Race

Eventseite Normandy Channel Race

"Mare" siegt

Der Moment des Zieleinlaufs. “Mare” siegt mit einem Leihrigg und -Groß. © JEAN-MARIE LIOT

 Halvard Mabire und Miranda Merron

Die großen Favoriten Halvard Mabire und Miranda Merron saßen “Mare” immer im Nacken. © JEAN-MARIE LIOT

Mathias Müller von Blumencron und Boris Herrmann

Mathias Müller von Blumencron und Boris Herrmann segelten in einem starken Rennen auf Rang sechs. © JEAN-MARIE LIOT

Die Renndaten der Besten

Die Renndaten der Besten

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

6 Kommentare zu „Normandy Channel Race: Riechers klarer Sieg, Müller von Blumencron starker sechster“

  1. avatar Badewannensegler sagt:

    Glückwunsch!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 0

  2. avatar armchairadmiral sagt:

    YES!!!!
    Herzliche Glückwünsche und weiter so!
    Schnell und schlau gesegelt – wenn wir das doch auch so machen würden…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 13 Daumen runter 0

  3. avatar andreas sagt:

    Super Jörg, Glückwunsch!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 0

  4. avatar Marsha sagt:

    Die strotzen vor Selbstbewusstsein 🙂
    Weiß die Redaktion, warum Zu Hang und Axel Strauss das Rennen ausgelassen hat? Letztes Jahr war er ja gut drauf. Es segelt das Les Sables – Horta. Und wo ist überhaupt Anna Renken? Wie sind ihre Chancen auf ein Platz im VOR-Frauenboot?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  5. avatar Mirko sagt:

    Wow! Das muss ein tolles Gefühl sein – mit der Hau-Ruck Aktion vor dem Rennen und dann noch gewinnen.
    Das Selbstbewusstsein, dass Jörg und MARE aus dieser Saisoneröffnung mitnehmen, wird sie nochmal schneller machen. Weiter so!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  6. avatar axel sagt:

    Hallo Marsha, ich musste das NCR auslassen, da ich zum einen kein Budget gefunden habe, das Rennen frühzeitig mit meinem eigenen Boot aufzugleisen, und später, als eine Teilnahme als Co-Skipper auf einem anderen Boot zur Diskussion stand, rotes Licht von meinem Arbeitgeber erhielt. Ziemlich profane Gründe…
    Class40 segeln ist sehr zeitintensiv und wird immer teurer. Insofern kann ich die in einem früherern Artikel etwas pointiert als “Segel-Schoner” bezeichneten Kollegen, die das Rennen zur Materialschonung aufgegeben haben, teilweise verstehen.
    Nicht jeder hat ein unbeschränktes Budget….
    Das Rennen auf dem Parcours zu dieser Jahreszeit zu veranstalten ist auch eine Diskussion wert.
    Glückwunsch an Mare und an Mathias und Boris!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 27 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *