Barcelona World Race: Rettung für “Mirabaud”, Boris Herrmann spürt “Estrella” im Nacken

Die Hilfe naht

Michele Parèt und Dominique begrüßen die Helfer auf dem Wasser und aus der Luft. © FNOB

Dominique Wavre und Michèle Paret haben bei ihrem verzweifelten Versuch, mit Notrigg gegen den Wind das Festland zu erreichen Hilfe von der argentinischen Marine erhalten.

Ein Kriegschiff brachte den dringend benötigten Sprit für die 280 Meilen bis zum Zielhafen Mar del Plata. Dominique Wavre koordinierte die Operation mit dem argentinischen Maritime Rescue Coordination Center (MRCC).

Die argentinische Fregatta "Ganville" wird von einem Orion Flugzeug der Marine zur "Mirabaud" geführt. © FNOB

Die Lenkwaffen-Fregatte “Granville” sowie ein P-3 B Orion Flugzeug der Marine nahm Kontakt mit der „Mirabaud“ auf. Per Tender wurde der benötigte Diesel übergeben.

Derweil ist „Hugo Boss“, das zweite Sorgenkind der Flotte, im Hafen von Port Stanley eingelaufen. Die Segler mussten tatsächlich erst auf das Shore-Team warten, das aus Norton in England einflog. Der Flug zu der abgelegenen Insel geht nur einmal in der Woche.

Argentinische Soldaten bringen "Mirabaud" den benötigten Sprit im Schlauchboot.. © FNOB

In sportlicher Hinsicht können sich Boris Herrmann und Ryan Breymaier beim Barcelona World Race kaum noch ihrer spanischen Konkurrenz auf „Estrella Damm“ erwehren. Boris schreibt: „Ich denke nicht, dass wir sie bis  ins Ziel halten können mit unserem Kielproblem.

Schließlich ist der Schwenkkiel so etwas wie das Gaspedal und das drücken wir jetzt aus Vorsicht nur noch halb durch. Ankommen ist erste Priorität. Dabei nichts zu verschenken ist klar. Wir arbeiten weiter hart. Was dabei herauskommt, werden wir in drei Wochen sehen.“

Situation am 17.3. "Virbac" parkt vorne in den Doldrums. "Mapfre" hat 150 Meilen aufgeholt, liegt aber immer noch 280 Meilen zurück.

Seit den Problemen mit der Hydraulik, die nach einem besonders hohen Sprung von einer Welle durch die Kompression des nach Luv angewinkelten Kiels partiell ausgefallen ist, kann das Kielgewicht nur noch begrenzt nach Luv geschwenkt werden. Auf bestimmten Kursen erwachsen daraus deutliche Leistungseinbußen.

Der Vorsprung zu „Estrella Damm“ ist auf 65 Meilen geschmolzen. „Renault“ liegt 233 Meilen voraus.

Der Doldrum-Effekt. "Virbac" (untere Linie) kommt im Flautenfeld schwer voran. Die Konkurrenz "Mapfre" (mitte) und "Renault" holt mit besseren Etmalen auf.

Ryan Breymaier sagt im Video-Interview, dass er sich wenige Gedanken über die „Renault“ macht. „Wir versuchen krampfhaft vor diesem roten Boot hinter uns zu bleiben, vor dem wir Angst haben. Wenn es mit 100 Prozent segeln kann, wird es schneller sein.“

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://nouveda.com

Ein Kommentar „Barcelona World Race: Rettung für “Mirabaud”, Boris Herrmann spürt “Estrella” im Nacken“

  1. avatar Volker sagt:

    diese schwenkkiel-thematik ist doch absurd, ich möchte nicht wissen, wieviel % der ausfälle in den letzten jahren darauf zurück zu führen sind. 40%?? und dabei sind die ausfälle nicht gerade ungefährlich. ich denke, es müssten dringend in den entsprechenden regulations schärfere minimum anforderungen festgelegt werden. seit jahren russischjes roulette round the world .. das schadet dem sport.

    Volker

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *