Jules Verne Trophy

Den Zug verpasst

"Goupama 3" segelt derzeit in einem viel zu ruhigen Indischen Ozean bei trübem Wetter © www.cammas-groupama.com

Franck Cammas und seine Crew haben mit ihrem 31,50 Meter langen Trimaran „Groupama 3“ den Sprung auf ein gutes Wettersystem verpasst. Knapp zwar, aber folgenreich. Werden sie nun nach dem Gorbatschow-Motto „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ dauerhaft der Referenzzeit hinterher segeln?

Am heutigen Morgen um 7 Uhr segelte der Tri mit gerade einmal 13,6 Knoten mit Kurs 132 Grad gen Südosten. Immerhin, es geht wieder Richtung Antarktis. In den vergangenen Tagen hatte Cammas eher einen Schlingerkurs hingelegt, der ihn viel zu weit nach Norden führte, was den Weg um den Erdball unnötig verlängert.

Stets war der Skipper auf der Suche nach einer Möglichkeit, doch noch auf die guten Nordwinde des sich voraus bewegenden Wettersystems aufspringen zu können. Gelungen ist es ihm nicht. „Unser Navigator Stan Honey und Sylvian Mondon von Météo France in Paris haben alles versucht, uns wieder in dieses System hinein zu manövrieren, aber es hat nicht geklappt.“ Laut des Meteorologen in der französischen Hauptstadt, ist die Tür zu diesem Zug unmittelbar vor dem Bug des Trimarans zugeschlagen. „Wir waren bis auf 20 Seemeilen ran“, kommentierte er die Situation.

Kann der Zeit nicht zufrieden sein: Skipper Franck Cammas am Steuer seines Trimarans © www.cammas-groupama.com

Knapp vorbei ist auch daneben – und so muss sich die Cammas-Crew nun weitere Tage mit durchschnittlichen Winden, und dem zufolge auch mit einem Tempo zwischen Gut und Böse abfinden. Das neu ausgegebene Ziel ist, sich den Kerguelen im Süden anzunähern, ähnlich wie es Bruno Peyron mit seinem 36,80 Meter langen Katamaran „Orange II“ bei seiner Rekordfahrt 2005 tat.

Das nächste Tiefdruckgebiet erreicht die „Groupama 3“ wohl erst in gut zwei Tagen, so dass das Team nun das Beste aus der Situation machen muss. Spätestens im Süd-Pazifik will die Crew dann wieder Boden auf den virtuellen Gegner, die „Orange II“ gut machen. Vorausgesetzt, sie verpasst nicht wieder einen wichtigen Zug in Form eines ausgewachsenen Tiefdruckgebietes.

Mehr Infos zum Rennen: www.cammas-groupama.com

Auf dem Positionsbild von heute Morgen ist sehr gut zu erkennen, wie die Zone mit Druck direkt vor der "Groupama 3" (grünes Schiff) davon zieht. Erst Südwestlich von Südafrika nähert sich das nächste Tief. © Groupama; www.cammas-groupama.com

Mathias Müller
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