German Offshore Award 2014: Kellinghusen gewinnt mit “Varuna”

Seesegler feiern

Jens Kellinghusen, Eigner der “Varuna”, hat im Hamburger Rathaus vom Staatsrat Schwinke den German Offshore Award 2014 überreicht bekommen.

Die Ker 51 “Varuna”, gebaut bei Knierim in Kiel, kam im zweiten Jahr nach ihrer Taufe so richtig in Fahrt und gewann zum Jahreswechsel die Klassenwertung IRC 1 des berühmten Sydney-Hobart Rennens gegen über 20 hochklassige Konkurrenten.

Jens Kellinghusen mit dem German Offshore Award, Günter Alajmo und Jan Hilbert (r.) aus dem "Varuna" Team © AB - SegelReporter

Jens Kellinghusen mit dem German Offshore Award, Günter Alajmo und Jan Hilbert (r.) aus dem “Varuna” Team © AB – SegelReporter

Die Mitbewerber um den begehrten Offshore Award waren: die Swan „Best Buddies“, „Emma“ (Skipper T. Jungblut), „Caro“ und erneut Jörg Riechers’ „Mare“. “Eine schwere Entscheidung”, sagte Volker Andreae, Vorsitzender der German Offshore Owners Association. Der unerwartete Erfolg down under beim Sydney Hobart Race gab schließlich den Ausschlag für die “Varuna”.

„Unser Anliegen ist es nicht nur, die Hochsee-Segler aus den verschiedenen Ländern, insbesondere die Ostsee-Anrainer, näher zusammen zu bringen”, sagt Volker Andreae. “Wir wollen auch die deutschen Eigner ermutigen, mehr an Wettfahrten im Ausland teilzunehmen. Deshalb ist Jens Kellinghusen mit seinem Engagement am anderen Ende der Welt ein idealer Preisträger.”

Brecher und technische Probleme

German Offshore Award

Der German Offshore Award im Hamburger Rathaus. © GOOA

Nach den Highlights des Rennes gefragt, berichtete Jens Kellinghusen gegenüber SegelReporter: „Von völliger Flaute bis zum ausgewachsenen Sturm mit hohen Brechern war alles dabei – ein unglaublich hartes Rennen! Wir lagen eigentlich immer in der Spitzengruppe und mit etwas mehr Fortune hätten wir sogar über alles gewinnen können. Leider hatten wir kurz vor dem Ziel technische Probleme.

Für den Gennaker war der Anlieger nach Hobart bei dem starken Wind zu spitz. Also setzten wir das Staysail, bekamen aber keinen Druck auf die Hydraulik und mussten es wieder bergen. Die letzten Meilen sind wir nur mit gerefftem Groß gesegelt und konnten natürlich den Speed nicht halten. Aber mit unserem Klassensieg und Rang 4 von über 70 Yachten in der IRC Gesamtwertung sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden.“

Ebenfalls vergeben wurden der German Offshore Jugendpreis – er ging an die Damencrew der „Tutima“. Ihr Altersdurchschnitt liegt unter 25 Jahren.

Der hanseboot Baltic Circuit Award, für das beste Ergebnis im Ostseeraum ging an die XP 44 „Xenia“ vom Weser Yacht Club Bremerhaven.  Insgesamt 1.120 Schiffe nahmen an den verschiedenen Rennen teil.

“Let’s do it”

Vom komplett anwesenden „Who is Who“ der deutschen Hochseeszene wurde mit großem Interesse der Film des Hamburger Yachtfotografen Peter Neumann aufgenommen. Der Film thematisiert in stillen, eindrucksvollen Bildern die Verschmutzung und Überfischung der Ozeane und ruft mit dem Schlussatz „Let’s do it“ alle Segler zum Kampf gegen die Zerstörung der Grundlage des Segelsports auf.

Ergänzend hielt Volker Andreae eine facettenreiche Ansprache zur Kampagne „to make the seas better“ und zum Wandel des Segelsports im Zeichen der „Facebook-Generation“ und die Chancen und Risiken dieser Entwicklung. Fazit: Der Segelsport steht an einem Wendepunkt und es komme jetzt darauf an, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.

Zu diesem Themenfeld passten auch die Ausführungen des Wetterexperten Dr. Christian Klepp aus Hamburg, der das Projekt „Ocean Rain“ vorstellte. Zusammen mit der Hamburger Firma Eigenbrodt wurde ein Messsystem zur Protokollierung der Niederschlagsmenge über den Ozeanen entwickelt.

Die Ergebnisse sollen die ungenauen Satellitendaten mit möglichst flächendeckenden on Site-Messungen validieren und ergänzen. Gedacht ist an eine Bestückung zum Beispiel der Vendee-Globe Teilnehmer mit derartigen Messgeräten. Diese Boote befahren die südlichen Regionen der Ozeane, auf denen sonst nur sehr wenige, geeignete Schiffe anzutreffen sind.

Gefragt, ob er sich so ein Gerät am Masttop seiner IMOCA 60 „Mare“ vorstellen könne, antwortete der zweimalige Award-Gewinner Jörg Riechers: „Klar – es wäre eine Ehre, auf diese Art zur Rettung der Ozeane beitragen zu können; allerdings müssten die Teile erstmal deutlich Gewicht abspecken, damit ich vor Kap Hoorn am Ende nicht von meinem eigenen Mast erschlagen werde…“

Sieger und Nominierte des 7. German Offshore Awards

Gewinner: “Varuna” (Eigner: Jens Kellinghusen)

Ebenfalls für den German Offshore Award 2014 nominiert waren folgende Yachten:
“Best Buddies” (Eigner: Kay-Johannes Wrede)
“Emma” (Eigner: Dr. Johann Killinger)
“Mare” (Skipper: Jörg Riechers)
“Caro” (Eigner: Maximilian Klink)

Über den German Offshore Owners Association e.V.

Die German Offshore Owners Association e.V. (GER-OO) wurde 2007 gegründet und ist eine Interessenvertretung der Eigner und Skipper von Hochseeyachten. Die Vereinigung mit aktuell 88 Mitgliedern fördert das internationale Hochseesegeln und unterstützt deutsche Eigner in Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer. Ebenfalls wird die Teilnahme deutscher Yachten an internationalen Events gefördert. Überdies wirkt GER-OO bei Regatta-Veranstaltern sowie beim Deutschen Segler Verband darauf hin, das Reglement für Yachten so einfach und überschaubar wie möglich zu gestalten.

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6 Kommentare zu „German Offshore Award 2014: Kellinghusen gewinnt mit “Varuna”“

  1. avatar So iss es sagt:

    Es war mal wieder ein sehr sehr schöner Abend…..

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 2

  2. avatar gol sagt:

    Lustig war es und wieder ein neuer Ansatz des Volker A. – Umweltschutz
    Irgendjemand musste die Veranstaltung ja bezahlen von den Steuergeldern!
    Oder wie setzt sich die Finanzierung zusammen, das wäre interessant zu wissen.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 10 Daumen runter 18

  3. avatar SNP sagt:

    …ist das wirklich interessant zu wissen- wie sowas finanziert wurde?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 1

  4. avatar cfschott sagt:

    Zu gol ‘s Enttaeuschung:
    Gab keinen Sponsor & keine Steuergelder!
    Dwarf uns aber Gerne unterstuetzen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 3

  5. avatar hä? sagt:

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 4

  6. avatar Besserwisser sagt:

    Bei den Steuergeldern, die ein Herr Kellinghusen o.ä. zahlen wäre ein solcher Empfang zumindest gerechtfertigt.

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