Volvo Ocean Race Route

Miami statt Boston. Das Aus für Puma? Michael Müller glaubt nicht

Volvo70s segeln sehr nass aber auch ungeheuer schnell. Dave Kneale / Volvo Ocean Race

Miami ist als US-Hafen und vorletzter Stopp benannt worden. Das könnte ein schlechtes Zeichen für die Teilnahme des deutschen Sponsors sein. Beim vergangenen Cup Zyklus hatte die Auswahl der Etappenhäfen viel mit den Teams zu tun, die später an den Start gingen. Stockholm für Ericsson, Galway und Qingdao für Green Dragon, Alicante für Telefonica, Boston für Puma, weil dort Pumas US-Hauptquartier liegt. Aber die Fährte ist falsch. Der Puma scharrt mit den … Tatzen.

Aus Seglerkreisen ist zu hören, dass von Puma eine Ankündigung zur Teilnahme kurz bevor steht. In der Herzogenauracher Konzernzentrale hält man sich noch bedeckt. Aber es heißt, die absehbare Route sei sehr interessant. Und das Rennen biete große Chancen. Der chinesische Stopp im Urlaub-Resort sei deutlich attraktiver und wärmer. Es fehlt nur noch der letzte Etappenhafen in Neuseeland oder Australien.

Die potenziellen Teilnehmer-Teams kennen vorab die Route selber nicht. Das ist der Grund für die verzögerten Meldungen. Bisher sind erst zwei Boote am Start mit dem Italia-Team von Giovanni Soldini und dem französischen Groupama Syndikat.

Die Katze auf dem Sprung...über eine Welle. Rick Tomlinson/Volvo Ocean Race

Volvo Ocean Race Chef Knut Frostad hat bezüglich der Stopps diesmal eine andere Politik als beim vorherigen Rennen verfolgt. So startete der Prozess der Bieter sogar schon lange bevor “Ericsson 4” in Stockholm als Sieger gefeiert wurde. Die lange Anlaufzeit und der wirtschaftliche Erfolg in den letzten Etappenhäfen führte dazu, dass sich insgesamt 46 Städte seriös um einen Volvo-Stopp bewarben. Der Premierminister des irischen Galway hatte ausgerechnet, dass der Volvo-Zirkus seiner Stadt einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro gebracht hätte. Das half.

Frostad konnte sich die Perlen herauspicken und den Preis hochtreiben. So kommt es zu einem unbekannten Etappenhafen wie Itajaí im brasilianischen Staat Santa Catarina. Er musste die Stopps nicht mehr mit der Teilnahme eines Home-Teams verbinden. Deshalb verschlechtert die Ankündigung von Miami nicht die Chancen eines Puma-Teams mit deutscher Beteiligung.

Michi Müller am Grinder. Verquollenes Gesicht, Neopren-Sturmhaube, das Leben an Bord eines VOR70 ist nicht immer spaßig. Rick Deppe/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Michael Müller, der einzige deutsche Vertreter des vergangenen Volvo Ocean Races an Bord von Puma, beobachtet die Entwicklung genau. Ein Tag nach seiner Rückkehr von der Louis Vuitton Trophy in Auckland sagt gegenüber SEGELreporter. “Für mich wäre dieses Rennen wieder eine große Herausforderung.”

Wohl auch, weil seine Verhandlungsposition exzellent ist. Denn die neuen Regeln sehen vor, dass der Anteil der unter 30-jährigen von zwei auf drei wächst. Als offiziell ausgezeichneter “Rookie” des vergangenen Rennens dürfte er gute Angebote bekommen. “Sicher ist, dass ich kein Projekt wie die Holländer mit Delta Lloyd machen werde, um auf den letzten Plätzen herum zusegeln. Es kommt auf die Crew und das Schiff an.”

Müller glaubt, dass die Chancen für ein neues Puma Engagement gut stehen. Das Schiff ist nicht verkauft und steht noch im Winterlager in Alicante. Aber das zweite Trainingsschiff wurde schon in Amerika bewegt. Er selber wird aber die Entwicklung im America’s Cup abwarten. So geht es vielen Seglern in der Profi-Szene. Cup und Volvo werden gleichzeitig schwer zu machen sein.

Aber Müller denkt schon, dass eine attraktive Flotte beim Volvo Ocean Race zusammen kommt. Tatsächlich ist wohl keines der attraktiven alten Volvo70 Yachten noch auf dem Markt. Die Telefonica-Schiffe sind verkauft und offenbar formiert sich sogar ein norwegisches Team. “Es ist viel im Gange”, sagt der deutsche Vorzeige-Profi.

Carsten Kemmling
Spenden
http://nouveda.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *