Mini-Transat 6.50: Amateur Björn Freels über leere Kassen und steigende Nervosität

"Bammel vorm Überbordgehen"

Björn Freels ist in der Serienklasse mit seiner "Rikki Tikki" beim Mini Transat dabei. © B.Freels

Noch knapp zwei Wochen bis zum Start der Charente-Maritime/Bahia Transat 6.50 am 25. September. Das gesamte Feld hat sich auf den Weg Richtung La Rochelle gemacht und dort schon im Hafen die ersten Päckchen eröffnet.

Die meisten der Transat 6.50-Teilnehmer steuern die Hauptstadt des französischen Departements La Charente Maritime auf eigenem Kiel an, manche wurden von Container-Schiffen huckepack genommen oder auf Lastern etwa vom Mittelmeer herüber gefahren.

Auch der Nürnberger Amateur Björn Freels, den SR schon porträtiert hat, ist mit seiner “rikki tikki” in La Rochelle angekommen. SR fragt nach dem Stand seiner Vorbereitung.

Noch 3 Wochen bis zum Start, wie ist denn das Wetter fürs Training auf dem Wasser?

Björn Freels sucht mit SR seine Wurzeln am Happacher Stausee bei Nürnberg. © Michael Kunst

Björn Freels: Training? Mit was denn? Mein Boot ist derzeit völlig leergeräumt, es war beim Elektriker und beim Bootsbauer für ein paar finale Reparaturen. Jetzt räume ich es peu a peu nach Checkliste wieder ein.

Aber du hast doch in den letzten Wochen auch nicht gerade häufig Deine rikki tikki bewegt, keine Bedenken, dass Dir das Gefühl fürs Boot fehlen könnte, bei der Regatta?

Nö, das kommt dann schon. Ich bereite mich derzeit eben anders vor. Zum Beispiel hab’ ich in La Rochelle gemeinsam mit ein paar anderen Jungs aus meiner Trainingsgruppe – übrigens auch Jörg Riechers – an einem dreitägigen Seminar über Wetter und Taktik teilgenommen. Das war wirklich spannend, zumal sehr praxisbezogen.

Lesen aus Wolkenformation, Wellendeutungen und solche Sachen?

Ja, Allgemeines, aber auch Dinge, die direkt auf die Regattaroute abgestimmt waren. Über “Tropical Waves”, die “Portuguese Trade Winds”, den z.T. bis zu 100 Meilen langen Windschatten von Madeira, die Doldrums, das Windloch “African Triangle”, den ausgeprägten Kapeffekt am Cap Finistere in Nordspanien und dass man in den Trade Winds zwischen 4 und 6 Uhr morgens nicht schlafen sollte. Außerdem ging es darum, aus den wenigen Informationen, die uns zur Verfügung stehen werden und der aktuellen Wettersituation an Bord zu erkennen, welches der typischen Wetterszenarien sich gerade entwickelt.

Der Kurs der Mini-Transat-Regatta führt in zwei Etappen über den Atlantik. © Charente Maritime Mini Transat

Hört sich komplex an.

Ich glaube, allein damit kann man sich an Bord stundenlang beschäftigen. Aber man soll das Boot ja auch noch möglichst schnell segeln!

Wirst Du – zumindest um das Nervenkostüm zu beruhigen – noch vor La Rochelle trainieren, vielleicht den Speed gegen andere austesten?

Dazu wird kaum Gelegenheit sein. Ab 15. September ist Anwesenheitspflicht im Hafen, da lassen sie die Segler nur noch mit Sondergenehmigung raus. In diesem Zeitraum werden die Sicherheitstests an jedem Boot durchgeführt, es gibt reichlich Besprechungen, Termine etc. 

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Michael Kunst

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