Mini-Transat 6.50: Jörg Riechers baut Vorsprung aus

Dominanz bei Flaute

Jörg Riechers dominiert zurzeit das Mini-Transat mit seiner "mare.de". © DR

Beim Mini-Transat dürfte Jörg Riechers mit seiner “mare.de” den Hafen von La Coruna an der Nordspitze Spaniens mit einem unguten Gefühl passiert haben. Dort landete er vor zwei Jahren mit seinem beschädigten Boot.

Aber diesmal stellt sich die Situation gänzlich anders dar. Bei schwachem Wind liegt der Hamburger nach dem ersten Viertel der Etappe nach Madeira weiter in führender Position und arbeitet hart daran, eine Vorentscheidung herbeizuführen.

Die Situation am Morgen des 29.9. im Proto-Feld. Riechers liegt an der Spitze.

Bis auf den Franzosen Sébastien Rogues, der nur 3,5 Meilen achteraus liegt, kann das Feld momentan nicht folgen. Bertrand Delesne, der Riechers noch vor dem Start in die Seite gekracht war, segelt auf Platz drei 22 Meilen hinterher.

Und auch der Plattbug-Mini von David Raison als vierter ist zwar häufig das schnellste Schiff im Feld, liegt aber nun 24 Meilen zurück.

Das Feld der Serienboote. Der Chinese Guo (oben links) versucht einen Durchbruch im Norden. Freels (rot) liegt in der Flaute.

Es bestand die Gefahr, dass Riechers vom Feld geschluckt wird, als er kurz in einer Flaute lag. Da war Rogues im Begriff vorbeizuziehen. Aber dann nahm “mare.de” wieder Fahrt auf. Für die Konkurrenz ist dieser schwache Wind eine große Gefahr. Denn dabei können große Zeitabstände entstehen, die möglicherweise auf der langen Atlantiketappe nicht mehr aufzuholen sind.

Björn Freels ist bei den Serienbooten noch nicht richtig in Schwung gekommen. Sein Durchschnitt-Speed zwischen den jüngsten Messungen betrug gerade einmal 1,1 Knoten. Er liegt auf Rang 39.

Die Britin Pip Hare hat sich bei den Serienbooten auf Rang drei vorgeschoben. © seefieber.de

Dafür segelt die Britin Pip Hare gerade furios auf dem dritten Platz. Auch der Chinese Chuan Guo ist im Begriff, mit einer sehr nördlichen Kurswahl für eine Überraschung zu sorgen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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Ein Kommentar „Mini-Transat 6.50: Jörg Riechers baut Vorsprung aus“

  1. avatar Christian sagt:

    irgendwie tröstet es mich, dass wir in dieser Saison nicht nur auf unseren süddeutschen Binnenrevieren ständig mit Flaute zu kämpfen haben. Sondern auch die Minis auf dem offenen Atlantik.

    Flautenrennen sind im übrigen etwas für die ganz Harten. Nichts ist nervenzerfetzender… Respekt, Herr Riechers!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

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