Mini-Transat 6.50: “mare.de” auf Platz vier; Plattbug-Mini wieder vorne

Riechers auf dem Vormarsch

Jörg Riechers kämpft sich mit seiner "mare.de" wieder an die Spitze heran. © breschi

Jörg Riechers hat sich in einem erstaunlichen Kraftakt aus dem Mittelfeld der Mini-Transat-Prototypen-Flotte auf den vierten Platz vorgeschoben. Mit einer westlichen Routenwahl verkürzte er den Abstand zur Spitze auf 20 Meilen.

Demnach liegt er nun sogar vor dem Spitzenreiter der ersten Etappe Sébastien Rogue, der seine Führungsposition zugunsten eines strategischen Seitenwechsels auf einen östlichen Kurs aufgab. Diese Tatsache könnten Fans von Riechers allerdings Sorgen machen. Denn der Querabstand der beiden beträgt fast 60 Meilen. In den nächsten Stunden können sich dadurch große Gewinne oder Verluste entwickeln.

Die Situation am 18.10 bei der Ansteuerung der Kapverden. Riechers (blau) ist das östlichste Boot der Spitzengruppe, und wird vom Spitzenreiter Raison kontrolliert. Rogues liegt 60 Meilen weiter im Westen.

In seinem letzten Artikel hatte Jörg Riechers noch gesagt: “Am meisten fürchte ich die Passage der Kanaren. Wer hier einen taktischen Fehler macht, wird hart bestraft. Eine falsche Entscheidung kann über Podium oder Niederlage entscheiden. Noch weiss ich nicht, ob ich zwischen Teneriffa und Gran Canaria durchfahre oder die Kanaren westlich umsegle.” Prompt ist ihm die Umschiffung der Inselgruppe weniger gelungen.

Nun liegen die Kapverden im Weg. Führt der schnellste Weg diesmal hindurch, links oder rechts vorbei? Wenig Sorgen darüber wird sich David Raison mit seinem Plattbug-Mini “Teamwork Evolution” machen. Er ist konstant schneller als das Feld. In den vergangenen 24 Stunden segelte er 8,53 Meilen, während der nächst schnellere Riechers auf 8,04 Meilen kam. Damit hat sich Raison jetzt trotz einiger taktischer Fehlgriffe zu Beginn an die Spitze vorgeschoben.

Der Franzose hat nun das Problem, dass sich seine beiden härtesten Konkurrenten für die Gesamtwertung Rogues und Riechers weit voneinander entfernt haben. Er kann sie nicht beide kontrollieren und hat sich vorerst für den Deutschen entschieden.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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3 Kommentare zu „Mini-Transat 6.50: “mare.de” auf Platz vier; Plattbug-Mini wieder vorne“

  1. avatar Manfred sagt:

    Gute Berichterstattung hier. Danke.
    Ein Wahnsinns Rennen. Heute morgen wird Jörg mit 11.43kn gelistet. Raison mit der viereckigen Kiste mit 11.42kn. Beides natürlich über den letzten, gemessenen Zeitabschnitt. Smooth Sailing, Jörg!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

    • avatar stefan sagt:

      …sind die Geschwindigkeitsangaben nicht die Werte im Augenblick der Abfrage?

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  2. avatar hanseatic sagt:

    Da geht’s weder rechts noch links vorbei sondern mitnmang: “the skippers must leave the island of Santo Antao starboard and those of Maio portside”. Wird äußerst interessant wenn sich die Flotte heute nacht durch’s Nadelöhr fädelt. Eigentlch liegt Jörg gut in Schußrichtung – wenn nur der Wind nicht so nachlassen würde. Alle die westlicher segeln müßen allerdings noch einen Schlag nach SO machen um das gap zu treffen – und das bei nahezu Flaute. Jetzt braucht er ne Menge Glück und Geschick um die 20mls zur Spitze aufzuholen. Schauen wir mal und drücken die Dauemn.

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