Mini Transat 6.50: Jörg Riechers liegt auf Platz zwei im Feld der 79 Minis

Klassische Schweinebedingungen

Start der 79 Minis vor La Rochelle nach einer Gedenkminute. © Pierrick Garenne / GPO

Jörg Riechers hat sich nach verhaltenem Beginn beim Charende-Maritime-Bahia Minitransat Rennen nach den ersten 15 Sunden auf Rang zwei vorgeschoben. Er versucht, mit einem etwas südlicheren Kurs der komplizierten Flauten-Wetterlage in der Biskaya aus dem Weg zu gehen.

Der Startschuss zur Einhand-Mini-Transat 650 tönte am Sonntag pünktlich um 17:17 h über die Bucht vor La Rochelle (Bretagne). Aber die 79 Skipper auf ihren rasenden Nussschalen verzichteten auf Nullstart, heftige Luvkämpfe, Reindrängeln, lautes Gepöbel und sonstige typische Startverhaltensweisen und zogen erst nach einer Gedenkminute geschlossen und gesittet über die Linie. Die Hommage galt dem 37jährigen Jean-Marc Allaire, der bei der Anreise auf eigenem Kiel kurz vor La Rochelle auf weiterhin ungeklärte Weise über Bord fiel und ertrank .

Das Mini-Feld beim zweiten Ranking-Report. Jörg Riechers liegt auf Rang zwei.

Das Feld der Transat650 ist in zwei Klassen aufgeteilt: Prototypen und Serien-Minis. Unter den schnelleren Protos führte Jörg Riechers 2010 auf „mare.de“ die Mini650 Saison-Bestenliste an, liegt in diesem Jahr aber auf Rang fünf. „Viermal war ich in diesem Jahr vierter, das brauche ich nicht mehr“, sagt Riechers. Dennoch lautet sein offizielles Ziel Top Five.

Björn Freels, ist enthusiastischer Amateur in der Serien-Klasse, wie er im SR-Porträt erklärt. Mit seiner „Rikki-tikki“ ist er eher nach olympischem Prinzip unterwegs, würde aber gerne auch eine Platzierung im Mittelfeld „mitnehmen“.

Milde 6 Knoten Wind und goldigstes Herbstanfangswetter machten aus dem Start zu einer der härtesten Langstrecken-Seeregatten überhaupt ein eher beschauliches Sonntags-Spektakel mit Hunderten Begleitseglern und vollgepackten Motorbooten. So blieb das Feld dann auch bis zur ersten Luvboje mehr oder weniger geschlossen, nach der Wende hinaus in die Biskaya (Golf de Gascogne) wurden die Karten erneut gemischt.

Wie bei allen anderen Hochseeregatten mit Beginn in der Bretagne fürchteten die meisten Transat650-Skipper vor allem die ersten Tage durch die berüchtigte Biskaya – ein Misstrauen, das sich diesmal nicht mit den üblichen Starkwind-Kapriolen bestätigt, sondern im Gegenteil mit Schwachwind, Strömungen und altem Seegang Nerven kosten dürfte.

Jörg Riechers mit seiner mare.de kurz nach dem Start © Pierrick Garenne / GPO

So prophezeien denn auch die Meteorologen, dass die ersten Minis nicht vor Mittwoch am  (spanischen) Cap Finisterre gesichtet werden. Mit den zunächst schwachen Winden dürften die meisten Skipper noch klarkommen, für Dienstag wird allerdings ein wahrer Horror-Tag vorausgesagt: kurz vor dem Cap Finisterre erwarten die Skipper stark drehende Schwachwinde mit großen Flautenlöchern. Klassische Schweinebedingungen.

An gleicher Stelle, wo eben noch der Konkurrent mit gut gefülltem Code Zero von dannen zog, dümpelt ein anderer stundenlang ohne Vortrieb vor sich hin. Die Meteorologen warnen jedenfalls davor, zu eng mit dem Cap Finisterre zu flirten, auch wenn die enge Umrundung um viel Meilen kürzer ist, wird letztendlich doch der Faktor „Zeit“ eine gewichtigere Rolle spielen. Entlang der portugiesischen Küste warten lange Kreuzschläge auf die Minis und ihre Skipper. Mit einem netten Seegang aus Süd, der auf Südwest drehen wird.

Angesichts einer 4.200 sm langen Strecke nach Brasilien mit Zwischenstopp auf Madeira mögen diese schwierigen Positionskämpfe zu Beginn kurios erscheinen. Aber es könnte sein, dass für manche bereits während dieser ersten Tage der Regatta die Würfel unwiderruflich fallen werden.

Ergebnisse (für Riechers oben rechts auf Protos klicken)

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Michael Kunst

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