OSTAR Rettung: “Queen Mary 2” fischt Segler auf – Röttgering kämpft sich durch Sturm

Schlachtfeld Atlantik

Das OSTAR und TWOSTAR Rennen über den Atlantik, bei dem Uwe Röttgering teilnimmt, ist von einem schweren Sturm heimgesucht worden. Ein Schiff sank. “Queen Mary 2” nahm eine Besatzung auf.

Die “Thor Magni” rettet zwei Segler etwa 460 Kilometer östlich von St. John’s. © Joint Task Force Atlantic

Beim Einhand- und Zweihand-Rennen über den Atlantik OSTAR/TWOSTAR sind fünf Segler auf drei Yachten in große Bedrängnis geraten. 1600 Kilometer vor Neufundland fegte ein Orkan mit 60 Knoten Wind und 10 bis 15 Meter hohen Wellen über das Regattafeld. Eine umfangreiche Rettungsaktion wurde ausgelöst.

Auf drei Yachten aktivierten die Skipper das EPIRB, und die kanadische Küstenwache koordinierte die Hilfsaktionen. Mervyn Wheatley verlor seine Formosa 42 “Tamarind” nach schweren Schäden. Aber er wurde unverletzt vom Luxusliner “Queen Mary 2” aufgenommen und ist nun auf dem Weg nach Halifax.

Das Schlachtfeld auf dem Atlantik. Die “Rote 66” von Uwe Röttgering ist mit der orangen Krone markiert.

Die Holländer Wytse Bouma und Jaap Barendregt erlitten auf ihrer Sun Fast 37 “Happy” einen Mastbruch und wurden von dem Schlepper “Apl Forward” aufgenommen. Und die Bulgaren Mihail Kopanov und Dian Zaykov konnten gerade noch von der “Thor Magna” gerettet werden bevor ihre Luffe 37 “Furia” versank.

Röttgering in 15 Meter hohen Wellen

Die übrigen Havaristen versuchen zurzeit, sich aus eigener Kraft zu retten. Peter Crowther hat mit seiner Swan 38 “Suomi Kudu” mit Großsegel-Problemen umgedreht, und Keith Walton motort mit seiner Najad 490 “Harmonii” nach Problemen mit der Großsegel-Mastschine zu den Azoren.

Alle anderen Teilnehmer kämpfen immer noch mit 10 bis 15 Meter hohen Wellen. Uwe Röttgering und Joanna Pajkowska haben mit der Class 40 “Rote 66” noch 110 Meilen bis Newport zu überstehen. Sie werden am 20. Juni erwartet. Nur zwei von sechs Schiffen sind in ihrer Zweihand-Gruppe noch im Rennen.

Besondere Aufmerksamkeit hat die Rettung des Havaristen durch die “Queen Mary 2” verursacht. Der Kapitän berichtet, dass der Orkan die Fenster der Yacht “Tamarind” eingedrückt hat, sie viel Wasser genommen hat und schließlich die Steuerung ausgefallen ist.

Aber Mervyn Wheatley hätte es schlechter treffen können. Nachdem er trockene Sachen bekommen und seine Frau angerufen hatte, wurde der Brite zum Nachmittags-Tee mit Kuchen, Sandwich und Scones eingeladen.

“Er ist sehr, sehr dankbar, bei uns an Bord zu sein”, sagt der Queen-Mary-Kapitän. “Und ich glaube, er wird jetzt eine komfortablere Überfahrt nach Halifax genießen als auf seiner 38 Fuß Yacht.”

Die Rettungsaktion von Bord der “Queen Mary 2”. © Dave Ashley (FB)

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4 Kommentare zu „OSTAR Rettung: “Queen Mary 2” fischt Segler auf – Röttgering kämpft sich durch Sturm“

  1. avatar Non solo pane sagt:

    Formosa 42, Sun Fast 37, Luffe 37… Sind das Boote für den Nordatlantik? Ich bin mir nicht sicher…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 13 Daumen runter 7

    • avatar Axel Strauss sagt:

      …das sind sie mal sicher nicht!
      Man kann Glück damit haben, wenn das Wetter gut ist, aber diese Chancen sind recht gering bei einer Ost-West Nordatlantik Passage zu dieser Jahreszeit.

      Sehr abgeklärtes Rennen von Uwe, nicht besonders schnell aber sicher….und das ist bei diesen Bedingungen sehr viel!

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  2. avatar Jörg Gosche sagt:

    Habe am Freitag mit Werner Stolz (Corsair 28 Tri) telefoniert und bin froh, dass er rechtzeitig aufgegeben hat.
    Wie schon gesagt gehören manche Boote nicht auf den nördlichen Nordatlantik, wo auch sommerliche Stürme eher Regel als Ausnahme sind. Wenn man dann Glück hat trifft man die “Queen”…

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  3. avatar eku sagt:

    Was ich ja ganz interessant finde am Verlauf der Regatta (mal von den gottseidank gut ausgegangenen Unfällen), ist dass der kleine Tri offensichtlich von vornherein auf eine deutlich sicherere Route weit südlich gesetzt hat. mE absolut plausibel, (auch wenn ich selbst auch das nicht machen würde) bei dem relativen Speedpotential was so ein Boot hat. F.Gabart hat das mit seinem Ultim mE letztes Jahr auch gemacht

    Letztes Jahr fuhr auch der Draken Harald etwa zur gleichen Zeit die gleiche Strecke, allerdings viel weiter nördlich. Beim beobachten des ganzen fiel mir auf, dass auch das ein wunderbarer Weg ist mit raumen Kursen ohne große Umwege nach Amerika zu kommen. Entweder nördlich der Tiefs oder deutlich südlich (südlich des korrespondierenden Hochs).

    Als Andrea Mura zuerst weit nördlich segelte, dachte ich erst eben an den Draken. Insofern habe ich mich etwas gewundert, dass er und auch die anderen nicht konsequent auf diese Route gesetzt haben, zumal in den gfs Vorhersagen eigentlich eine entsprechende Entwicklung absehbar war.

    Kurz gesagt: Wenn das Boot (incl crew – als System) nicht unbedingt für die direkte GegenanRoute geeignet ist, warum wählt man sie dann?

    Aber alles theoretische Fragen, die sich vom sicheren Sessel aus leicht stellen lassen …
    Keine Ahnung wie gefährlich die Eisberge da oben im Sommer sind etc ..

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