Solidaire du Chocolat: Riechers mit 42 Meilen Führung. Drohende Flaute

"Die Karibik riecht gut"

Jörg Riechers und Marc Lepesqueux puschen "mare" an die Spitze des Feldes. © breschi

Die Sensation rückt näher. Nach gut der Hälfte der Trans-Atlantik-Regatta Solidaire du Chocolat liegen Jörg Riechers und Marc Lepesqueux mit einem Vorsprung von 42 Meilen in Führung.

Der Hamburger berichtet: “Wir segeln jetzt in sehr komischen Passatwinden – aus dem Westen! Sonne, Cumulus Wolken und warmes blaues Wasser…Die Karibik riecht gut! Aber bis wir dort sind, werden wir noch viel Spaß haben.”

“mare” segelte die letzten Meilen unter Groß und Fock höher am Wind als an den vergangenen Tagen, nachdem der Wind nach links gedreht hatte. Aber gerade bei diesen Bedingungen scheint die neue Mach40 Konstruktion besonders gut zu funktionieren. “In der vergangenen Nacht haben wir 115 Prozent vom Potenzial erreicht.”

"mare" ist im Norden über das Feld gezogen. Aber die drohende Flaute und der große Querabstand zu Feld sorgen für Gefahr.

Nur das Schwesterschiff “Jack in the Box” erreichte in der Mitte des Feldes ähnliche Werte. “Ich weiß, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber unsere `mare´ ist ein echtes Juwel.”

Allerdings ist die Position auch der bisher funktionierenden Strategie als nördlichstes Schiff geschuldet. “Wir stoppten zuerst in der Flaute, die anderen holten auf, aber dann waren wir die ersten, die wieder Fahrt aufnahmen. Wie ein JoJo.”

Jetzt glaubt Riechers, dass “mare” ideal positioniert ist für den Westwind. Aber ihm ist klar: “Wir müssen nun südlicher als die Flotte halten, bevor wir St. Barth erreichen.” Das wird schwierig genug, denn ein ausgedehntes Hochdruckgebiet versperrt den Weg.

Gut die Hälfte der Solidaire d Chocolat ist absolviert. Auf dem Weg in die Karibik wird es flau.

Es ist noch nicht klar, ob der schnellste Weg durch die Flaute die Schiffe im Norden oder Süden bevorteilt. Der Abstand zum südlichsten Schiff der Spitzengruppe beträgt immerhin gefährliche 200 Meilen.

Anna Maria Renken hat einen Platz aufgeholt und segelt zurzeit auf Rang acht 180 Meilen hinter Riechers. Sie könnte weiteren Boden gutmachen, wenn sich die führenden Boote der Flaute nähern.

Racetracker

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Solidaire du Chocolat: Riechers mit 42 Meilen Führung. Drohende Flaute“

  1. avatar Matze sagt:

    Absolut beeindruckend was Jörg da leistet! Wo sind eigentlich die anderen deutschen Class 40s? Red, Tzu Hang, usw.

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    • avatar stefan sagt:

      Red nimmt im Juli am Quebec – St Malo Race teil. Was davor ist, ist unklar, denn das eigentliche Race davor, an dem die meisten Europäer teilnehmen, das OSTAR, fällt in diesem Jahr aus und ist auf 2013 verschoben.

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  2. avatar Uwe (Finn) sagt:

    Er hat das schnellste Schiff mit besonderen Features, wie z.B. dem verstellbarem Mastfall !”

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      Die neue Mare hat einen voluminöseren Bug und ein verstellbares Vorstag, um den Mast auf Raumkursen mit ca. 8 Grad Mastfall (2-3 Grad am Wind) zu fahren. Dadurch wird ein Unterschneiden vermieden und die Gleitfahrt begünstigt, was auf Reach-Kursen ca. 1-1,5 knts mehr gegenüber der alten Mare bringt.

      Darüberhinaus hat der Mast einen tieferen Schwerpunkt, da die Salinge weiter unten platziert sind. Demzufolge konnte das Kielgewicht reduziert werden, was weniger Wasserwiderstand und weniger Bootsgewicht bedeutet.

      Wenn die neue Mare nicht in Führung liegen sollte, wäre dies also eine Überraschung !

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 7

      • avatar tom sagt:

        haha…danke, alles klar! 😉

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        • avatar Uwe (Finn) sagt:

          Originaton Riechers: “Wir werden das Rennen eher konservativ angehen, da wir davon ausgehen, dass wir eines der schnellsten Boote haben und wir somit kein Risiko eingehen brauchen. Wir lassen also das Boot für uns arbeiten”

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  3. avatar thomas sagt:

    Ihr seid ja echte Experten. Da reicht einfach nur ein schnelles Boot, um Erster zu sein. Wie einfach! Nun da müsste Jack in the Box aber auch viel weiter vorn liegen, das ist nämlich das Schwesternschiff. Ich glaube, es gehört mehr dazu, nämlich Wille, Kampfgeist, Leistungsvermögen, Taktik, Kondition… Jörg bringt all das mit. Ist das hier wieder eine Neiddebatte?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      Keine Neiddebatte !

      Um die Leistung richtig einzuordnen, muss allerdings auch die unterschiedliche Performance der Schiffe berücksichtigt werden.

      Es handelt sich eben nicht um gleichschnelle, baugleiche Schiffe. Ob das Schwesterschiff der Mare tatsächlich zu 100 % baugleich ist, ist fraglich !

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 7

  4. avatar thomas sagt:

    Es gehört auch ganz viel Wissen und Können dazu, sich für das richtige Boot zu entscheiden. Darum führt Jörg jetzt mit über 70 Seemeilen vor dem Feld auf dem Atlantik und andere sitzen am PC und verbreiten Stammtischweisheiten. Egal, ich freue mich – wie viele andere auch – dass ein Deutscher bei einer wichtigen Regatta endlich mal die Nase vorn hat.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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