Vendée Globe: Burton umgedreht, Sansos Fall kaputt, Gabart verteidigt Führung

Hebel auf den Tisch


Tag 5 Highlights – Mittwoch, 14. November 2012 von VendeeGlobeTV

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Der Franzose Louis Burton hat bei der Vendée Globe nach der Kollision mit einem Fischtrawler schweren Herzens den Rückweg angetreten. Die Fotos, die er von seinem beschädigten Want zu seinem Team schickte, bestätigten die Befürchtung, dass das Stag ausgetauscht werden muss. Der 27-Jährige will aber nicht aufgeben, sondern nach der Reparatur die Einhand Weltumsegelung erneut beginnen.

Der Vendée Globe Führende Francois Gabart hat mit "Macif" die Angriffe der Flotte im Westen souverän abgewehrt.  © Jean-Marie Liot / DPPI

Der Vendée Globe Führende Francois Gabart hat mit “Macif” die Angriffe der Flotte im Westen souverän abgewehrt. © Jean-Marie Liot / DPPI

Die Startlinie ist allerdings nur bis zum 20 November geöffnet und es ist fraglich, ob die Erneuerung bis dahin gelingt und ob das Karbon-Gestänge das Rigg auf dem Rückweg in Position hält. Burton hat einen langen Steuerbordschlag vor sich, der genau seine beschädigte Seite belastet.

Aber er ist nicht der Einzige, der sich Gedanken über einen Plan B bei der Vendée Globe machen muss. Der Spanier Javier Sansó ist in Bedrängis und hat gemeldet, dass er im Windschatten von Madeira Schutz sucht, um in den Mast zu klettern und ein nach eigenen Aussagen “kleines Problem” zu beseitigen.

Dabei geht es darum, die Großfall-Befestigung zu reparieren. Am Mittwoch Abend war das Großsegel herunter gerauscht, und jetzt hängt das Fall am Masttopp. Bei 30 Knoten könne er aber nicht am 29 Meter hohen Mast hochklettern. Die Reparatur sei möglich, aber er werde 48 Stunden verlieren.

Die Spitzenboote haben die Kanaren zu passieren. Der Angriff  von Vincent Riou als westliches Schiff ist bisher gescheitert.

Die Spitzenboote haben die Kanaren zu passieren. Der Angriff von Vincent Riou als westliches Schiff ist bisher gescheitert.

Auch um den Polen Zbigniew Gutkowski musste man sich Sorgen machen, weil er im Gegensatz zu dem restlichen Feld auf langsamen Kurs sehr weit nach Westen abgedriftet war. Er hat jetzt erklärt, dass ihn Probleme mit der Elektrik dazu zwangen. Die Alarme funktionierten nicht und da wollte er dem größten Verkehr aus dem Weg gehen.

An der Spitze hat sich die spannende strategische Situation derweil so aufgelöst, dass die Yachten gewendet sind und mit hoher Geschwindigkeit wieder gen Süden rasen. Dabei hat sich das Spiel vom alten Fuchs Vincent Riou vorerst nun doch nicht vollends ausgezahlt.

Francois Gabart segelt bisher ein starkes Rennen von der Spitze weg, das seinem Mentor Michel Desjoyeaux gefallen wird. © Jean-Marie Liot / DPPI

Francois Gabart segelt bisher ein starkes Rennen von der Spitze weg, das seinem Mentor Michel Desjoyeaux gefallen wird. © Jean-Marie Liot / DPPI

Vor drei Tagen hatte er als Zweiter nur 4,7 Meilen hinter dem führenden Francois Gabart das Kielwasser geschnitten und war aus der Spitzengruppe gen Westen abgebogen. Er nahm große Verluste in Kauf, um als erster zu einem Tief zu gelangen. Dort kam er auch an, aber die Konkurrenz weiter südlich erwischte den stärkeren Wind ebenfalls, wendete in Lee von ihm und an der Spitze liegt Gabart nun 130 Meilen voraus.

Mit dem starken Westwind haben die Spitzenboote den Hebel auf den Tisch gelegt und erreichen Geschwindigkeiten bis zu 20 Knoten. Der junge Franzose Gabart, der zusammen mit dem zweimaligen Vendée Globe Sieger Michel Desjoyeaux das Barcelona World Race bestritten und in aussichtsreicher Position den Masttop verloren hatte, konnte seine Spitzenposition behaupten. Er liegt gut 50 Meilen vor den beiden ärgsten Widersachern Bernhard Stamm und Armel Cléac’h.

Derweil befindet sich der traurige Havarist Kito de Pavant immer noch im portugiesischen Hafen Cascais und sein Sponsor Gorupe Bel versucht aus der Mitleid-Phase noch etwas Öffentlichkeitswirksamkeit zu machen. In einem Video fordert sein PR-Mann die Fans zur Hilfe auf, damit Kito sein Lachen wiederfindet.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Vendée Globe: Burton umgedreht, Sansos Fall kaputt, Gabart verteidigt Führung“

  1. avatar Uwe sagt:

    Gabart hat laut Tracker (14:00 Uhr) nur noch 29,7 nm Vorsprung. Speed nur noch 4,6 kts.
    Segelwechsel oder liegt ein Problem vor ?

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  2. avatar Uwe sagt:

    Samantha Davies – Mastbruch bei 40 kts. 3 – 4 m Wellenhöhe

    http://www.vendeeglobe.org/en/news/article/3357/saveol-has-dismasted.html

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