Vendée Globe: Liz Wardleys und Dejeantys Traum-Offerte geplatzt

"Aufgeben will ich nicht..."

Liz Wardley hat ihren Vendee Globe Sponsor verloren, will aber trotzdem nicht aufgeben. © Barbara Bernard / La Septième Vague

Die Geschichte war fast zu schön, um wahr zu sein. Anfang Februar 2012 kündigten Jean Baptiste Dejeanty und Liz Wardley offiziell ihre Teilnahme bei der nächsten Vendée Globe (Start November 2012) an.  Einen Monat später präsentierten sie in einer Pressekonferenz stolz ihre neuen Sponsoren.

VHtec und Voile Heritage, zwei Maritim-Bekleidungsmarken der Schweizer Gruppe LPG (Luxury Prestige Group), sollten den beiden als Geldgeber den Traum vom ganz großen Offshore-Abenteuer ermöglichen. Auf der Vendée-Globe-Website wurden beide noch nicht als offizielle Teilnehmer geführt, sondern als sog. „Bewerber“ (wie etwa auch der Deutsche Boris Hermann).

„Ich war völlig baff,“ berichtete Wardley später dem französischen Voile & Voilier-Magazin. „Alles wurde auf dem Tablett serviert: Ein starkes Schiff – das freilich erst noch gekauft werden sollte – die Eingliederung in das renommierte und funktionierende Sensation Sailing Team und eine ganz offensichtlich durchdachte wirtschaftliche Planung inklusive meiner ausgesprochen fairen Bezahlung… all das wirkte wie ein Traum, der endlich Realität geworden war.“

Die gebürtige Australierin Wardley ist eine renommierte Offshore-Seglerin. © JM Liot

Die 32 jährige Australierin mit Wohnsitz in der Bretagne (wenn sie denn mal an Land ist), genießt in französischen Offshore-Kreisen einen hervorragenden Ruf als Offshore-Seglerin: Sie siegte etwa 1999 beim Sidney-Hobart-Race, schaffte Rang 8 beim Volvo Ocean Race 2011/02 und schlug sich über 5 Saisons im Figaro-Zirkus respektabel. 2010 segelte sie erfolgreich F16 Katamaran an der Vorschot von Carolijn Brouwer.

Als sie die Nachricht von der möglichen Vendée Globe-Teilnahme erreichte, steckte sie gerade über beide Ohren in einem völlig anderen Offshore-Projekt: Liz plante, in einem Ausleger-Kanu über den Atlantik zu paddeln.

Schmerzhafter Absturz nach Höhenflug

Doch nach dem Vendée-Höhenflug folgte rasch der schmerzhafte Absturz. Trotz hochoffiziell aufgesetzter Verträge kam der Sponsor keiner seiner festgelegten Verpflichtungen nach.

Wardley eine hocklassige StandUp-Paddlerin und wollte im Auslegerkanu über den Atlantik. © L. Anavelvor

Wardley und Dejeanty ahnten nichts Gutes, als über Wochen hinweg zu jedem im Vorfeld festgelegten Zahlungstermin laue Ausreden statt der fälligen Überweisungen vom Sponsor zu hören und lesen waren. „Uns rannte die Zeit davon, wir hätten spätestens Anfang Mai zu ersten Trainingsmaßnahmen mit den Schiffen unterwegs sein müssen,“ berichtete der Franzose in mehreren TV-Interviews.

Wardley setzte schließlich den Geldgebern letzte Fristen – ohne Erfolg. Die Schweizer bewegten sich offenbar keinen Jota, offizielle Stellungnahmen seitens LPG sind nicht bekannt. Die Australierin beendete daraufhin die Zusammenarbeit, die niemals eine war und Dejeanty bzw. das Sensation Sailing Team stehen seitdem ohne jegliche Nachricht seitens des Sponsors da – auch hier also hoffnungslose Stimmung.

Entsprechend steht die Vendée-Teilnahme der beiden gelinde gesagt „in Frage“. Denn wo kein Geld ist (1,5 – 2,0 Millionen Euro sind die Kampagnen der Vendée-Teilnehmer im Durchschnitt „schwer“), ist auch kein Schiff und wo kein Schiff ist…

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Michael Kunst

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