Vendée Globe: Stamm überholt – Le Cléac’h startet Angriff

Wut im Bauch


Day 55 Highlights von VendeeGlobeTV

Bernard Stamm erfährt nach wie vor große Unterstützung im Falle seiner Disqualifikation bei der Vendée Globe, auch wenn von der Jury noch nichts zum Reopening des Protests zu hören ist.

Bernard Stamm

Bernard Stamm greift sich seine Gegner. © Stamm

“Safran” Skipper Marc Guillemot, der mit gebrochener Kielfinne die Vendée Globe aufgeben musste, bezweifelt, dass die Regeln nicht mehr Flexibilität zulassen. Er glaubt, dass die Entscheidung von der Jury nicht genug reflektiert wurde. “Sie kam zu schnell. Es hätte möglich sein sollen, mit Leuten zu sprechen, die schon einmal solche Stopps bei der Vendée machen mussten.”

Die Gefährlichkeit der gesamten Situation hätte besser beurteilt werden können, wenn erfahrene Leute kontaktiert worden wären. Die Wellen im Pazifik, Müdigkeit, die mentale Belastung”, das alles habe eine Rolle bei Bernards Beurteilung der Sicherheit- Situation gespielt.

Kito de Pavant ist geschockt

Auch der ausgeschiedene Kito de Pavant, äußert sich überrascht und geschockt. “Es ist natürlich immer sehr gefährlich, die Entscheidung einer wahrscheinlich sehr kompetenten Jury zu kommentieren. Aber mir erscheint die Strafe unangemessen.”

Vendée Globe Karte am 4.1.2013

Vendée Globe am 4.1.2013. Armel Le Cléac’h steuert einen nördlicheren Kurs.

Klar gebe es Texte, an die man sich halten müsse, aber darüberhinaus sei auch der “Geist der Regeln” zu beachten. Dem habe Stamm bei seiner mühsamen Reparatur ohne fremde Hilfe entsprochen. Wie sollte er dem Russen die Regeln der Vendée Globe erklären?

Bernard Stamm war kurzzeitig vom Tracker verschwunden, und es ging ein Aufschrei durch die Fangemeinde, ob er wohl schon nicht mehr gelistet würde. Aber es gibt noch keine Entscheidung über das Protest-Reopening und Stamm ist auch schon wieder auf der Karte zu sehen.

Dabei hat er den neutplatzierten Arnaud Boissières überholt und ist im Begriff, auf einem südlicheren Kurs mit fast doppelt so hohem Speed und einer gehörigen Portion Wut im Bauch auch an dem Spanier Javier Sanso vorbeizuziehen.

Drängen auf die Entscheidung

Bernard Stamm (gelb) auf einem südlichen Kurs

Bernard Stamm (gelb) rast auf einem südlichen Kurs an den direkten Konkurrenten vorbei.

Auch an der Sitze tut sich viel. Seit knapp einem Monat segeln Francois Gabart und Armel Le Cléac’h fast exakt auf der gleichen Route nebeneinander her. Im Southern Ocean ließen sie sich nicht aus den Augen und surften sogar teilweise in Sichtweite. Die Eistore, fast identisches Materials und gleiche Wetterinformationen ließen wenig taktischen Spielraum zu. Nun drängen sie aber auf eine Entscheidung.

Le Cléac’h hat einen Angriff gestartet, indem er kurz hinter den Falkland-Inseln zehn Grad höher an den Wind ging. Inzwischen hat sich auf diese Weise ein Querabstand von über 200 Meilen aufgetan. Erst in einigen Tage dürfte sich entscheiden, welche Routenwahl richtig ist.

Dahinter steuert Jean-Pierre Dick nach wie vor einen direkteren Kurs und ist bis auf 360 Meilen an die ersten beiden herangekommen. Auch Alex Thomson mit “Hugo Boss” hat seinen Rückstand von ehemals fast 1000 Meilen auf 617 verkürzen können.

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Vendée Globe: Stamm überholt – Le Cléac’h startet Angriff“

  1. avatar Leon sagt:

    Ich halt es für richtig was Bernard macht. Er zeigt der Jury das er sich durch nichts aufhalten lässt. Und wenn er jetzt noch einige Konkurenten überholt, dann ist ihm ein Platz in der Ruhmeshalle sicher.

    Und Alex Thomson segelt ein großartiges Rennen!

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  2. avatar Egon sagt:

    Bernhard Stamm kann ruhig weitersegeln. Die Regattateilnehmer sollten gemeinsam gegen die Jury protestieren.
    Dann steht die im Regen. Ohne Schirm, denn der ist dann auch nicht zugelassen. Segelbobo

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    • avatar Klaus sagt:

      Na, die Juri könnte sich immer nach an die EU wenden. Die spannt jederzeit gern einen Schirm auf.

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    • avatar Sailor78 sagt:

      Ja Klasse – gegen die Jury protestieren!
      Und welches Ergebnis erwartest Du? Die Jury wird von der Wettfahrt ausgeschlossen – oder was?

      Read you f…. rules!!!

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  3. avatar Uwe sagt:

    Etwas sehr vernünftiges hat der Präsident des französischen Seglerverbandes zur Einhaltung der Regeln – single handed round-the-world race, nonstop and unassisted – gesagt:

    http://www.vendeeglobe.org/en/news/article/8903/a-word-from-j-p-champion-ffvoile-president.html

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    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Das klingt für mich soweit auch vernünftig und nachvollziehbar, vor allem hinsichtlich der Regeln und der Erfordernis ihrer strikten Einhaltung – bei jeder Sportveranstaltung.

      Nur verstehe ich leider den letzten Satz nicht: “As for the penalty, whatever it is, it does mean anything to the talent of the one who receives it”
      ???
      Müsste es nicht heissen “….does NOT mean anything…..”? Wäre es so gemeint, wie es da steht, hätte es doch auch korrekt “….does mean SOMEthing….” heissen müssen.

      So oder so, ich verstehe den Satz nicht: “Hinsichtlich der Strafe, wie auch immer sie ausfällt: sie bedeutet nichts (etwas) für das Talent (die Fähigkeiten) desjenigen, der sie erhält……..” Wow, was für ein Politikersatz!

      Bestimmt kann ich jemand erleuchten.

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