Volvo Ocean Race 3. Etappe: Abu Dhabi mit zweitem Sprint-Sieg in Folge

"Komisches Rennen"

Abu Dhabi Ocean Race hat seinen zweiten Sieg in zwei Tagen eingefahren. Skipper Ian Walker lag am Ende des 106 Meilen langen Sprint-Abschnitts, der die dritte Etappe einläutet, wie schon beim Inport Race vor den übrigen vier Volvo Ocean Race Teilnehmern.

"Azzam" stampft durch den arabischen Golf und gewinnt erneut. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Dabei hatte es am Anfang überhaupt nicht gut ausgesehen für das Heimteam. “Das war ein komisches Rennen heute”, sagt Walker im Ziel. “Der Sieg lag sicher nicht an meinem Start.” Denn der war gründlich daneben gegangen. Die “Azzam” lag am Anfang hinten, konnte sich aber auf dem zweiten Kreuzkurs über die rechte Seite auf Platz zwei verholen.

Souverän führte Telefonica das Rennen an. Die in der Gesamtwertung führenden Spanier wollten sich für das schlechte Inportrennen revanchieren. So wie auch Puma. Aber Ken Read sah ganz schlecht aus, als kurz nach der ersten Luvtonne Groupama in Luv vorbeizog.

Verzweifeltes Luvmanöver nach der ersten Tonne. Puma versucht Groupama abzuschießen, aber das Manöver misslingt. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Der Amerikaner wollte das Überholmanöver noch in Matchrace Manier mit einem aggressiven Luvmanöver verhindern. Er drehte zweimal massiv am Rad, um Groupama zu erwischen, und es sah schon wie eine Frust-Aktion aus. Aber das Manöver kam zu spät. Read konnte froh sein, keine Kollision verschuldet zu haben und nicht selber für die Aktion bestraft zu werden.

Danach fiel Puma weit achteraus, während Telefonica seinen Vorsprung zum Feld auf fast eine Meile ausbaute. Bei dem langen spitzen Raumschenkel Richtung Sharjah zeigte aber Camper große Schwächen. Groupama rutschte in Luv vorbei und auch Puma holte die halbe Meile Vorsprung auf.

Telefonica beherrscht das Rennen bis zum desaströsen letzten Vorwindkurs. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

“Wir haben einige Änderungen vorgenommen und das Schiff erreichte bessere Zahlen als zuvor”, sagt Skipper Chris Nicholson. “Aber es reichte dennoch nicht, um bei den anderen mitzuhalten. Nun müssen wir zurück zum Zeichenbrett und sehen, wie wir den Raumschots-Speed verbessern können. Wir haben die anderen beobachtet und konnten keine Unterschiede im Setup erkennen. Aber vielleicht bringt ihnen bei diesen Bedingungen die Rumpfform einen Vorteil.”

Auf dem Anlieger zeigte Groupama Speed und zog auch noch an Abu Dhabi vorbei. Aber die schlugen zurück, und nach einem tollen Zwischenspurt war an der letzten Tonne plötzlich auch Puma wieder am Heck.

Als die Sonne untergeht wird der Wind stärker und Puma holt auf. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Der letzte Vorwindkurs wurde besonders für Telefonica zum Desaster. Die Spanier mussten auf der linken Seite Abu Dhabi und Puma ziehen lassen und zogen im direkten Zweikampf mit Groupama ebenfalls den Kürzeren. Skipper Iker Martinez erklärt: “Wir hatten auf den letzten zehn Meilen vor dem Wind einige Probleme. Ein Segel hing kurz im Wasser und wir mussten stoppen, um die Situation zu klären. Dabei verloren wir Speed und schließlich unsere Position.”

Auf diesem ersten Teil der dritten Volvo Ocean Race Etappe werden 20 Prozent der Punkte für den gesamten Abschnitt nach China verteilt. Die Schiffe werden jetzt wieder auf einen Frachter verladen, der sie durch die Piratenzone zu dem geheimen “sicheren Hafen” bringt. Die Crews haben jetzt noch etwas Pause, bevor sie zum nächsten Start fliegen.

Auf Telefonica ist man bis zur letzten Tonne noch guter Dinge. Dann winken die Spanier noch drei Boote durch. © Diego Fructuoso/Team Telefonica/Volvo Ocean Race

Die dritte Etappe führt dann über 4600 Meilen durch die Straße von Malakka bis ins chinesische Sanya. “Dabei geht es weniger um Bootspeed”, glaubt Camper Skipper Chris Nicholson. “Mann muss schlau segeln und es schaffen, in einem Stück anzukommen.”

Abu Dhabi-Sharjah Sprint-Etappe Volvo Ocean Race:
1-Ian Walker (Azzam) 6 points
2-Ken Read (Puma) 5 points
3-Franck Cammas (Groupama 4) 4 points
4-Iker Martinez (Telefonica) 3 points
5-Chris Nicholson (Camper) 2 points

Abu Dhabi Skipper Ian Walker nach zwei schönen Teilerfolgen. Aber er muss jetzt bei der Langstrecke punkten. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Gesamtwertung Volvo Ocean Race:
1-Telefonica (Iker Martinez) 1+30+6+29+2+3 = 71 points
2-Camper (Chris Nicholson) 4+25+5+24+4+2 = 64 points
3-Groupama 4 (Franck Cammas) 2+20+2+18+5+4 = 51 points
4-Puma (Ken Read) 5+0+4+19+3+5 = 36 points
5-Abu Dhabi (Ian Walker) 6+0+3+10+6+6 = 31 points
6-Sanya (Mike Sanderson) 3+0+1+racing… = 4 points

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Carsten Kemmling

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