Volvo Ocean Race: Ausbruchsversuch von Puma, Sturm im Anmarsch

Alle Mann auf die Kante

Während sich die Teams freuen, die stark befahrene Straße von Malakka ohne größere Schäden überstanden zu haben, liegen bei der Ansteuerung der Südküste von Vietnam weiter Hindernisse im Weg. So droht der Volvo Ocean Race Flotte der erste größere Sturm auf diesem Abschnitt. Außerdem müssen Ölplattformen, Inseln und Untiefen umsteuert werden, viel Müll schwimmt im Wasser sowie große Teile Treibholz.

Anstrengendes Kreuzen. Bei der Passage von Singapur sitzt die Groupama Crew auf der Kante. © Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race

 

 

 

Dabei verbringen die Segler viel Zeit auf der hohen Kante. Denn es wird erwartet, dass der Kreuzkurs fast bis zum Ziel in Sanya andauert. Das könnte bei stärkerem Wind dem Camper Team helfen. Es macht zurzeit eine gute Figur. Die Neuseeländer überholten das Abu Dhabi Team und kommen auch der Spitze näher.

Allerdings sagt der Tracker, demzufolge Puma auf den vierten Platz zurückgefallen sein soll, auf diesem schiefen Amwindkurs erneut sehr wenig aus. Denn Puma befindet sich auf einem Holebug mit Wind von Backbord gen Osten, der das Team mit Michi Müller nicht so nah zum Ziel führt wie der Streckbug der Konkurrenz.

Erstaunlich, dass sich die Puma Jungs so weit vom Feld entfernen. Bisher sah die Taktik von Ken Read vor, nahe beim Feld zu bleiben und bei direkten Zweikämpfen zu punkten. Der Extremschlag zeigt wohl auch, dass der Speed allein nicht ausreicht, um an Telefonica und Groupama vorbeizuziehen. Die Frage ist nun: Verlieren sie die Nerven, oder wird es ein strategisches Meisterstück? Spannend ist es allemal.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Ausbruchsversuch von Puma, Sturm im Anmarsch“

  1. avatar Peter sagt:

    Ich hätte ja gern mal diese Problematik der Aussagefähigkeit der Trackerpositionen diskutiert. Soweit ich verstehe, sortiert der Tracker die Boote in der Reihenfolge ihrer direkten Entfernung zum Wegpunkt, unabhängig von ihrer aktuellen Bewegungsrichtung.
    Schon öfter habe ich hier gelesen, dass diese Darstellung auf Am-Wind-Kursen nicht zutreffend ist, da eben diese (direkte) Entfernung oft nicht gesegelt werden kann, sondern ein längerer Weg nötig ist.
    Der Tracker wird irgendwann wieder stimmen, da die anderen Teams auch irgendwann den Holeschlag durchführen müssen, wodurch ihr VMG auf den Wegpunkt zu ziemlich gegen 0 geht.

    Das Ganze ist dann so in etwa wie beim Boxenstopp in der Formel 1, bei dem auch der erste, der ihn einlegt, erstmal weit zurückfällt, aber alle wissen, dass er in Wirklichkeit noch führt, weil die anderen auch tanken müssen.

    Nur: wie sollte man es anders darstellen? Wie sicher kann man überhaupt behaupten, der Tracker wäre falsch? Angenommen der Wind dreht jetzt auf Süd, dann ist Puma natürlich so weit zurück gefallen.
    Die “gefühlte” Platzierung der Yachten auf so einem Kurs basiert doch allein auf der Annahme, dass sich die Windverhältnisse nicht ändern.

    Wie könnte man die Berechnung sonst verbessern, oder der gefühlten Wahrheit annähern?

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    • avatar John sagt:

      Es genügt doch zu erkenne, dass es sich nur um die direkte Entfernung handelt. Dies macht dieses Auflistung nicht falsch sondern erlaubt halt nur begrenzte Rückschlüsse auf die Zieldurchgangsposition.

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  2. avatar Wilfried sagt:

    ich meine mich zu erinnern, dass es bei einem früheren Volvo-Ocean-race schon mal einen Tracker gab, der die Polardiagramme der Boote und das Wettermodell so verknüpfte, dass man sortiert nach Tagen die taktischen Positionen besser erkennen konnte. War das nicht sogar das letzte? Oder erinner ich mich falsch?

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  3. avatar Seven sagt:

    Man kann ja recht leicht anhand der Wind vorhersage sich überlegen ob die vollzogenen Kursänderung dem jeweilige Schiff ein vorteil bringen könnte oder nicht! Und es würde mich wundern wenn man sich kein vorteil erhofft da man kann davon ausgehen kann das die Crews bessere Wetter Daten bekommen als das was wir auf dem Tracker vorfinden. Dazu kommen die bekanten variablen : Strom,Thermik und Mensch.
    Und etwas Poker ist ja auch immer dabei.

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  4. avatar John sagt:

    Was man vor allem nicht vergessen darf: Die messen Luftlinie (also im Moment für die ganz westlichen Teams der Weg über Land).

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