Volvo Ocean Race: “Groupama” führt auf “Piraten-Etappe” in die geheime Zone

Gegen Piraten und Wind

Die skurrilste Etappe aller zehn Volvo Ocean/Whitbread Races seit 1973 ist vor Kapstadt gestartet. Ein Großteil des Rennens ist geheim, um die Segler nicht zu Opfern der somalischen Piraten zu machen.

Abu Dhabi hat zum Auftakt der zweiten Etappe vor Kapstadt einen spektakulären Start hingelegt. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

In einer Zone knapp hinter Madagaskar sollen die Yachten vom Tracker verschwinden. Das Ziel liegt in einem unbekannten Hafen, von dort werden die Schiffe per Containerschiff zum Neustart in der Nähe des Emirats Sharjah gebracht, wo der Start zum finalen Sprint Richtung Etappenhafen Abu Dhabi erfolgt. Die Segler nehmen das Flugzeug.

Rennleiter Knut Frostadt musste diesen ungewöhnlichen Etappenverlauf wegen der drohenden Piratengefahr beschließen. Der erste Teil des Abschnitts zählt zu 80 Prozent, der Sprint geht zu 20 Prozent in die Wertung ein. Nach dem gleichen System startet auch die dritte Etappe. Erst ein Sprint nach Sharjah. Dann per Frachter zu einem geheimen Hafen und weiter nach Sanya in China.

Groupama hat Probleme, den Gennaker sauber einzurollen und muss nach der Halse zwei Gegner ziehen lassen. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Die Crews haben sich von dieser neuen drohenden Gefahr bisher in ihrem Siegeswillen nicht beirren lassen. Bei dem spektakulären Start unter dem Tafelberg zeigte gerade das Abu Dhabi Team, dass es nach seinem frühen Mastbruch auf der ersten Etappe gewillt ist, auf dem Weg zum Heimathafen verlorenen Boden gut zu machen.

Nach einem guten Start übernahm der britische Skipper Ian Walker die Führung auf einem eher langweiligen Rundkurs ohne große Überholmöglichkeiten vor der Küste, bevor sich die Flotte in den Indischen Ocean verabschiedete.

Das Feld entfernt sich vom Tafelberg. Abu Dhabi liegt anfangs komfortabel an der Spitze. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Nur Groupama fiel mit einem verpatzten Tonnenmanöver auf, als es den Gennaker nicht sauber einrollen konnte und Puma und Camper ziehen lassen musste. Aber zwölf Stunden danach lagen die Franzosen an der Spitze des kleinen Feldes. Sie konnten sich bei leichtem Wind gut gegen Camper halten.

Abu Dhabi dagegen fiel ausgebremst von zahlreichen Flautenlächern unter der afrikanischen Küste auf den vorletzten Platz zurück. Nur die gesamtführenden Spanier von der Telefonica segelten von Anfang an nach einem unterirdischen Start überraschenderweise noch weiter hinten.

Der unspektakuläre Einbahnstraßenkurs vor Kapstadt lässt keinen Raum für Überholmanöver. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Die positive Überraschung ist das einzige Secondhand Boot “Sanya”. Mit dem neuen Stück im Rumpf, der auf der ersten Etappe leck geschlagen war,  segelt Mike Sanderson zurzeit auf Rang drei. Pumas Ersatzrigg hält nach dem gewonnenen Wettkampf mit der Zeit.

Tracker

Am Wind machen sich Camper und Groupama auf Richtung Indischer Ozean. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Mit der untergehenden Sonne bleibt auch der Wind weg. Der Volvo Ocean Race Flotte steht eine flaue Nacht bevor. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: “Groupama” führt auf “Piraten-Etappe” in die geheime Zone“

  1. avatar enzo sagt:

    Über die klassische Südroute unten um Australien, New Zealand und dann direkt ums Kap Horn wären solche Scharmützel nicht nötig gewesen. Das VOR wäre über diese weniger medienwirksame Route wohl aber gar nicht zu Stande gekommen. Jetzt muss halt von Jahrmarkt zu Jahrmarkt gesegelt werden:-/

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 2

  2. avatar Ketzer sagt:

    Sollen sie die Dinger doch panzern und bewaffnen, DANN hätten wir mal einen ganz neuen Aspekt des Rennens… Jeder Piratenabschuss bringt dann nochmal Extrapunkte und jeder Pirat, der beim Zieleinflauf an der Salingnock baumelt zählt doppelt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 6

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