Volvo Ocean Race: “Groupama” gewinnt Sprint nach Abu Dhabi

Psychologisch wertvoll

Den zweiten Teil der zweiten Etappe des Volvo Ocean Races hat das französische Groupama Team gewonnen. 10 Meilen vor dem Ziel des 98 Meilen Sprints von Sharjah nach Abu Dhabi überholte Franck Cammas die führende “Telefonica” auf dem finalen Vorwindkurs und lag schließlich 52 Sekunden vorne.

Das Abu Dhabi war auch beim Sprint zum Heimathafen chancenlos, zeigt aber immerhin den hübschesten Spritzwasservorhang. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Der Sieg hat zwar wenig für die Gesamtwertung der zweiten Etappe gebracht, da liegt Groupama immer noch auf Rang vier, aber psychologisch dürfte er sehr wertvoll sein.

Nach der Startkreuz hatten die Franzosen noch auf dem vierten Platz gelegen. Auf dem spitzen Anlieger mit Wind von Steuerbord zu den nächsten Marken war eigentlich nichts zu holen. Aber “Groupama” zeigte eine deutlich bessere Geschwindigkeit als die Konkurrenz.

“Dieser spitze Reach liegt unserem Boot, das wussten wir vorher”, sagt Franck Cammas. “Hoffentlich bekommen wir diesen Wind vermehrt auf den nächsten Etappen.” Camper Skipper Chris Nicholson sagt: “Es sieht so aus, dass uns Kurse wie heute nicht besonders liegen. Aber wir haben unsere Stärken auf anderen Gebieten. Wir sind gut, wenn wir diese Bedinungen bekommen.”

Auf dem letzten Vorwindkurs überholte Groupama (orange) Telefonica. Camper (weiß) hält Puma in Schach. Abu Dhabi dümpelt hinterher.

Das Ergebnis des Etappenabschnitts zeigt, dass Groupama nicht so schlecht ist, wie man bisher annehmen mochte. Taktisch falsche Entscheidungen haben zum beträchtlichen Rückstand geführt, den Cammas als drittes Team der Gesamtwertung aufweist. Aber wenn es geradeaus geht, mag der zeitliche Design-Vorsprung nun doch seine positiven Auswirkungen haben.

Den Zweikampf zwischen Camper und Puma entschieden die Neuseeländer für sich. Nach wie vor scheint der Leistungsunterschied zwischen diesen beiden Yachten sehr gering. Für Puma läuft es dennoch nicht rund.

Kurz nach dem Start wendet Telefonica auf die linke Seite und liegt an der Luvtonne knapp in Führung. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Enttäuschend ist die Leistung vom Heimteam aus Abu Dhabi. Nach dem Sieg beim Inport Race in Alicante scheint Ian Walker durch den Mastbruch auf der ersten Etappe deutlich zurückgeworfen worden zu sein. In keiner Phase der zweiten Etappe konnte er Akzente setzen. Beim Sprint zum Heimathafen war er chancenlos.

Derweil plant das Sanya Team, den ersten Teil der zweiten Etappe vom Notstopp in Madakaskar zum geheimen Hafen noch zu absolvieren, um ein paar Punkte mitzunehmen. Dort wird Mike Sanderson auf die Flotte warten, die am 14 Januar in Abu Dhabi für den neuerlichen Sprint nach Sharjah aufbricht und von dort per Frachter zum “sicheren Hafen” transportiert wird.

Michi Müller (l.) kämpft bei dem spitzen Reachgang auf dem Puma Vorschiff. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Vor dem Vorwindkurs klebt Groupama am Heck von Telefonica. Auf dem spitzen Reach haben die Franzosen durch reinen Speed eine Meile aufgeholt. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Camper bohrt sich vor dem Wind mit dem Bug in eine Welle. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Der letzte Vorwindkurs. Puma kämpft mit Camper, Telefonica und Groupama segeln vorne außer Reichweite. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Ergebnisse zweite Etappe, zweiter Teil

1. Groupama sailing team 6 points

2. Team Telefónica 5

3. CAMPER with Emirates Team New Zealand 4

4. PUMA Ocean Racing powered by BERG 3

5. Abu Dhabi Ocean Racing 2

 

Gesamtwertung zweite Etappe

1. Team Telefónica 29 points

2. CAMPER with Emirates Team New Zealand 24

3. PUMA Ocean Racing powered by BERG 19

4. Groupama sailing team 18

5. Abu Dhabi Ocean Racing 10

 

Gesamtwertung

1. Team Telefónica 66 points

2. CAMPER with Emirates Team New Zealand 58

3. Groupama sailing team 42

4. PUMA Ocean Racing powered by BERG 28

5. Abu Dhabi Ocean Racing 19

6. Team Sanya 4 (+ 5 Punkte, wenn zweite Etappe beendet wird)

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Carsten Kemmling

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