Olympia 2012: Wilhelm 2., Delle 4., Star mit Frühstart, 470er 16.

Die perfekte Welle

Toni Wilhelm an der Leetonne. Die Surfer dürfen die Marken berühren. © Marina Könitzer

 

„Das ist die perfekte Welle. Das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen, denk am besten gar nicht nach.“ Die Band mit dem Namen Juli kannte schon 2004 das Erfolgsrezept der deutschen Surfer bei den olympischen Spielen in Weymouth. Nach ihrem dritten Wettfahrttag sorgen Moana Delle und Toni Wilhelm weiter für Hochstimmung in der Mannschaft.

Toni Wilhelm nach einem bärenstarken Tag auf See. © Marina Könitzer

 

Am Donnerstag war es RS:X-Crack Wilhelm (Dogern), der mit den Einzelplätzen zwei und fünf in die Medaillenränge zurückkehrte. Er geht als Zweiter in den Ruhetag. Moana Delle aus Kiel büßte zwar einige Punkte ein, landete aber zwei weitere Top-Ten-Plätze (9./5.) und ist Gesamtvierte.

Es war schon eindrucksvoll, wie der 29-Jährige viermal auf der Startlinie explodierte, denn er ließ sich auch vom zweimaligen Gesamtrückruf nicht aus dem Konzept bringen. „Ich hatte eine Großbaustelle im letzten Rennen“, so der 29-Jährige, „fast wäre ich umgefallen.“

Das Surfer-Feld unter der britischen Sonne. © Marina Könitzer

 

Im beinharten Zweikampf mit Julien Bontemps auf den letzten Metern ließ der Deutsche auf dem kurzen Slamlomstück bei der letzten Halse vor dem Ziel das Segel mit der hinteren Hand los und verlor es beinahe ganz. Im letzten Moment griff der drahtige Modellathlet wieder zu und sicherte immerhin den fünften Platz. Er musste nur den Franzosen ziehen lassen.

Halbwind langsam

„Halbwinds funktioniert mein Material schlecht, das Segel klebt irgendwie und beschleunigt nicht richtig“, erklärte der Mann aus dem Surfniemandsland. Da die RS:X-Bretter bei Olympia samt Zubehör vom Veranstalter gestellt werden, müssen alle Teilnehmer nehmen, was sie von offizieller Seite kriegen.

Wilhelm: „Einige haben schon dreimal ihre Finne tauschen lassen, aber ich will mich da gar nicht unnötig nervös machen. Es läuft ja ganz gut, und unter Strich stimmt der Speed.“ Zuvor war er bereits nach „astreinem Start und cleveren Entscheidungen“ in einer trickreichen Wettfahrt mit zahlreichen Winddrehern und -löchern Zweiter geworden und hatte sich auf den Silber-Rang vorgeschoben.

„Nur den Holländer konnte ich nicht halten. Wenn der keinen Start verpatzt, ist er einfach zu schnell“, berichtete der Badener. Van Rijsselberge hat nach vier Tagessiegen auch schon elf Punkte Vorsprung. „Toni müsst ihr eine Rakete unters Brett bauen, wenn er mich schlagen will“, scherzte der Führende, überschüttete seiner Gegner aber postwendend mit Lob: „Toni ist bärenstark, da ist noch gar nichts entschieden.“ Härteste Verfolger sind der Pole Przemyslaw Miarczynski und Nick Dempsey aus Großbritannien jeweils einen Zähler zurück.

Delle mit guter Ausgangsposition als 4.

Teamkollegin Moana Delle wahrte ihre gute Ausgangsposition, obwohl „beide Rennen nicht ganz so überragend, aber immer noch gut verliefen“, so die 23-Jährige, „also noch ein cooler Tag.“ Die Rennen auf der Regattabahn in der inneren Hafenbucht von Weymouth waren taktisch nicht so anspruchsvoll, es ging diesmal mehr um den Speed. Delle: „Der hat mir gegen die Allerbesten etwas gefehlt.“

Allen voran die Polin Zofia Noceti-Klepacka dominierte mit zwei Tagessiegen und schloss bis auf fünf Punkte zur führenden Spanierin Marina Neira Alabau auf. Lee-Ei Korsiz strich ihren Ausrutscher in der sechsten Wettfahrt (11.) und ist weitere drei Zähler zurück Dritte, sechs Punkte vor Moana Delle.

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Ein Kommentar „Olympia 2012: Wilhelm 2., Delle 4., Star mit Frühstart, 470er 16.“

  1. avatar bläck sagt:

    Bravo Surfer.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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